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Rottweil In diesem Stück geht wahrlich viel zu Bruch

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Böses Erwachen: Das tödliche rauschhafte Spiel mischt die Karten für alle Beteiligten neu. Am Zimmertheater sind Patrick Hellenbrand und Arwid Klaws derzeit in "Stones" zu sehen. Foto: Schnekenburger Foto: Schwarzwälder-Bote

Von Bodo Schnekenburger

Rottweil. Manchmal ist es mit Leitmotiven so eine Sache. Sie können Anpassung fordern oder zu aufwendigen Erklärungen verbiegen. Auch ein Spielzeitmotto, obschon vorsichtig als Idee formuliert, könnte solches mit sich bringen. Hat es bis jetzt beim Zimmertheater freilich nicht getan, und auch das neue Stück, vor allem an Jugendliche adressiert, fügt sich zwanglos ins Thema "BruchSTÜCKE". Tatsächlich geht viel zu Bruch in "Stones": eine Kindheit, mehr als ein Leben und auch die Bruchstücke, die sich zu Antworten auf die Fragen nach Verantwortung, Gerechtigkeit und Sühne fügen sollen, kann das Stück nicht kitten.

Dass "Stones" in der Inszenierung von Katja Lillih Leinenweber nicht nur Jugendliche ansprechen und auffordern würde, hatte sich bereits bei der offenen Probe angedeutet – und sollte sich auch beim formal doch eher weniger jugendlichen Premierenpublikum zeigen. Leinenweber fordert ein hohes Tempo, findet aber gleichzeitig einen Rhythmus, der die Bilderfolge nicht atemlos werden lässt. Mit Zäsuren geht sie sparsam um, was deren Effekt deutlich stärkt. Musik- und Lichtdramaturgie sind stark, aber durchaus stimmig – und notwendig, um Patrick Hellenbrand und Arwid Klaws in der Wahrnehmung richtig zu verorten. Denn die beiden Schauspieler haben nicht nur denkbar unterschiedliche Rollen auf den Punkt abzurufen, sondern müssen, bedingt durch das Tempo, bei manchem Wechsel quasi im Handumdrehen umschalten.

Leinenweber hat die Bedingungen dafür hervorragend gestaltet. Dennoch müssen Klaws und Hellenbrand sich mächtig ins Zeug legen. Mal als Jugendliche, die über kriminelle Zeitvertreib den Kick suchen und durch einen von ihnen versuchten tödlichen Unfall ein böses Erwachen erleben, dann wieder als Polizeibeamte, die im Team routiniert und ritualisiert ihr Programm abarbeiten und sich in der Freizeit über Gerechtigkeit in die Wolle kriegen. Das geht natürlich auch über die Sprache und Kleidung, doch es sind die vielen Kleinigkeiten in Bewegung und Haltung, die die Zuordnung ausmachen. Und es sind Kleinigkeiten, die zudem noch verändert werden. Denn die Personen kommen aus dem Stück nicht ungeschoren heraus. Sie verändern sich, und auch das gelingt auf der Bühne erstaunlich sicher. Und noch etwas beeindruckt: Wie das Laute, Unbefangene, das – natürlich verbotene – Abenteuer, das immer wieder mit humorigen Pointen gebrochen wird, einer Betroffenheit, die fast beklemmend wirken kann, weicht, ist ein starkes Stück.

Die nächsten Vorstellungen sind am Freitag, 15., und Samstag, 16. April, ab 20 Uhr.

 
 

Ihre Redaktion vor Ort Rottweil

Armin Schulz

Fax: 0741 5318-50

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