Viele Jäger wehren sich gegen das neue Jagdgesetzt. (Symbolfoto) Foto: Kästle

Jäger fordern Änderungen. Hegeringleiter klagt Aden Leid. Die Bejagung wird schwieriger.

Kreis Rottweil - Das neue Jagd- und Wildtiermanagement-Gesetz, das die grün-rote Landesregierung auf den Weg gebracht hat und das seit April 2015 in Kraft ist, stößt vielen Jägern und Jagdverbänden sauer auf. So auch dem Hegering Rottweil, wie Hegeringleiter Otmar Riedmüller im Gespräch mit dem FDP-Landtagskandidaten Gerhard Aden kundtut.

Riedmüller ist nicht nur Chef der Rottweiler Kreisjägervereinigung, sondern selbst Jagdpächter in Zimmern-Stetten. Sein Revier ist 720 Hektar groß, 210 Hektar davon sind Wald. Er teilt sich das Revier mit drei weiteren Jägern. Er weiß also wovon er spricht und er bekommt tagtäglich auch den Unmut seiner Kollegen im Kreis zu hören.

Im Vorfeld der Landtagswahl hat der Landesjagdverband sogenannte Wahlprüfsteine an die jeweiligen Parteien versendet, denn aus Sicht der Jäger ist das neue Gesetz, so wie es ist, nicht tragbar. Die Jäger fordern Änderungen, das macht Riedmüller Aden deutlich. Aden, selbst im Besitz eines Jagdscheins, zeigt Verständnis.

Die Freien Demokraten wollen im Falle einer Regierungsbeteiligung innerhalb des Arbeitsprogramms für die ersten 100 Tage Entbürokratisierungen vornehmen und Gesetzesänderungen auf den Weg bringen. Bei einem Rundgang durch das Revier schilderte Riedmüller Aden die Probleme. Das Schwarzwild bereitet den Jägern seit Jahren Schwierigkeiten.

Die Bestände werden immer größer. Die Bejagung, vor allem in schneearmen Wintern, wird schwieriger. Die Regelung der allgemeinen Jagdruhe kommt dann noch erschwerend hinzu.

Die FDP lehnt diese Regelung mit Blick auf eine wirksame Bejagung ab. Auch der Luchs soll wieder in den heimischen Wäldern Einzug halten. Der Landesjagdverband begrüßt es, wenn der Luchs freiwillig kommt. Ein Auswilderungsprojekt befürwortet der Verband nicht. Die FDP lehne eine gezielte Wiederansiedlung des Luchses durch den Menschen ebenfalls ab, betont Gerhard Aden.

Ein zentraler Punkt für die Jäger ist das Waffenrecht, das durch die Terroranschläge von Paris wieder in den Fokus gerückt ist. Eine Verschärfung des Waffenrechts, so wie es die EU vorsieht, bedeute eine weitere Hürde und Gängelung der Jägerschaft, sagt Riedmüller. Die Arbeit werde durch derlei Forderungen weiter erschwert. Aden versicherte ihm, dass die FDP eine weitere Verschärfung des Waffenrechts ablehne und den Plänen der EU nicht zustimmen werde. Und noch eine weitere gute Nachricht hatte er für den Kreisjägermeister parat. Die FDP habe sich auf die Fahne geschrieben, die Jagdsteuer endgültig zu streichen. Doch nun gelte es am 13. März erst einmal gut abzuschneiden. "Die FDP verspürt Rückenwind. Wir sind überzeugt, dass wir mit dabei sind", so Aden.

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