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Rottweil Hängebrücke verzögert sich weiter

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Mit dem Golden-Gate-Flair in Rottweil wird es nichts: Der Investor plant nochmal um. Foto: Neckarline/ Montage: Holweger

Rottweil - Er hat es sich anders überlegt: Investor Günter Eberhardt will für seine Hängebrücke in Rottweil nun doch keinen roten Einstiegspylon im San-Francisco-Stil. Das Ganze wird umgeplant, dadurch verzögert sich das Projekt erneut. Der Gemeinderat erfuhr davon in nicht öffentlicher Sitzung.

Ende September waren die Pläne für den roten, 60 Meter hohen Einstiegspylon auf dem Berner Feld, der unweigerlich an die Golden-Gate-Bridge erinnert, im Bauausschuss vorgestellt und abgesegnet worden. Doch dem Investor scheint der Vergleich mit San Francisco nicht zu gefallen.

Eberhardt wolle für Rottweil eine "ganz individuelle Lösung" schaffen, berichtete Oberbürgermeister Ralf Broß am Donnerstag beim Pressegespräch. Von Seiten der Stadtverwaltung und des Gemeinderats, so versichert der OB auf Nachfrage, habe es keine Einwände gegen den Entwurf gegeben. "Wir hätten es so umgesetzt."

Investor will "eigene Akzente setzen"

Doch aus dem Vorhaben, den lange diskutierten Bebauungsplan zur Hängebrücke jetzt im März im Gemeinderat zu beschließen und damit den Weg frei für die Beantragung der Baugenehmigung zu machen, wird es nun nichts. Eberhardt plant um. "Er will eigene Akzente setzen", erklärt Bürgermeister Christian Ruf. Wie der Pylon stattdessen aussehen soll, bleibt unklar. Es verändere sich jedoch durch die neue Planung auch die Statik, weshalb eine erneute Offenlage durchgeführt werden müsse, so Ruf. "Wir wollen ein sauberes und rechtssicheres Verfahren", betont er.

An den weiteren Eckdaten und der charakteristischen geschwungenen S-Form der Brücke ändere sich nichts. "Wir haben Vertrauen in Günter Eberhardt, dass er eine vernünftige Lösung vorlegen wird", so Ruf und Broß unisono.

Doch was heißt dies nun für den Zeitplan? Ruf spricht von einer Verzögerung von "einem Vierteljahr" – was optimistisch gewertet werden kann. Die neue Pläne sollen am 18. März im Gemeinderat vorgestellt und dann – grünes Licht vorausgesetzt – in die Offenlage gehen. Diese sei dann vor der Sommerpause abgeschlossen, so Ruf. Ab diesem Zeitpunkt könne der Bauherr eine Baugenehmigung beantragen. Nach der Sommerpause soll im Gemeinderat der Satzungsbeschluss zum Bebauungsplan erfolgen und gleichzeitig der städtebauliche Vertrag unter Dach und Fach gebracht werden. Im Herbst könne damit begonnen werden, "das Baufeld freizumachen", so Ruf.

Baubeginn bis Ende 2020?

Zudem sind im Bockshof in der Innenstadt, wo die Brücke vom Berner Feld herüber andocken wird, aus Denkmalschutzgründen vorab Probeschürfungen im Untergrund notwendig. Diese betreffen den Bereich, wo die Anker in den Untergrund hineinreichen. Angesichts der Historie des Bockshofs muss geprüft werden, was darunter liegt. "Wir gehen nicht davon aus, dass wir es hier mit dramatischen Dingen zu tun haben werden", meint Ruf.

Baustart der Brücke könnte, wenn alles gut läuft, noch Ende 2020 sein, die Bauzeit liegt bei neun bis zwölf Monaten. "Ende 2021 wäre die Brücke dann fertig", resümiert Oberbürgermeister Broß.

Dass sich Stadt und Gemeinderat die Brücke "herbeisehnen" stehe außer Frage. Dennoch äußert Broß Verständnis für Eberhardt. "Da steckt sein Herzblut drin."

Erlebnisweg soll Besucher anlocken

Zeitgleich wird an einem Begleitprojekt getüftelt. Weil es zweifellos auch Besucher geben wird, die nicht über die Hängebrücke gehen wollen, aber trotzdem eine fußläufige Verbindung zwischen Testturm auf dem Berner Feld und Innenstadt suchen, soll ein Erlebnisweg entstehen. Der Arbeitstitel des Projekts lautet: "Brücken schlagen – eine Zeitreise".

Geplant ist, Besuchern auf einem Weg übers Viadukt und entlang der alten B 27 einen erlebnisreichen Spaziergang zu bieten. Auf rund 1,8 Kilometern finden sich Informationen und eventuell Mitmachstationen zu Themen wie Römerstadt, Genuss, Fasnet, Max Duttenhofer und vielem mehr. Damit sollen die Besucherströme dann auf dem Berner Feld "hinter den Wohnhäusern herum" und nicht mitten durch das Gebiet Schafwasen geführt werden.

Im Haushalt sind dafür 600.000 Euro veranschlagt, vom Förderprogramm Leader sind laut Bürgermeister Ruf 380.000 Euro zu erwarten. Der Weg, so OB Broß, soll dann zeitgleich mit der Hängebrücke fertig sein. Also Ende 2021. Wenn alles gut läuft.

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