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Rottweil Gesundheitsamt informiert über Coronavirus

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Landrat Wolf-Rüdiger Michel informiert gemeinsam mit Ärztin Petra Sostak (links) sowie Sabine Wiltschko und Martine Hielscher (rechts) vom Gesundheitsamt über die aktuelle Lage. Foto: Otto

Kreis Rottweil - Beim Gesundheitsamt laufen wegen des Coronavirus die Telefone heiß: Das Informationsbedürfnis der Bürger ist riesig, viele sind in Sorge. Bei einer Pressekonferenz mit Landrat Wolf-Rüdiger Michel am Freitag lautete die Botschaft: "Es gibt aktuell keinen neuen Fall, die Lage ist unter Kontrolle."

Michel stellte klar, dass man natürlich immer nur von einem "Jetzt-Zustand" sprechen können. Für den Freitag hieß das, dass es weiter bei einem bestätigten Corona-Fall im Landkreis bleibt. Dem 32-jährigen Infizierten gehe es sogar leicht besser. Bei seinen Angehörigen, die negativ getestet wurden, gebe es weiterhin keine Auffälligkeiten.

Landrat verteidigt Familie

In sozialen Netzwerken war die Familie teilweise dafür angegriffen worden, dass sie die Rückreise aus dem Risikogebiet in Italien angetreten und damit andere gefährdet habe. Michel nahm die Betroffenen in Schutz: Die Familie habe sich "mustergültig" verhalten, in "Selbstquarantäne" die Reise absolviert und sich umgehend an das Gesundheitsamt gewandt. Der 32-Jährige, seine Frau und sein Kind hätten weder an einer Fasnetsveranstaltung noch sonst in irgendeiner Weise am gesellschaftlichen Leben teilgenommen.

Laut Petra Sostak, stellvertretende Amtsärztin am Gesundheitsamt, gebe es "kein Risiko, dass Kontaktpersonen nicht identifiziert werden konnten. Die Infektionskette sei in diesem Fall geschlossen.

Klasse kann daheim bleiben

Allerdings, so Sostak, sei man nun "konfrontiert" mit einer Schulklasse, die "vor einiger Zeit" aus Oberitalien zurückgekehrt sei. Das war bereits vor der Fasnet, wie zu erfahren ist. Dass die Schüler also schon auf der Fasnet unterwegs waren, wird nun ebenfalls in Rottweil diskutiert. Ärztin Petra Sostak sagt hierzu, dass die Klasse nicht im zu dem Zeitpunkt der Reise geltenden Risikogebiet in Lodi gewesen sei. Die "einfachste Vorgehensweise", so Michel, sei hier, die Schüler nächste Woche noch zu Hause zu lassen, bis die 14 Tage Inkubationszeit vorbei seien, und die Lage zu beobachten. Man stehe in Kontakt mit der Schulleitung.

Bei den Oberndorfer Verdachtsfällen hat sich eine Infektion nicht bestätigt. Diese hätten keinen Kontakt zu einem Risikogebiet oder einem Erkrankten gehabt. In Villingen-Schwenningen liegen derzeit zwei Verdachtsfälle vor.

Der Kreis Rottweil sei nun kein Risikogebiet, aber "Fallgebiet". Ausführlich gingen Michel und die Mitarbeiterinnen des Gesundheitsamts darauf ein, was bei Verdacht auf eine Infektion zu tun sei.

Telefone laufen heiß

"Wir haben eine Unzahl von Anfragen", so Petra Sostak. Diese seien kaum zu bewältigen. Zum Teil würden sich Menschen an das Gesundheitsamt wenden, die weder Symptome haben noch Kontakt zu einem Risikogebiet hatten, sich aber einfach Sorgen machen. Auch die Hausärzte seien derzeit unter enormer Belastung. Aufgrund der hohen Anzahl von Nachfragen müsse man eine "Priorisierung" vornehmen.

Wenn ein begründeter Verdacht bestehe – begründet heißt, der Betroffene weist entsprechende Krankheitssymptome auf und hatte in irgendeiner Weise Bezug zu Risikogebieten – solle der Hausarzt telefonisch kontaktiert und die Lage geschildert werden. Dieser werde dann eine "Testung" durchführen. Der Arzt entscheide selbst, ob der Rachenabstrich – unter entsprechenden Schutzmaßnahmen – in der Praxis oder bei einem Hausbesuch erfolgt. Inzwischen seien die gängigen Labore in der Lage, die Testung durchzuführen. Es gelte außerdem, sich selbst in häusliche Isolation zu begeben, Kontakte zu vermeiden.

Begründete Verdachtsfälle werden ans Gesundheitsamt gemeldet, das wiederum die Kontaktpersonen ermittelt und entsprechend instruiert.

Wer in einem Fallgebiet wie im Kreis Rottweil lebt und einfache Krankheitssymptome – Schupfen oder Halskratzen – hat, sollte sich zunächst in häusliche Isolation begeben, Kontakte vermeiden und schauen, ob sich die Symptome bessern. Andernfalls könne immer noch der Arzt kontaktiert werden.

Es gibt 55 Isolier-Betten

Sollten weitere Virusfälle auftreten, gebe es im Landkreis im Vinzenz-von-Paul-Hospital, in der Helios-Klinik in und im SRH-Krankenhaus Oberndorf rund 55 Betten, in denen Patienten isoliert behandelt werden könnten, so Michel auf Nachfrage. Dabei handelt es sich um Einzelzimmer mit eigener Nasszelle. Die Zugangswege sind von anderen Zimmern getrennt und es wird eine Schleusenfunktion eingerichtet.

"Wir setzen auf die mündigen Bürger", so Landrat Michel, der betonte: "Hysterie ist fehl am Platz". Doch natürlich verstehe man jeden der sich sorgt – um sich, die Kinder oder die Eltern.

Die Helios-Klinik teilt aktuelle Informationen und Tipps mit:

Der laufende Krankenhausbetrieb ist nicht beeinträchtigt, die Patientenversorgung und die Notfallversorgung sind voll gewährleistet sind.

Sollten Patienten mit begründetem Verdacht auf Coronavirus oder einer bestätigten Covid-19 Infektion bei uns angemeldet werden (in der Regel über das Gesundheitsamt oder den Hausarzt), werden sie durch einen separaten Eingang direkt auf die Isolierstation gebracht.

 Besuche sind nur in absoluten Ausnahmefällen und nach Rücksprache möglich. Wie lange die Patienten isoliert bleiben, hängt vom jeweiligen Einzelfall ab.

 Wichtig: Wer befürchtet, er könnte infiziert sein, sollte nicht direkt in eine Klinik gehen, sondern sich beim Hausarzt telefonisch melden – wenn es ihm schlecht geht, auch nachts über die Notfallnummer 116117. Die weitere Vorgehensweise wird dann individuell besprochen.

 Am wichtigsten ist das Einhalten der allgemeinen Hygieneregeln – nicht nur gegen die Verbreitung des Coronavirus, sondern auch der derzeit in grassierenden Influenza.

Das Gesundheitsamt Rottweil hat in einer Pressekonferenz zum Coronavirus informiert:

Dazu gehören:

- regelmäßiges und sorgfältiges Händewaschen

- Taschentücher nur einmal benutzen

- Niesen in die Ellenbeuge - nicht in den freien Raum

– Hand-Nase-Mund-Kontakt vermeiden

 Für die Händedesinfektion werden Mittel empfohlen, die sicher gegen Viren wirken. Sogenannte "Begrenzt viruzide Mittel" genügen. n Atemschutzmasken helfen nur bedingt und sollten in erster Linie dem medizinischen Personal und Erkrankten vorbehalten sein, um die Weitergabe des Virus zu unterbinden.

Öffentliche Veranstaltungen muss man in Deutschland derzeit noch nicht meiden, man sollte sich aber vor möglichen Erkrankten schützen, indem man Abstand hält.

Wer grippale Symptome hat, sollten nicht arbeiten gehen, allein schon, um andere nicht anzustecken.

Das Kultusministerium gibt folgende Hinweise mit der Bitte um "konsequente Beachtung".

Personen, die nicht in einem ausgewiesenen Risikogebiet waren und keinen Kontakt zu einem am Coronavirus Erkrankten hatten, sind keine speziellen Vorsichtsmaßnahmen nötig. Diese Personen können daher uneingeschränkt am Schul- oder Kita-Betrieb teilnehmen.

Personen, die innerhalb der letzten 14 Tage in einem der Risikogebiete waren, vermeiden – unabhängig von Symptomen – unnötige Kontakte und bleiben vorläufig zu Hause.

Personen, die in einem Risikogebiet waren und innerhalb von 14 Tagen Symptome wie Fieber, Muskelschmerzen, Husten, Schnupfen, Durchfall, unter anderem bekommen, vermeiden alle Kontakte, bleiben zu Hause, setzen sich umgehend telefonisch mit ihrem Hausarzt in Verbindung oder nehmen Kontakt mit dem kassenärztlichen Notdienst unter der Telefonnummer 116117 auf. n   Personen, die während ihres Aufenthalts in einem Risikogebiet oder innerhalb der vergangenen 14 Tage Kontakt zu einem bestätigt an Covid-19 Erkrankten hatten, kontaktieren umgehend das örtlich zuständige Gesundheitsamt. Dies muss in jedem Fall erfolgen – unabhängig vom Auftreten von Symptomen.

Eine Übersicht über die Lage in der Region gibt es in unserem Liveblog.

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