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Rottweil Kaninchen in Plastiktüte ausgesetzt

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Das junge Kaninchen ist heute gesund und hat seine neue Familie gefunden. Foto: Facebook

Kreis Rottweil - In eine Plastiktüte gesteckt, in einen Karton gepackt und die Klappe zugemacht. Bittere Realität für ein Kaninchen, das vor einem Supermarkt in Rottweil im Gebüsch entsorgt wurde. Glücklicherweise kam sein Weihnachtswunder rechtzeitig vorbei.

Seine Retterin: Eine Frau aus Zimmern fand das junge Kaninchen an Heiligmorgen. "Ich wollte nur noch ein paar Erledigungen machen", erzählt sie im Gespräch mit dem Schwarzwälder Boten. Den Karton hatte sie bereits auf dem Weg zum Supermarkt entdeckt, er lag in einem Gebüsch. "Ich dachte, da hätte wieder jemand seinen Müll abgeladen", erklärt die Frau und ging erst einkaufen.

"Da brach ich einfach in Tränen aus"

Als sie zurückkehrte, fiel ihr etwas von den Besorgungen herunter: "Da habe ich Geräusche gehört und gesehen, dass sich der Karton bewegt", sagt sie. "Ich hatte vielleicht Herzrasen." Sie öffnete den Karton und darin befand sich eine Plastiktüte. Sie riss sie auf und da schaute ihr ein zarter flauschiger Kopf entgegen: "Da sah ich das kleine Kaninchen und brach einfach nur in Tränen aus."

Die Retterin nahm das jungen Kaninchen mit nach Hause und päppelte es auf: "Er trinkt, isst und hoppelt freudig herum", erzählt sie glücklich. Am Freitagmorgen meldete sie sich beim Tierheim Rottweil, da sie am Dienstag niemanden mehr erreichen konnte. "Sie waren erleichtert, dass es einen guten Platz gefunden hat", sagt sie. Am Freitagmittag ging die Frau mit dem Kaninchen zur Untersuchung ins Tierheim, wo man es noch mal durchcheckte, das Geschlecht und Alter bestimmte. "Ich habe schon drei Hasen, momentan lebt er noch in einem eigenen Käfig", erklärt sie. "Wir sind jetzt sein neues Zuhause."

Fund ist meldepflichtig

Die Tierfreundin hat bereits Anzeige bei der Polizei in Rottweil erstattet, da auf dem Karton, in dem sich das Kaninchen befand, ein Etikett mit einem Nachnamen klebte. "Ob es wirklich der war, der auf dem Etikett stand, wissen wir noch nicht", sagt die Frau aus Zimmern. "Mein Sohn hatte den Vorfall in einer Facebook-Gruppe gepostet, dann habe ich einen dubiosen Anruf erhalten."

In diesem wird ihr anonym erklärt, dass das Kaninchen ein Weihnachtsgeschenk sein sollte und sich am Morgen leblos im Käfig befand, weshalb man es begraben wollte. "Die wollten sich eben rausreden, warum sollten sie es vor den Supermarkt werfen?" Die Retterin bat die Person, sich bei der Polizei zu melden und sagte, sie würde "einen Teufel tun", das Tier zurückzugeben oder die Anzeige zurückzuziehen.

"Ein Hase hat es nicht geschafft."

Nicht nur das junge Kaninchen erleidet ein solches Schicksal. Das Tierheim Rottweil berichtet oft über solche Vorfälle, bei denen Tiere ausgesetzt werden. "Erst mal freuen wir uns, dass das Tier ein gutes Zuhause gefunden hat", sagt Vanessa Schreiber, die seit zwei Jahren im Tierheim arbeitet. "Vor kurzem wurden eine Hündin vor unserer Türe angeleint und drei Kaninchen im Karton abgestellt. Ein Hase hat es nicht geschafft."

Momentan sei die Aussetzrate nicht sonderlich hoch: "Die meisten Leute behalten die Tiere bis zum Sommer", erklärt Schreiber. Dann werde den Besitzern oft klar, dass es nicht so leicht ist Urlaub mit Tieren zu machen und geben sie ab.

Wenig Interesse seitens der Polizei

"Wenn ein Tier gefunden wird, muss es uns gemeldet werden, sonst ist es eine Straftat, auch Aussetzen ist eine", betont Schreiber. "Wir bringen das immer zur Anzeige, aber die Polizei interessiert das kaum. Je kleiner das Tier ist, desto weniger ist deren Interesse dafür."

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Armin Schulz

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