Wo bisher Grünflächen, Flächen für Wald und Landwirtschaft und Verkehrsflächen ausgewiesen sind, braucht es für die Hängebrücke jetzt "sonstige Sonderbauflächen". Foto: Visualisierung: kts innovations

Wortmeldungen zum Bockshof zeigen "seelisches Befinden". Planänderung auch für JVA.

Rottweil - Die Großprojekte Hängebrücke und Justizvollzugsanstalt sollen jetzt auch im Flächennutzungsplan auf solide Beine gestellt werden. Für die notwendigen Änderungen beschloss der Gemeinderat am Mittwochabend die frühzeitige Öffentlichkeits- und Behördenbeteiligung – Bedenken und "Bauchweh" inklusive.

So ein Flächennutzungsplan bietet nicht gerade prickelnden Stoff – er muss aber angepasst werden, wenn Großprojekte verwirklicht werden sollen, die nicht ins bisherige Raster passen. So müssen im Gebiet Esch für den Neubau der JVA 17 Hektar "landwirtschaftliche Fläche" in 17 Hektar "Sonderbaufläche" überführt werden, um die planungsrechtlichen Voraussetzungen zu schaffen.

Etwas komplizierter ist es bei der Hängebrücke übers Neckartal: Wo bisher Grünflächen, Flächen für Wald und Landwirtschaft und Verkehrsflächen ausgewiesen sind, braucht es jetzt "sonstige Sonderbauflächen" für den "örtlichen Hauptfußweg" mit 860 Metern Länge und die zwei Brückenpfeiler mit einer Gesamtfläche von 0,07 Hektar. Außerdem wird südlich des Schafwasens eine öffentliche Grünfläche festgesetzt, die laut Sandra Graf vom Stadtplanungsamt für die Nebenanlagen der Brücke sowie als "Pufferbereich für Besucher" benötigt wird.

Damit ist ein weiterer Schritt getan – doch ist nun überhaupt noch eine Diskussion über den Einstieg am Bockshof möglich? Gibt es Spielraum für Verschiebungen, beispielsweise bei den Brückenpfeilern? Das wollten Hubert Nowack (Grüne) und Hermann Breucha (FWV) wissen. Karl-Heinz Weiss (FWV) betonte, dass der Brückeneinstieg am Fuß der kleinen Treppe weiter westlich der Richtige wäre. Fachbereichsleiter Lothar Huber bezeichnete die Spielräume als "ausreichend". Den Einstiegspunkt werde man "so weit wie es funktioniert" nach Westen verschieben. Der Flächennutzungsplan sei "unschärfer" als der Bebauungsplan, erklärte Oberbürgermeister Ralf Broß. Der Bebauungsplan liegt noch bis Ende der Woche öffentlich aus.

Unabhängig von den juristischen Feinheiten seien die Wortmeldungen "Ausdruck des seelischen Befindens" der Stadträte bei diesem Thema, warf Arved Sassnick (SPD) ein. OB Broß nahm dies zur Kenntnis, ebenso wie drei Nein-Stimmen und eine Enthaltung bei der Abstimmung zur Planänderung für die Hängebrücke. Einstimmig fiel das Votum bei der JVA aus – wenn auch bei Reiner Hils (FFR) von "Bauchweh" begleitet.

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