Intercity-Doppelstockzüge (Dosto) sollen ab Dezember 2017 auf der Gäubahn zwischen Stuttgart und Singen auch den Nahverkehr bedienen. Foto: DB

Gäubahn soll Nagold, Freudenstadt, Eutingen und Rottenburg bald im Stundentakt anfahren.

Kreis Rottweil - Die Gäubahn zwischen Singen und Stuttgart so in der Spur zu halten, dass sie für alle Nutzer attraktiv ist, zeigt sich als ein Unterfangen, bei dem es, wie mehrfach berichtet, viele Hemmschwellen gibt.

Bis zur Fertigstellung von Stuttgart 21 sollte ein sogenanntes Interimskonzept deutliche Verbesserungen für die Gäubahn bringen. Nachdem aber vor Ort teilweise Probleme hinsichtlich günstiger Verkehrsanbindungen erkannt wurden, macht das Konzept "Interim Plus" in Beratungen entlang der Gäubahn die Runde mit dem Tenor, dass die darin enthaltenen Vorgaben unter dem Strich zunächst einmal am gewinnbringendsten für alle Bahnnutzer zu Buche schlagen.

So soll zum Beispiel für Nagold, Freudenstadt, Eutingen und Rottenburg eine stündliche umsteigefreie Verbindung nach Stuttgart ermöglicht werden. Oberndorf und Sulz sollen doch nahezu einen Stundentakt erhalten können. Eine Umsetzung ist frühestens ab Dezember 2017 zu erwarten, zumal es bezüglich Wirtschaftlichkeit und Fahrbarkeit weiterer eingehender Prüfungen bedarf.

Dem von Nahverkehrsberater Uli Grosse angestoßenen Interim-Plus-Konzept wurde gestern auch vom Rottweiler Kreistag viel Anerkennung zuteil. Kreisrat Hermann Acker (FWV) konstatierte Vorteile für alle und lobte die Solidarität, mit der in den Kommunen das Vorhaben unterstützt werde. Eberhard Pietsch (CDU) verwies auf die Bahnanbindung in Oberndorf, die – wenn gut funktionierend – auch für den Schramberger Raum einen wichtigen Stellenwert habe.

Gestern gab es im Rottweiler Kreistag auch die Überlegung, ob das Verkehrsministerium nicht zusätzliches Engagement bei der Förderung von Gäubahn-/Ringzugverbindungen zeigen müsse, sollte sich durch positive Fahrgastzahlen aus der Interim-Plus-Lösung die bisher errechneten Kosten für das Land wegen sinkender Regionalisierungsmittel verringern.

Der Kreis Rottweil beteiligt sich an den Planungsarbeiten für das Konzept "Interim Plus" bisher mit 12.500 Euro. Oberndorf und Sulz wollen Kosten in gleicher Höhe wie der Landkreis übernehmen.

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