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Rottweil Kinderbetreuung bleibt eine Herausforderung

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Seit Montag dürfen wieder viele Kinder zurück in ihre Kitas. (Symbolfoto) Foto: Büttner

Rottweil - Seit Montag läuft in den Kindergärten der eingeschränkte Regelbetrieb. Das bedeutet: Grundsätzlich können wieder mehr Kinder in ihre Einrichtungen zurückkehren. Wie sieht es aber in der Praxis aus?

Die Gesamtsituation erklärt der städtische Fachbereichsleiter Bernd Pfaff: "Die Zahlen der Kinder aus der Notbetreuung und dem eingeschränkten Regelbetrieb unterscheiden sich von Einrichtung zu Einrichtung. Daher muss auch der Modus des eingeschränkten Regelbetriebs auf die jeweilige Einrichtung individuell angepasst werden, um die derzeit maximal zulässigen 50 Prozent möglichst voll auszuschöpfen." So gebe es Einrichtungen, die bereits mit der Notbetreuung zu 50 Prozent ausgelastet sind – ein ergänzender eingeschränkter Regelbetrieb sei dort nicht mehr möglich. Das betrifft laut Pfaff vor allem einige städtische U3-Einrichtungen.

Siehe auch: Hoffnungsschimmer für Kindergartenkinder und Eltern

"Auf der anderen Seite haben wir Einrichtungen, die im Rahmen der Notbetreuung eine sehr geringe Auslastung verzeichnen und daher vergleichsweise viele Kinder vom eingeschränkten Regelbetrieb profitieren können", erläutert er weiter. Dort findet die Betreuung wochenweise statt. In den Einrichtungen mit einer mittleren Auslastung bei der Notbetreuung werden die Kinder tageweise auf die verbleibenden Plätze verteilt.

Vorschüler im Fokus

Auch die anderen Kindergartenträger in Rottweil stellt die aktuelle Situation vor enorme Herausforderungen. 50 Prozent der erlaubten Plätze werden in den meisten katholischen Kindergärten in Rottweil betreut, berichtet Gesamtkirchenpfleger Andreas Schmötzer. Er räumt aber ein, dass "durch örtliche Gegebenheiten oder Personalengpässe diese 50-Prozent-Quote zum Teil nicht ganz erreicht werden kann".

Umgesetzt werden verschiedene Modelle. "Es gibt das Blockmodell, bei dem die Betreuung wochenweise stattfindet, es gibt aber auch das Modell der Zuteilung von Betreuungstagen innerhalb einer Woche", erklärt Schmötzer. In allen Einrichtungen wurde versucht, betont er, die Vorschüler stärker in den Angeboten zu berücksichtigen.

Aufnahmen und Eingewöhnungen von neuen Kindern finden in den katholischen Kindergärten nur dann statt, wenn ein Anspruch der Eltern auf Notbetreuung besteht und der Platz im Vorfeld schon an dieses Kind vergeben wurde, informiert der Gesamtkirchenpfleger.

Mit Besonnenheit agieren

Auch in den drei evangelischen Einrichtungen sind die Umsetzungskonzepte von jeweiligen Rahmenbedingungen abhängig. "Bei der erweiterten Notbetreuung haben bereits viele Eltern, die Präsenzpflicht haben, ihre Kinder angemeldet", weiß Kirchenpflegerin Vera Poldafit. Eine weitere Herausforderung: "Da einige Erzieher der Risikogruppe angehören, steht nicht das komplette Personal zur Verfügung. Kurzfristig andere qualifizierte Fachkräfte zu bekommen, ist Utopie. Der Markt ist leer gefegt", sagt Poldafit.

Sie macht klar: "Ich habe vollstes Verständnis für die Eltern, aber wir kommen an unsere Grenzen." Eingewöhnungen finden in den evangelischen Kindergärten derzeit nicht statt. "Aus Hygienegründen sollen wir keine Eltern in der Einrichtung haben", erläutert die Kirchenpflegerin.

Sie betont: "Wir arbeiten von Tag zu Tag daran, möglichst vielen Kindern den Besuch des Kindergartens oder der Krippe zu ermöglichen. Aber wir haben derzeit keinen Normalzustand." Es sei ein Spagat, die Bedürfnisse der Kinder und der Familien mit den Hygieneregeln unter einen Hut zu bringen. "Auch wenn es in vielen Bereichen Lockerungen gibt – wir müssen mit Besonnenheit agieren", ist Poldafit überzeugt.

Eltern sind geduldig

Im Waldorfkindergarten "Schwalbennest" in Göllsdorf wurde laut Koordinatorin Kathrin Neumann ein rollierendes System eingeführt, bei dem die meisten Kinder zwei oder drei Tage in der Woche betreut werden können. "Unsere Eltern waren und sind immer noch sehr zurückhaltend und sehr geduldig", lobt Neumann. Die allermeisten Kinder kehren erst nach den Pfingstferien in die Einrichtung zurück. "Mit dem Personal kriegen wir es gut hin", stellt sie fest.

Viel Zeit und Kraft koste allerdings die Koordinationsarbeit. "Wir verbringen Stunden am Telefon, sammeln Informationen, beruhigen die Eltern, tauschen uns aus", schildert Neumann. Einen positiven Aspekt findet sie dennoch: "Wir sind ein Verein. Und es ist schön, in dieser Krise die Gemeinschaft so stark zu spüren."

Entlastung Ende Juni?

"Das, was in den einzelnen Einrichtungen vor Ort derzeit geleistet wird, verdient große Anerkennung", betont Bürgermeister Christian Ruf. Er weiß, dass auch die Familien vor großen Herausforderungen stehen. "Die Kultusministerin hat mittlerweile angekündigt, Ende Juni wieder zum regulären Betrieb zurückkehren zu wollen. Damit wäre für die Eltern eine deutliche Entlastung in Sicht und für die Kinder ein großer Schritt in Richtung Normalität gemacht", sagt Ruf.

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