Tierschützer Michael Meyerl zeigt die verdächtigte Substanz, die im Brunnen am Münster entdeckt wurde. Foto: Otto

Verdächtigte Substanz im Münster-Brunnenn entdeckt. Tierschützer in Rottweil schockiert.

Rottweil - Tierfreunde in Rottweil sind schockiert: Vor dem alten Feuerwehrgebäude, wo sich viele Tauben aufhalten, hat ein Unbekannter Giftköder in Form von Haferflocken gestreut. Am Mittwochvormittag wurde außerdem eine seltsame Substanz im Brunnen auf dem Münsterplatz entdeckt. Auch hier wird Gift vermutet.

Zweifelsfrei handelt es sich bei dem am Feuerwehrgerätehaus ausgestreuten Mittel um Gift, berichtet Arzu Paj, die sich gemeinsam mit anderen Tierschützern um die Stadttauben kümmert. Das Material wird als "Haferflocken-Köder" gegen Mäuse und Ratten verkauft. Da der Köder direkt am Feuerwehrgerätehaus ausgestreut wurde, wo sich einer der betreuten Taubenschläge befindet, gehen die Tierschützer von einem gezielten Anschlag gegen die Tauben aus.

Alle Mitarbeiter wurden alarmiert, die Polizei wurde benachrichtigt. Diese habe das Gift bestätigt, so Arzu Paj. Auch der Brunnen mit der weißen, schmierigen Substanz, die Waschmittel ähnelt, wurde von der Polizei begutachtet.

Der Tierschutzverein Rottweil zeigt sich entsetzt. Auf der Facebook-Seite "Tierheim Rottweil" heißt es in einem Statement: "Wir hoffen, dass keine Tauben zu Schaden gekommen sind. Da nicht nur Tauben sondern auch andere Haustiere und auch Kinder diesen Platz aufsuchen, wollen wir gar nicht wissen was noch passiert wäre." In der Tat spielen und planschen an dem stufenförmigen Brunnen am Münster auch oft Kinder. Das Wasser ist für die Kleinen gut erreichbar.

Das Thema Tauben ist in der Stadt bekanntlich nicht unumstritten. Der Tierschutzverein will aus aktuellem Anlass nochmals sensibilisieren und schreibt: "Tauben sind verwilderte Haustiere, der Mensch hat sie für seine eigenen Zwecke gezüchtet. Sie gehören zu unserem Stadtbild und haben als Lebewesen ein Anrecht auf Leben. Durch unsere Taubenschläge werden Sie aus der Stadt gehalten um artgerechtes Futter zu fressen und einen Unterschlupf zu bekommen. Erschreckend ist für uns auch das diese Giftköder in dieser Form fertig erhältlich sind." Man sei über jeden Hinweis und jede Information dankbar.

Die Stadt weiß von den Vorfällen und hat der Bauhof mit der Reinigung der betroffenen Stellen beauftragt. Alles andere, so heißt es auf Nachfrage, sei Sache der ermittelnden Polizei. Dort heißt es auf Nachfrage, man habe entsprechende Proben genommen und sei an der Sache dran. Wichtig sei, dass die betroffenen Stellen gereinigt worden seien, um weitere Gefahren zu vermeiden.

Hat Ihnen der Artikel gefallen? Jetzt teilen: