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Rottweil "Ich liebe den Geruch nach Film"

Von
Cutterin Andrea Wenzler (Zweite von links) stammt aus Rottweil und ist jetzt in Berlin tätig. Hier ist sie als Gast bei den Biberacher Filmfestspielen zu sehen. Rechts daneben sind Jeanine Meerapfel und Hans W. Geißendörfer. Alle drei sind maßgeblich beteiligt an der Produktion des Films "Der deutsche Freund". Foto: Biberacher Filmfestspiele/Kliebhan Foto: Schwarzwälder-Bote

Von Denise Palik Rottweil. Andrea Wenzler, die in Berlin als Editorin tätig ist, aber ursprünglich aus Rottweil kommt, war als Cutterin an der Produktion des derzeit in den Kinos laufenden Films "Der deutsche Freund" beteiligt.

"Zur Filmmontage kam ich als junge Frau durch meinen damaligen Freund", erzählt die 51-jährige Andrea Wenzler. Dieser habe zu der Zeit an der Deutschen Film-und Fernsehakademie Berlin (DFFB) studiert und sie habe zusätzlich zu ihrem Studium in Romanistik und Theaterwissenschaften auch dort einige Kurse belegt. Dadurch habe sie die Cutterin Esther Dayan-Ulivelli kennengelernt, die eine Assistentin suchte. Durch Glück sei sie ausgewählt worden und somit eine Quereinsteigerin gewesen.

"Ich liebte es, in den Schneideraum zu gehen, liebte den Geruch des Filmmaterials, das Geräusch des Schneidetisches, wenn er lief, die Filmrollen und -dosen, aber vor allem das Handwerk, damals noch mit richtigem Filmmaterial", schwärmt Wenzler. Natürlich mache ihr Beruf auch heute noch Spaß, aber dadurch, dass heute alles digital verarbeitet werde, habe er einen Teil seines Charmes und seiner Ehre verloren.

Weitere Assistenzen machte Andrea Wenzler bei Thorsten Näter und Juliane Lorenz und fing parallel selbst an zu schneiden, zum Beispiel die Filme "Retouche" und "Amaurose". Dann habe sie Jeanine Meerapfel, die Regisseurin des aktuellen Films "Der deutsche Freund", kennen gelernt und mit ihr arbeite sie bis heute zusammen, außerdem ist sie die Cutterin vieler Folgen von "Siebenstein", "Löwenzahn" und "Beutolomäus".

Doch was macht eine Cutterin genau? "Man muss sich das so vorstellen: Ich bekomme das ganze Filmmaterial, meist parallel zu den Dreharbeiten, und schaue mir zuerst einmal alles an. Dann überlege ich, was soll erzählt werden, was transportiert das Material und anschließend montiere ich die Bilder zusammen, wähle aus, welche Einstellungen ich am gelungensten finde, welche Blicke und Reaktionen mir am besten gefallen", erklärt die Fachfrau ihre Arbeit. Es gebe kein bestimmtes Muster, nach dem sie arbeite, aber die einzelnen Einstellungen müssten ineinandergreifen und das Essenzielle müsse herausgearbeitet werden, dann sei ein Film gut geschnitten.

"Die Montage eines Filmes ist wichtig, weil durch sie das Timing und der Rhythmus entstehen. Mein Beruf bedeutet nicht nur, die schlechten Sachen rausschneiden, nein, man strukturiert den Film in seinem Ablauf und muss dabei ein Gefühl erzeugen. Das ist die Kunst", so Andrea Wenzler. Wenn sie den Rohschnitt fertig hat, setzt sie sich mit der Regie zusammen und dann wird so lange daran herumgebastelt, bis das Optimale herausgeholt ist.

Das Interessante an ihrem Beruf ist laut Andrea Wenzler, dass man Einfluss auf das Erzählen einer Geschichte und ihre Dramaturgie hat und dazu beitragen kann, dass sie gut erzählt wird.

"Als Editorin braucht man ein gutes Rhythmusgefühl, ein großes optisches Gedächtnis, weil man immer den Überblick über das gesamte Material haben muss, man braucht Ideen, Einfühlungsvermögen und dramaturgisches Können", fasst Wenzler die Voraussetzungen für den Beruf des Editors zusammen.

Auf die Frage, welcher ihrer geschnittenen Filme ihr "Lieblingsfilm" sei, zögert sie. "Eigentlich kann man die einzelnen Filme nicht miteinander vergleichen. Aber zum Beispiel bei "Pussière d’ámour" und "Wer sich nicht wehrt, kann nicht gewinnen" finde ich, ist mir die Verstrickung der einzelnen Einstellungen besonders gut gelungen", meint Andrea Wenzler bescheiden.

Wenn man mit ihr spricht, merkt man deutlich, dass der Beruf der Cutterin genau das Richtige für sie ist. Das bestätigt Andrea Wenzler auch ohne Einwände: "Jeder Film ist anders und braucht seine eigene Pflege und Erzählweise. Das ist jedes Mal aufs Neue eine Herausforderung. Mir wird nie langweilig."

 
 

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