Die beiden Sozialpädagoginnen Irina Diener-Kischenko und Corina Stollbert sind bei der "Donum vitae"-Einrichtung zusammen mit Sekretärin Rita Weber (von links) die Ansprechpartnerinnen. Foto: Donum vitae Foto: Schwarzwälder-Bote

"Donum vitae" legt Jahresbericht vor / Vertrauliche Geburt möglich

Kreis Rottweil. Bei der Schwangerschaftsberatungsstelle "Donum vitae" Kreisverband Rottweil war das Jahr 2014 – wie der Jahresbericht zeigt – nicht nur von intensiver Beratungsarbeit geprägt. Neben Präventionsaufgaben machten auch Änderungen infolge neuer Gesetze und Richtlinien erheblich zu schaffen. Durch Unterstützung und Beratung seien bei mit einer Schwangerschaft verbundenen seelischen und finanziellen Belastungen wichtige Hilfen geleistet worden. 313 Gespräche wurden mit 243 Frauen geführt – oft gemeinsam mit Partnern oder Angehörigen. Die Zahl der Konfliktberatungen mit 109 (Vorjahr 110) ist fast gleich geblieben. Bei der allgemeinen Schwangerenberatung (nach Paragraph 2 SchKG) ging die Zahl der Erstberatungen auf 89 gegenüber 98 im Vorjahr leicht zurück. Mehrarbeit brachten vor allem mehr individuelle Betreuung und die Unter-stützung bei der Hilfe zum Ausfüllen "von immer komplizierter werdenden Anträgen auf Arbeitslosengeld II, Unterstützungen, Elterngeld und ähnliche Staatsleistungen", wird beim Verband betont. Durch 48 Anträgen an Stiftungen und Unterstützungsstellen seien für 33 065 Euro Hilfen vermittelt worden. Bei der "Bundesstiftung Mutter und Kind – Schutz des ungeborenen Lebens" wurde zwar der Höchstförderbetrag von 1200 auf 1000 Euro gesenkt, durch eine deutliche Anhebung der Einkommensgrenzen kommen mehr bedürftige Schwangere in den Genuss einer Unterstützung.

 

Erfolgreich arbeite Donum vitae auch bei der Prävention in Schulen und Jugendgruppen. 2014 habe man bei zwölf Veranstaltungen 432 Jugendlichen Lebenshilfen vermitteln können. Themen wie körperliche und seelische Veränderungen in der Pubertät, Körperhygiene, Liebe, Freundschaft, Sexualität, Verhütung wurden aufgegriffen, um zu einem verantwortungsvollen Umgang mit dem eigenen und dem anderen Geschlecht zu ermuntern. "Entsprechend ihrer sensiblen Lebensphase der Selbstfindung sollen in geschützter Atmosphäre Jugendliche ihre Erfahrungen und Wünsche ansprechen und Fragen stellen können und dabei Verständnis, Unterstützung und Begleitung erfahren", heißt es beim Verband.

Das seit 1. Mai 2014 geltende Gesetz des Rechts auf "vertrauliche Geburt" ermöglicht Schwangeren, ihr Baby zu entbinden, ohne ihre Daten öffentlich Preis zu geben und das Kind adoptieren zu lassen. Über die Beratungsstellen könne mittels eines Pseudonyms seriöse Hilfe vermittelt und volle Betreuung für Mutter und Kind gewährt werden. Bei "Donum vitae" erwarb für die komplexe Spezialaufgabe die Beraterin Irina Diener-Kischenko die erforderliche Qualifikation. Weiter wurde vom Rottweiler Kreisjugendamt das Netzwerk "Frühe Hilfen" initiiert, in dessen Arbeitskreis auch "Donum vitae" mitarbeitet. Durch diesen Zusammenschluss sei es gemeinsam mit dem Jugendamt möglich, durch kurze Wege und gute Kooperation zwischen den für das Wohl des Kindes arbeitenden Stellen, den in Frage kommenden Familien frühzeitig optimale Hilfen anzubieten.