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Rottweil Legen Tierhasser Giftköder aus?

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Ein Warnschild ist in der Friedrichstraße in der Nähe eines Lebensmitteldiscounters angebracht. Foto: Zelenjuk

Immer wieder werden Tierbesitzer in sozialen Netzwerken vor Giftködern gewarnt. In der Friedrich­straße in Rottweil hängt seit einigen Tagen ein Schild am Baum, das die Hundebesitzer zur Wachsamkeit aufruft. Treiben Tierhasser in der Stadt ihr Unwesen?

Rottweil. "Achtung Hundebesitzer, hier hat jemand Gift gestreut! Aufpassen!" steht auf einem weißen Schild. Wer dieses an den Baum in der Friedrich­straße nahe eines Lebensmitteldiscounters angebracht hat und ob in der Gegend tatsächlich gefährliche Substanzen liegen, ist unklar. Bei der Polizei ist der Fall bis jetzt nicht angezeigt worden.

Auch dem Rottweiler Tierschutzverein sei der Vorfall noch nicht bekannt, sagt Vanessa Schreiber, stellvertretende Tierheimleiterin. Sie weiß aber, dass in der Region immer wieder Giftköder ausgelegt werden. "Es ist alles Mögliche dabei, von Rattengift bis zu Würstchen, die mit Nadeln oder Glasscherben gespickt sind", sagt sie. Für die Tierhalter heißt es deshalb: wachsam sein und gut aufpassen, was ihre Tiere am Wegesrand aufschnappen. "Wer mit seinem Hund unterwegs ist, soll mit ihm üben, dass er nicht alles vom Boden aufhebt", mahnt Schreiber. Bei den Katzen, die oft frei herumlaufen, sei es allerdings etwas schwieriger.

Schnelles Handeln angesagt

Wichtig sei, dass Tierbesitzer ihre Vierbeiner aufmerksam beobachten. "Wenn das Tier anfängt, sich seltsam zu verhalten, muss man sofort zum Tierarzt", rät Schreiber. Je nach Art der Vergiftung oder Verletzung können dabei unterschiedliche Signale auftreten. Man darf auf jeden Fall nicht zu lange zögern, wenn das Tier jammert, ganz apathisch ist, viel speichelt oder einen starken Durchfall mit Blut hat. "Beim Tierarzt muss man dann unbedingt erwähnen, dass man eine Vergiftung oder eine Verletzung durch einen Köder nicht ausschließen kann", erklärt Schreiber. Denn in solchen Fällen gehe es manchmal sehr schnell – und die Folgen können dramatisch sein.

Viele Tierliebhaber fragen sich, warum Menschen überhaupt Giftköder auslegen. "Die Beweggründe sind für viele unvorstellbar. Manche regen sich über Hundekot auf oder etwa darüber, dass die Katze in den Kindersandkasten reinmacht", weiß Schreiber. Mit dem Hass werden übrigens auch das Tierheim und der Tierschutzverein immer wieder konfrontiert. So habe man nach der Meldung, dass in Rottweil ein neues Katzenhaus gebaut werden soll, sogar Drohbriefe bekommen. "Dort stand zum Beispiel, dass es eine Schande ist, so viel Geld für ein Katzenhaus aufzuwenden und die Viecher alle verrecken sollen", sagt Schreiber.

Sie betont: Wenn man etwas Verdächtiges am Wegesrand, im Park oder im Wald findet, soll man den Fund sofort der Polizei melden, Bilder machen und – wenn möglich – die Köder einsammeln, damit kein Tier an dieser Stelle zu Schaden kommt.

Passanten zeigen selten an

Bis jetzt werden bei der Polizei solche Fälle nur selten angezeigt. "Die Dunkelziffer ist hoch", schätzt Pressesprecher der Polizei, Tobias Kalmbach. Anzeige werde meistens erst dann erstattet, "wenn der Köder seine Wirkung nicht verfehlt hat und ein Tierarztbesuch notwendig war", sagt Kalmbach. "Tierbesitzer sind in der Regel Tierliebhaber. Hunde sind oft wie Familienmitglieder, sie sind besondere Tiere in einem Haushalt. Wenn sie Schaden nehmen, dann wird in den meisten Fällen Anzeige erstattet", weiß der Pressesprecher.

In vielen Fällen seien es Anzeigen gegen unbekannt, ab und zu hätten die Tierbesitzer aber auch einen gewissen Verdacht, wer hinter dem Präparieren und Auslegen der Köder stehen könnte. Etwa ein Nachbar, der sich in der Vergangenheit immer schon über das Tier beschwert und seinen Hass zum Ausdruck gebracht hatte.

Passanten oder Spaziergänger erstatten dagegen fast nie Anzeige. Sie achten im Unterschied zu Hundebesitzern eher weniger darauf, was auf dem Boden oder im Gebüsch liegt. "Das muss dann etwas ganz Auffälliges sein", erklärt Kalmbach.

Wird ein Fall angezeigt, variiert die Vorgehensweise der Polizei je nach Ausgangssituation. Bei der Spurensicherung können es zum Beispiel Reststücke von angefressenen Ködern sein oder metallische Teile, die bei OPs gefunden werden. Auch das Blut oder der Mageninhalt des Tieres werden genau untersucht. "Bei personifizierten Hinweisen findet eine Beschuldigtenvernehmung statt", sagt Kalmbach. Für den Verstoß gegen das Tierschutzgesetz droht eine Geldstrafe oder sogar eine Freiheitsstrafe.

Ihre Redaktion vor Ort Rottweil

Armin Schulz

Fax: 0741 5318-50
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Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach sieben Tagen geschlossen.

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