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Rottweil "Herzblut für Nachhaltigkeit und Gerechtigkeit"

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Annette Reif und Ralf Broß im Sitzungssaal des Alten Rathauses in Rottweil Foto: Hermann Foto: Schwarzwälder Bote

Rottweil. Die Aldingerin Annette Reif, die als globale Teamleiterin Operations bei einer Firma in Rietheim arbeitet, stellte sich mit einem Antrittsbesuch Rottweils Oberbürgermeister Ralf Broß vor.

Beeindruckt von Broß Büro im mittelalterlichen Rathaus, erzählte Reif, wie sie zu den Grünen gekommen ist. Bis vor Kurzem engagierte sich die 41-Jährige im kirchlichen Ehrenamt, im Vorstand des evangelischen Bezirksjugendwerks. Die grünen Themen kamen erst in den vergangenen Jahren dazu: "Ich habe gemerkt, dass ich, dass mein Alltag direkte Auswirkungen auf unsre Umwelt hat. Ich hatte jahrelang nicht nachhaltig gelebt." Das hat sie radikal geändert: Sie kauft keine neue Kleidung mehr, lebt vegan, vermeidet Müll und berichtet darüber seit Jahren in Vorträgen.

Die Nominierung zur Bundestagskandidatin kam für Reif überraschend, da sie ohne grünes Netzwerk angetreten war und erst kurz bei den Grünen eingetreten ist. "Aber ich habe Anfang des Jahres gemerkt, dass mein Herzblut für Nachhaltigkeit und Gerechtigkeit und meine strategische Vorgehensweise optimale Voraussetzungen als Politikerin sind."

Ralf Broß betonte, dass sich Rottweil mit Blick auf Stadtentwicklungsprojekten wie Testturm, Neubau JVA, geplanter Fußgängerhängebrücke und auch Landesgartenschau 2028 in einer aufregenden Phase befinde, hier sei es wichtig, Werte zu kommunizieren, gerade, wenn man in der Öffentlichkeit steht. "Politik bedeutet aber auch immer, Kompromisse zu schließen." Dass durch wirtschaftserfahrene Politiker auch frischer Wind hereinweht, freut den Oberbürgermeister.

Rottweils Projekte beeindruckten die Kandidatin, dabei auch die interessante Entwicklung, wie es zum heutigen Standort der JVA gekommen ist, die ursprünglich am Stallberg, dann bei Zepfenhan und schließlich bei Tuningen geplant war. Hier verstärkte sich auch das bürgerschaftliche Engagement, das, meint Broß, in Rottweil seit jeher einen hohen Stellenwert hat: Immerhin hat man bereits zwei Bürgerentscheide hinter sich. In Sachen Landesgartenschau gebe es einen hohen Erwartungsdruck.

Und schließlich unterhielten sich die beiden über die Themen, in denen die Bundespolitik direkt die ehemalige Reichsstadt trifft: die Gäubahn und das Projekt "Sicherer Hafen". Broß betonte, dass der zweigleisige Ausbau der Gäubahn, auf den man hier schon so lange wartet, der Stadt am Herzen liege und man diesen dringend fordere. Annette Reif wiederum betonte, dass sie, auch als Grüne, in der Landesgartenschau eine große Chance für Rottweil sehe.

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