Experten beantworten beim Aktionstag zahlreiche Fragen / Individuelle Therapie nötig
Rottweil. Anlässlich des Europäischen Kopfschmerz- und Migränetages führten das Gesundheitsamt Rottweil unter der Leitung von Petra Sostak und die Neurologie des Vinzenz-von-Paul-Klinikums unter Leitung von Klaus Dieter Neher Informationsveranstaltungen durch.Neben einem Infostand im Landratsamt wurde auch eine individuelle telefonische Beratung angeboten. Das rege Interesse bestätigte die Bedeutung des Themas.
Fachleute unterscheiden mehr als 200 verschiedene Formen von Kopfschmerzen. Zu den häufigsten gehören die Migräne und der Spannungskopfschmerz. Frauen sind deutlich häufiger betroffen, als Männer. Wichtig sei, so war zu erfahren, den Kopfschmerz richtig einzuteilen. Um eine genaue Zuordnung treffen zu können, sei es sinnvoll, dass der Betroffene einen Kopfschmerzkalender führt, wie er am Stand im Landratsamt verteilt wurde.
Die bei der Aktion gestellten Fragen bezogen sich hauptsächlich auf das Krankheitsbild der Migräne und deren Therapiemöglichkeiten. Hier stehen mehrere Möglichkeiten offen. Neben den gängigen und freiverkäuflichen Schmerzmitteln, die teilweise in Kombination mit anderen Substanzen, wie Coffein angeboten werden, gibt es für die Attackenbehandlung auch migränespezifische Substanzen. Diese sogenannten Triptane sind zum Teil auch ohne Rezept in der Apotheke erhältlich, unterscheiden sich in ihrer in Verträglichkeit und Wirkweise aber erheblich. Es sollte daher unter Berücksichtigung von Risikofaktoren und Gegenanzeigen das individuell am besten passende Präparat gewählt werden, damit die Substanzen ihren vollen Nutzen entfalten können.
Insgesamt sollte die Therapie für den Einzelfall angepasst werden, so der Rat. Besonderes Augenmerk müsse auf die Tatsache gerichtet werden, dass Schmerzmittel und Triptane bei falschem Gebrauch paradoxerweise selbst Schmerzen auslösen können. Hellhörig machen sollte hierbei eine zunehmende Kopfschmerzhäufigkeit bei ständig steigender Schmerzmitteleinnahme. Der Arzt kann bei häufigen Migräneattacken auch eine Prophylaxe mit anderen Medikamenten durchführen.
Allgemein ist Migränepatienten ein ausbalancierter Lebensstil zu empfehlen sowie regelmäßiger Ausdauersport und Entspannungsübung