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Rottweil Kotting-Uhl: Da geht es nur ums Geld

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Unter anderem diskutiertem Jochen Schwarz (von links), Sylvia Kotting-Uhl und Bernward Janzig über die Laufzeitverlängerung für Atomkraftwerke. Foto: Könninger Foto: Schwarzwälder-Bote

Von Klaus Könninger

Rottweil. Beinahe komplett besetzt war der Große Saal im Alten Gymnasium, als eine Expertenrunde am Freitagabend über die Laufzeitverlängerung für Atomkraftwerke diskutierte.

Auf Einladung des Arbeitskreises Klimaschutz der Lokalen Agenda 21 Rottweil moderierte der freie "Energie-Journalist" Bernward Janzig das Podium. Es diskutierten: offensiv Sylvia Kotting-Uhl als grüne Bundestagsabgeordnete, von seiner Botschaft überzeugt und optimistisch Bene Müller als Solarunternehmer, routiniert Manfred Haberzettel als EnBW-Manager und um Vermittlung der Positionen bemüht Jochen Schwarz, Zweitkandidat der CDU für den Landtag.

Konzernrepräsentant Haberzettel freut sich über die "Planungs- und Versorgungssicherheit" durch die durchschnittlich zwölf Jahre Laufzeitverlängerung. Schließlich würden die erneuerbaren Energien bis 2030 nur einen Anteil von 30 bis 40 Prozent erreichen können. Damit drohe eine Energielücke. Auch hätten die vier Energiekonzerne nie den von Rot-Grün beschlossenen Atomkonsens gebrochen. Von Anfang an habe man betont, mit einer schwarz-gelben Regierung auf den Ausstieg aus dem Ausstieg hinzuarbeiten.

Klimaschutzziele könne man nur mit Atomkraftwerken erreichen, da diese keine CO2-Emissionen verursachten. Die von den Grünen bevorzugten Gaskraftwerke seien da im Nachteil.

Selbstverständlich werde man in zusätzliche Sicherheitsmaßnahmen investieren, um die bis zu 40 Jahre alten Reaktoren für den längeren Betrieb zu ertüchtigen. Ganz andere Szenarien stellte Bene Müller von der "solarcomplex AG" in Singen vor. Bis 2020 verheißt er einen Anteil von 50 Prozent an regenerativen Energien, bis 2030 soll sich die Bodenseeregion fast vollständig mit Strom aus Sonne, Wind und Wasser versorgen können. Mit dem Herunterrechnen der Potenziale von regenerierbarer Energie und der Laufzeitverlängerung blockierten Energieversorger und Regierung Innovationen, Investitionen und schließlich die Netzkapazitäten. Atomkraftwerke seien heute eine Blockadetechnologie und keine Brückentechnologie.

Auch die atompolitische Sprecherin der Bundestagsfraktion Bündnis 90/Die Grünen hieb in diese Kerbe. Schon heute sei nicht zu wenig, sondern zu viel Energie im Netz.

Deutschland exportiere mehr Strom, als dass es einkaufe. Die ausgehandelten Restarbeitsmengen für die 17 aktiven Atomkraftwerke würden den Markt sperren für regenerative Energien. "Es geht um die Erhaltung zentraler Strukturen, da geht es nur ums Geld", so wandte sich Kotting-Uhl gegen das "Schreckgespenst Versorgungslücke". Die Verdreifachung des Atommülls bei ungelöster Entsorgungsproblematik sowie die Zunahme von Störfällen sprächen ebenso gegen die Laufzeitverlängerung.

Jochen Schwarz (CDU) verteidigte die Beschlüsse der schwarz-gelben Koalition. Versorgungssicherheit gebe es nur mit der Laufzeitverlängerung. Allerdings dürfe die Aufhebung des Atomkonsenses nicht den demokratischen Konsens der gesamten Gesellschaft zerbrechen.

Dass die inhaltsreiche Diskussion auf Expertenebene zuweilen über die Köpfe des Publikums hinweg brauste, demonstrierten die nur spärlich auftretenden Zuschauerfragen. Insbesondere das deutlich erhöhte Leukämierisiko für Kinder in der Nähe von Atomkraftwerken interessierte. Kotting-Uhl wies da auf eine anerkannte Studie hin, welche die signifikante Häufung zwar statistisch nachwies, aber die medizinische Auswirkung der Nahstrahlung auf die menschlichen Zellen nicht erklärt.

 
 

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