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Rottweil Hunderte wollen Svenja Ketterer helfen

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Die DKMS-Mitarbeiterin Olesia Schweizer (von links), Anja Banholzer, Svenjas Schwester Anika Ketterer und Ralf Banholzer freuen sich über die rege Anteilnahme. Foto: Kimmich

Rottweil - Seit der Diagnose Blutkrebs bei Svenja Ketterer steht in ihrer Familie das Leben auf dem Kopf. Damit sie schnellstmöglich wieder gesund wird, fand nun eine Registrierungsaktion statt.

Das Ehepaar Ralf und Anja Banholzer, gute Freunde der Familie, wollte der erkrankten 13-Jährigen helfen und hätte selbst nicht erwartet, dass daraus eine derart große Aktion werden würde. Sofort griffen der TSV, das Leibniz-Gymnasium und viele weitere Menschen, die Ketterer zum Teil nicht einmal kennen, unter die Arme.

Die Warteschlange brach sich im Kapuziner Bahn, Mitarbeiter der DKMS wiesen Plätze zu und standen für Fragen zu Verfügung, darunter auch Bürgermeister Christian Ruf, der sich registrieren ließ: "Es freut mich, dass die Aktion so großen Zulauf findet. Mit einem kleinen Beitrag kann man unter Umständen ganz Großes erreichen."

"Sie kämpft und will zurück ins Leben"

Roland Ketterer, Svenjas Vater, fand die Grußworte nur mit brüchiger Stimme, war er doch so von der Anteilnahme gerührt. Und auch Ketterers Trainer Bernd Müller aus dem Turnverein erklärte emotional: "Svenja wirkt immer so positiv auf die Gruppe mit ihrer lebensbejahenden Art, sie hat so eine positive Ausstrahlung. Sie packt das." Anja Banholzer beschrieb die 13-Jährige ähnlich: "Sie ist sozial, hilfsbereit und tierlieb. Ihr großer Wunsch ist es, mit ihrer Freundin eine Confiserie zu eröffnen. Aktuell hat sie die zweite Chemotherapie hinter sich. Es geht ihr den Umständen entsprechend relativ gut, sie kämpft und will zurück ins Leben."

Bereits knapp zwei Stunden nach Beginn der Registrierungen wurden 419 potenzielle Spender vor Ort aufgenommen. Dazu kämen noch 180 Personen, die sich online resgistrieren ließen. Das ist auch nach der Aktion unter www.DKMS.de noch möglich. Dadurch kann man sich ein Stäbchen für den Abstrich an der Wangenschleimhaut zukommen lassen.

Olesia Schweizer, DKMS- Mitarbeiterin, fungierte als Veranstaltungskoordinatorin und stand für jegliche Fragen bereit. Laut Schweizer werden in den Abstrichen zwölf Gewebemerkmale und der Rhesusfaktor ermittelt.

Ziel: möglichst hohe Übereinstimmung

Das Ziel sei eine möglichst hohe Übereinstimmung zwischen den Daten des Spenders und des Empfängers, um eine Abstoßungsreaktion zu vermeiden.

In Deutschland liege die Chance, einen passenden Spender zu finden, bei neun zu zehn. Demnach finde laut Schweizer einer von zehn Erkrankten in Deutschland keinen Spender.

Svenja Lampl aus Bondorf bei Böblingen war ebenfalls zugegen, um Informationen aus erster Hand zu geben. Sie wurde vergangenes Jahr zur Stammzellenspenderin. Seit zehn Jahren sei sie registriert und habe 2018 einen Anruf der DKMS erhalten, sie käme als Spenderin in Frage. Lampl habe sich für eine fünftägige Medikamenteneinnahme entschieden, damit sich die Stammzellen vermehren, um diese dann, ähnlich wie bei der Dialyse, aus dem Blut filtern zu lassen. "Die Menschen lassen sich registrieren und bekommen unter Umständen Angst davor, was passiert, wenn der Anruf kommt. Ich bin hier, um aufzuklären und die Ängste zu nehmen. Es ist kein großer Akt", erzählt die 28-Jährige.

Svenja Ketterer warte inzwischen auf die dritte Chemotherapie Ende November und hoffe, dass sich ein passender Spender finde. Schließlich müsse sie noch eine Confiserie eröffnen.

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