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Rottweil Leukämie: Pius Keller sucht Stammzellenspender

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OB Ralf Broß (von links), Sabrina Krüger, Maximilian Keller und Thomas Wenger kämpfen für den Leukämie-Kranken Pius. Foto: Smaoui

Rottweil - Maximilian Keller sucht nach Worten, die beschreiben, was er in den vergangenen sechs Wochen erlebt hat. Sein Bruder Pius kommt am 19. März ins Krankenhaus. Die Diagnose: Leukämie. Seine einzige Überlebenschance: eine Stammzellentransplantation. "Ich weiß, wir finden jemanden", sagt Maximilian über das Schicksal seines Bruders. Um zu helfen organisiert er jetzt eine Typisierungsaktion, die am Sonntag, 17. Mai, im Kraftwerk stattfinden wird.

"Die Stammzellenspende ist unsere einzige Möglichkeit", sagt Maximilian bestimmt. "Und ich bin überzeugt, dass wir jemanden finden." Den Optimismus, den der Student aus Rottweil ausstrahlt, den habe er in den vergangenen Wochen nie aufgegeben.

An den Tag, an dem die Ärzte ihm das Schicksal seines Bruders mitteilen, erinnert sich der 24-Jährige noch genau. "Pius hatte eigentlich nur eine ganz normale OP", sagt er. "Und auf einmal hieß es, er hat Leukämie." Sein Gesicht ist ernst. Noch in der selben Nacht am 19. März verlegten die Ärzte den 21-jährigen Pius in die Uniklinik nach Tübingen.

"Das Wort Leukämie ist aber schon im Krankenhaus in Rottweil gefallen", sagt Kathrin Keller, die Mutter der beiden Brüder. Sie streicht sich eine Strähne aus ihrem Gesicht. "Ich habe gespürt, dass etwas nicht stimmt", sagt sie. "Pius war schon seit langer Zeit immer wieder krank und nie richtig fit."

Maximilian schüttelt seinen Kopf. "Es war so unwirklich als wir am nächsten Morgen nach Tübingen gefahren sind. Alles, was vorher wichtig war, hatte auf einmal keine Bedeutung mehr." Seine Mutter nickt. "Ich habe mich in der Nacht als die Diagnose kam, gleich an das Laptop gesetzt und recherchiert." Sie musste sich selbst konfrontieren: Was bedeutet Leukämie und welche Überlebenschancen gibt es für den eigenen Sohn?

"Für viele Menschen ist die Krankheit negativ behaftet", erklärt Sabrina Krüger von der Deutschen Knochenmarkspenderdatei (DKMS). "Aber für die Patienten ist es natürlich wichtig, dass sich jeder damit auseinandersetzt und sich typisieren lässt." Die Typisierung, das bedeutet nichts anderes als Blut abzunehmen.

"Aus der Blutprobe werden dann die Gewebemerkmale bestimmt", erklärt Sabrina Krüger weiter. "Wenn diese dann mit den Gewebemerkmalen des Patienten übereinstimmen, können die Stammzellen transplantiert werden."

Die größte Übereinstimmung von Gewebemerkmalen haben laut Sabrina Krüger, die Geschwister. "Wir haben uns alle in der Familie sofort typisieren lassen", sagt Maximilian. Das Ergebnis war ernüchternd: Keine der Stammzellen hatten mit denen von Pius übereingestimmt.

"Für uns war bereits an dem Tag, als wir das erste Mal im Krankenhaus bei Pius waren, klar: Wir müssen was machen", sagt Beatrix Kellner, Maximilian fügt hinzu: "Es hat eine Woche gedauert, bis ich mal kapiert habe, was eigentlich gerade passiert", erzählt der 24-Jährige. "Aber dann habe ich mir neue Ziele gesetzt und jetzt gibt es nur das Eine: einen Spender für meinen Bruder zu finden."

Zuerst habe er mit seiner Familie zusammen bei Oberbürgermeister Ralf Broß angefragt, ob er sie bei einer Typisierungsaktion unterstütze. "Das war für mich Ehrensache", so Broß, der nun Schirmherr der Aktion am 17. Mai ist. "Es braucht solche ad hoc-Aktionen, um die Krankheit zu bekämpfen." Sabrina Krüger stimmt ihm zu. "Solche Aktionen setzen ein unglaublich wichtiges Zeichen in der Gesellschaft."

Thomas Wenger, Geschäftsführer des Kraftwerks stellt seine Räume zur Verfügung. "Wir haben den Platz und die Aktion ist wichtig." Maximilian Keller, der eigentlich in Offenburg Wirtschaftsingenieurwesen studiert, pendelt nun seit sechs Wochen zwischen Rottweil, Tübingen und Offenburg. "Für die Aktion haben wir die Aufgaben verteilt", erzählt er. "Wir unterstützen uns sehr und der Halt in der Familie ist groß."

Mit 90 Ehrenamtlichen, unter denen auch medizinisches Personal ist, findet die Aktion am Sonntag, 17. Mai von 11 bis 16 Uhr im Kraftwerk statt. "Wir wünschen uns sehr, dass Viele kommen und sich typisieren lassen", sagt Beatrix Keller. Sabrina Krüger ergänzt: "Es sind nur fünf Milliliter Blut. Die können einem Menschen das Leben retten."

Maximilian ist zuversichtlich. Am 9. Mai wird er mit einem Info-Stand auf der Ibiza-Party im Kraftwerk sein, um auch junge Menschen anzusprechen. "Ich weiß, dass wir jemanden finden." Man fragt sich, woher er die Kraft nimmt. "Von meinem Bruder", sagt er, seine Augen leuchten auf. "Pius strahlt eine unglaubliche Energie aus. Er gibt uns Halt."

Die Wochenenden verbringen die beiden Brüder zusammen, derzeit noch im Krankenhaus in Tübingen, in dem Pius aktuell den ersten Block seiner Chemotherapie macht. "Wir machen eigentlich das, was wir auch sonst machen", sagt Maximilian. "Wir spielen X-Box oder quatschen, es ist gut, ein Stück Normalität reinzubringen." Er lächelt. "Ich weiß, dass er dort super aufgehoben ist. "Wir werden seine Krankheit besiegen und danach wird es ihm besser gehen als je zuvor."

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Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach sieben Tagen geschlossen.

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