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Rottweil Lebensretterin erhält Brief nach Stammzellen-Spende

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Marie Hak hat erfahren, dass sich die Registierung bei der DKMS lohnt: Sie konnte ein Leben retten. Foto: Hak

Rottweil - Der Brief, den Marie Hak vor zwei Wochen aus dem Briefkasten holt, ist überwältigend: Auf zwölf Seiten bedankt sich der Mann bei ihr, dem sie mit ihrer Stammzellenspende das Leben gerettet hat. Sie hatte sich 2015 bei der DKMS registieren lassen und hofft, dass ihr es am Sonntag viele gleichtun: Bei der Typisierungsaktion für die an Blutkrebs erkrankte 13-jährige Svenja.

Dass es sich mehr als lohnt, sich als potenzieller Stammzellenspender registrieren zu lassen, hat Marie Hak eindrucksvoll erfahren. In einem Brief schildert der Empfänger ihrer Stammzellenspende, ein Mann Mitte 50, was das für ihn bedeutet hat, welch lange Krankheitsgeschichte er hinter sich hat und vor allem: wie unglaublich dankbar er ihr ist.

Zwei Jahre nach Typisierung kontaktiert

Über all dies hat Marie jetzt auch in der aktuellen Folge von "Kleinstadtleben" berichtet – einem Podcast, den sie gemeinsam mit ihrem Mann Robert Hak und Joo Aiple betreibt und der inzwischen eine ordentliche Reichweite hat. Sie will alle Kanäle nutzen, um auf die Typisierungsaktion für die 13-jährige Svenja am kommenden Sonntag aufmerksam zu machen. Die 13-jährige Sportlerin des TSV Rottweil ist an Blutkrebs erkrankt. Dank der DKMS und vieler freiwilliger Helfer besteht bei der großen Aktion "Sei Svenjas Held" am Sonntag , 17. November, von 11 bis 15 Uhr im Rottweiler Kapuziner die Gelegenheit, sich registrieren zu lassen – mit der Chance, irgendwann Leben retten zu können.

Marie Hak hat tatsächlich rund zwei Jahre nach ihrer Typisierung – Auslöser war damals die Erkrankung des jungen Rottweilers Pius Keller, für den eine große Aktion im Kraftwerk stattfand – einen Anruf von der DKMS erhalten: "Sie sagten, ich käme womöglich für einen Patienten als Spenderin in Frage und wollten wissen, ob ich weiterhin zur Spende bereit sei." Darüber musste sie keine Sekunde nachdenken. Sie wollte natürlich helfen.

Lebensrettende Zellen aus Blut herausgefiltert

Nach verschiedenen Voruntersuchungen beim Hausarzt und einer Untersuchung in der Klinik stand fest: Sie kann ein Leben retten. Dann ging alles recht schnell. Eine Woche vor dem Termin für die Stammzellenspende musste sie sich etwas spritzen, das das Wachstum der Zellen anregt. "Aber das ist alles kein Problem, die Hausärzte sind da auch sehr hilfsbereit und zeigen einem alles", sagt sie.

In 80 Prozent aller Fälle ist es möglich, die lebensrettenden Zellen aus dem Blut herauszufiltern, und so war es auch bei ihr. In der Klinik wurde sie morgens, ähnlich wie bei einer Dialyse, "angestöpselt", und die Zellen wurden aus ihrem Blut herausgefiltert. "Das ist nichts, wovor man große Angst haben muss", sagt die 25-Jährige. "Ich habe immer nur an den Empfänger gedacht und daran, wie schlecht es ihm gehen muss und was er schon alles durchmachen musste." Und Marie Hak hoffte inständig, dass die Zellenübertragung auch wirklich klappt.

Langer Brief überwältigt Lebensretterin

In den Monaten danach erhielt sie über die DKMS regelmäßig Updates über das Befinden ihres Empfängers – natürlich anonymisiert. "Es wurde gesagt dass es ihm ›den Umständen entsprechend‹ gut geht, aber am Anfang war alles noch recht verhalten formuliert." Was ihre Spende tatsächlich bedeutet hat, erfuhr sie jetzt, zwei Jahre später. Der Empfänger nutzte die Möglichkeit, mit seiner Spenderin über die DKMS anonymisiert Kontakt aufzunehmen und schrieb Marie einen sehr langen Brief. "Das zu lesen war einfach überwältigend", sagt die 25-Jährige. Und man merkt, dass es noch immer recht unwirklich für sie ist, tatsächlich ein Leben gerettet zu haben. "Ich glaube, das checke ich erst so richtig, wenn ich den Empfänger kennenlerne." Das möchte sie, sofern derjenige das auch will, nämlich auf jeden Fall.

Jetzt drückt sie, wie viele andere Menschen aus Rottweil und Umgebung, der 13-jährigen Svenja die Daumen. "Ich kann nur alle dazu animieren, zur Registrierungsaktion zu kommen, und wünsche Svenja alles, alles Gute."

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