Zwischen Weiterentwicklung und Standortauflagen: Am runden Tisch mit allen Beteiligten geht es um die Zukunft der Schulmensa. Foto: Cools

Geringe Auslastung sorgt bei Betreiber und Schulen für Kopfzerbrechen. Lösung: Mehr Essen zum Mitnehmen?

Rottweil - Lange hat die geringe Auslastung der Mensa beim Betreiber und den Schulen für Kopfzerbrechen gesorgt. Jetzt ist es an der Zeit, zu handeln: am Dienstag wurde am runden Tisch eine Krisensitzung zum Thema Mensa gehalten – anberaumt schon vor den Sommerferien.

"Die Schulen haben ihr Möglichstes getan", sagt Wolfgang Mack, Schulleiter des Leibniz-Gymnasiums in Rottweil. Jetzt müsse man einen anderen Weg finden, um gegen die geringe Frequentierung der Mensa vorzugehen.

Zu diesem Zweck haben sich die Schulleiter der Gymnasien und der Realschule, Elternbeiratsvorstände, die Stadtverwaltung sowie die Betriebsstellenleiterin von Apetito und deren Geschäftsführer für den Bereich Süddeutschland an einem Tisch zusammengesetzt. Mit dabei war außerdem die Schülermitverwaltung der jeweiligen Schulen. Die Moderation übernahm Bernd Pfaff, Fachbereichsleiter für das Bürgeramt sowie die Ordnungs- und Schulverwaltung.

"Es gibt keine verpflichtende Teilnahme"

"Es ist gut, dass wir in so großer Runde zusammengekommen sind. Das zeigt, dass die Problematik ernstgenommen wird", erklärt Mack. Das Grundproblem sei nicht die Mensa an sich, sondern das unflexible System. Mittel- und Oberstufler nutzen ihre Freiheiten und greifen zu schnellen und günstigen Alternativen in der Stadt. Pfaff: "Es gibt keine verpflichtende Teilnahme wie in Ganztagesschulen." So stehe sie in Konkurrenz zu Angeboten in der zu Fuß gut zu erreichenden Innenstadt.

"Man hat bei der Diskussion viele Ursachen genannt, aber letztlich ist das ja alles Spekulation", meint Mack. Inzwischen würde neuen Fünftklässlern auch die Mensa gezeigt sowie das Bestellsystem erklärt.

Stattdessen müsse eine Problemlösung über eine Öffnung von Apetitos Angebot erfolgen. "Die Apetito-Vertreter haben zugestimmt, das Essen weiterzuentwickeln und mehr zum Mitnehmen anzubieten", erzählt der Schulleiter. Die Schüler seien doch sehr darauf bedacht, sich schnell etwas zu essen zu holen, um dann wieder an die Schule oder auf den Hof zu den Freunden zurückzukehren. Was sich zunächst nicht ändern wird, ist das Buchungsverfahren. Standortauflagen der Firma Apetito erlauben es nicht, das Bestellsy­stem umzustellen. Dennoch wird man weiterhin einige Gerichte bar bezahlen können. Dabei sei die Problematik, gab Mack zu, dass die Eltern natürlich nicht wissen, wohin ihre Kinder das Geld tragen. "Letztendlich entscheiden die Schüler das ohnehin mit den Füßen. Entweder sie gehen hin oder eben nicht", erklärt er.

Im Rahmen der Diskussion über die Schulmensa in Rottweil kamen auch Hinweise über die Planung einer Mensa für die Erich-Hauser-Gewerbeschule und die Nell-Breuning-Schule. Gerald Kramer, Dezernent für Steuerung, Verwaltung, Schulen und Straßen bei der Kreisverwaltung, entschärfte diese. "Beim Anbau an das Berufsschulzentrum geht es lediglich um eine Erweiterung des Ess- und Aufenthaltsbereichs. Wir befinden uns momentan in der Vorplanung, aber eine Einrichtung im Stil der Mensa wird es nicht geben", erklärt er. Es handele sich eher um Imbissgelegenheiten – Gerichte, die angeliefert und nicht vor Ort gekocht würden. Außerdem sei es wichtig, dass die Räumlichkeiten multifunktionell blieben.