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Rottweil Hängebrücke: Projekt ist gerettet

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Oberbürgermeister Ralf Broß (Mitte), Bürgermeister Christian Ruf (links) und Projektleiter Haag von der Firma Eberhardt (rechts). Foto: Nädele

Rottweil - Erst spricht Projektleiter Roland Haag von "Unstimmigkeiten", dann nennt er es aber doch lieber einen "Knoten", der sich gelöst habe: Die Stadt wird die Hängebrücke – mit 606 Metern Länge – exklusiv mit der Firma Eberhardt realisieren. Der zweite Investor Joachim Glatthaar spielt keine Rolle mehr.

Zur Verkündigung dieser Nachricht gab es am Donnerstagmittag ein gemeinsames Pressegespräch mit Oberbürgermeister Ralf Broß, Bürgermeister Christian Ruf und Projektleiter Haag von der Firma Eberhardt. Die beiden Parteien an einem Tisch – auf dieses Bild hatte man in Rottweil nun seit Wochen gewartet. Nach dem Gezerfe um die Hängebrücke und den zweiten Interessenten, Unternehmer Joachim Glatthaar, war Unsicherheit aufgekommen – und der Ärger von Brückenvater Eberhardt über die unklare Situation deutlich durchgesickert.

Wohl auch deshalb kam es nun am Mittwochabend in nicht öffentlicher Sitzung – da war auch Günter Eberhardt dabei – zu einem erneuten Bekenntnis des Gemeinderats, wie OB Broß im Pressegespräch bekannt gibt: Das Gremium habe die vom Investor vorgestellte Planung zustimmend zur Kenntnis genommen und die Verwaltung einstimmig beauftragt, die nächste Schritte zu klären und exklusiv mit Günter Eberhardt vorzubereiten. "Dieses Bekenntnis haben wir uns gewünscht", sagt Roland Haag.

Von besonderer Bedeutung ist bei diesem Beschluss das Wörtchen "exklusiv". Eber­hardt allein ist Investor der Brücke. "Es hat sich gezeigt, dass eine gemeinsame Lösung in diesem Projekt nicht möglich ist", so OB Broß. Joachim Glatthaar aus Waldmössingen hatte bekanntlich Interesse gezeigt, den zweiten Bauabschnitt der Brücke von der Felsnase zum Testturm hinüber zu realisieren, dazu mit Broß ein Gespräch geführt und bereits mit den betreffenden Grundstückseigentümern verhandelt. Glatthaar hätte sich laut Broß auch vorstellen können, die Brücke komplett allein zu realisieren. Doch dies sei nie zur Debatte gestanden.

Für die Firma Eberhardt sind die Grundstücksverhandlungen mit den beiden Eigentümern derzeit in einer Sackgasse angekommen. Wenn die Preisforderung die Kosten des Brückenabschnitts übersteigen, müsse man aus wirtschaftlichen Gründen irgendwann einen Strich ziehen. Aber: "Wir brauchen die Grundstücke auch nicht, um eine spannende Brücke zu bauen." Deshalb konzentriere man sich nun zunächst auf den ersten Bauabschnitt. Sprich: 606 Meter vom Bockshof bis zur Felsnase, zwei Tragpfeiler im Neckartal, dazu ein möglichst interessante Weggestaltung vom Landepunkt auf dem Felsvorsprung bis zum Testturm. "Klar ist auch, dass Günter Eberhardt den zweiten Abschnitt weiter im Visier haben wird", betonte Broß.

Und wie geht es jetzt konkret weiter? Laut Roland Haag habe man das Projekt in den vergangenen Wochen keineswegs ausgebremst. "Die Arbeit an den Gutachten läuft unvermindert weiter". Für das Bebauungsplanverfahren sind neun Gutachten zu Umwelt-, Lärm-, Denkmalschutz und anderen Aspekten nötig. Die Erkenntnisse daraus müssen zum Teil auch in den städtebaulichen Vertrag eingearbeitet werden. Parallel werde der Verkauf des städtische Grundstücks auf dem Felsvorsprung an Eberhardt vorbereitet. "Wir hoffen nun, schnellstmöglich Planungssicherheit und Baurecht zu haben", sagt Haag.

Dass beim Hängebrückenprojekt in Bad Wildbad im Gegensatz zu Rottweil alles so schnell und reibungslos über die Bühne ging, hat laut Haag und Broß gute Gründe: Das Gebiet dort, mitten im Wald, sei bereits für die touristische Nutzung ausgewiesen, es sei lediglich ein Bauantrag nötig gewesen. Doch einfach ist nicht immer besser: Roland Haag betont, dass gerade der Verlauf der Brücke in Rottweil mitten in die Stadt hinein das Projekt zu etwas Einzigartigem mache. "Das wird ein absolutes Erlebnis". Wenn von nun an alles glatt läuft, könne man im Mai/Juni 2019 nach rund sechs Monaten Bauzeit mit der Eröffnung in Rottweil rechnen.

Soweit so gut. Der Knoten ist also geplatzt. Bleibt die Frage, wieso es zu dem "Knoten", zwischen den Projektpartnern überhaupt kommen musste. Nachdem bekannt geworden war, dass Broß mit einem weiteren Investor gesprochen hat, hatte es Kritik für ihn gehagelt. Er gefährde das Projekt, so der Vorwurf. Broß betont am Donnerstag nochmals, dass er zeitnah den Bauausschuss über das Gespräch mit Glatthaar und – nachdem er Eberhardt zunächst nicht erreicht habe – diesen zwei Tage später ebenfalls informiert habe. Dann sei er, Broß, erkrankt, was die weitere Kommunikation erschwert habe.

Weiß denn nun Joachim Glatthaar nun, dass er raus aus dem Projekt ist? Broß sagt auf diese Frage: "Er war nie drin!" Abgesehen davon befinde sich Glatthaar auf einer Auslandsreise, sei also noch nicht über das jüngste "Bekenntnis" zu Brückenvater Günter Eber­hardt informiert.

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