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Rottweil Geruch in Pausenraum belastet Lokführer

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Helmut Brummer zeigt den Boden, der seine Pausen in Rottweil belastet. Foto: Beyer

Kreis Rottweil - Seit im Rottweiler Pausenraum der SWEG ein neuer PVC-Boden verlegt wurde, klagen die Lokführer des Unternehmens über unangenehme Gerüche und gesundheitliche Beschwerden, die eine erholsame Pause unmöglich machen.

Unangenehmer Geruch

Ein Tisch, zwei Stühle, eine Liege, Mikrowelle und Kaffeemaschine. Der Pausenraum für die Lokführer der Südwestdeutsche Landesverkehrs-AG (SWEG) in Rottweil ist spartanisch eingerichtet. Doch das Problem ist ein anderes, denn Ende vergangenen Jahres wurde hier im Rahmen von Renovierungsarbeiten ein neuer PVC-Boden verlegt. Seitdem beschweren sich die Zugführer über einen unangenehmen und möglicherweise auch gesundheitsschädlichen Geruch.

So klagt Helmut Brummer, der in Rottweil regelmäßig Pause macht, dass nach der Nutzung des Raumes ein komischer Nachgeschmack im Mund zurückbleibt und zu Sodbrennen führt. "Ein Kollege musste sich nach dem Aufenthalt in dem Raum erbrechen und musste abgelöst werden", berichtet Brummer. Auch befürchtet er, dass die Kontamination der Luft zu Langzeitschäden führen könnte. Insgesamt seien es "20 Kollegen, die hier nicht mehr reingehen und hier nicht mehr ihre Pause verbringen können."

Negative Auswirkungen auf die Konzentrationsfähigkeit

Und das ist keine Kleinigkeit. Brummer muss nach eigenen Angaben nachts um 3.15 Uhr aufstehen und sitzt dann fünf Stunden lang im Führerstand. Dementsprechend wichtig sei es, in der Pause ein wenig Schlaf zu bekommen. Die Beeinträchtigung der Pause habe negative Auswirkungen auf die Konzentrationsfähigkeit während der Arbeit. "Es wird gepredigt 'Sicherheit geht vor', und hier spart man", entrüstet sich Brummer.

Die Ursache des unangenehmen Geruchs sieht der Lokführer in der unsachgemäßen Auswahl der verwenden Materialien: "Durch das Aufbringen des Klebers kommt es zu einer chemischen Reaktion." Nach Einschätzung eines sachkundigen Kollegen, wäre es eigentlich vor der Verlegung des PVC-Bodens notwendig gewesen, den alten Laminatboden abzutragen und die Fläche zu verspachteln.

Für SWEG und Betriebsrat ist die Sache geklärt

Alle Versuche, für Abhilfe zu sorgen, sind bisher erfolglos geblieben. Als Brummer sich mit seinem Anliegen an den Betriebsrat wandte, sandte das Unternehmen zunächst den zuständigen Hausmeister vorbei. Doch ausgerechnet an diesem Tag hatte ein Kollege den Raum kräftig ausgelüftet und in der Mikrowelle eine Linsensuppe erwärmt, so dass kein Geruch wahrzunehmen war. Dennoch hat sich der Betriebsrat dafür eingesetzt, dass die Firma einen Gutachter beauftragt. Dieser habe im Dezember vergangenen Jahres den Raum geprüft und nichts festgestellt. "Der hat aber nur eine kurzzeitige Luftmessung gemacht", die nach Ansicht Brummers nicht geeignet sei, um eine Kontamination durch das PVC festzustellen. Sowieso sei die beauftragte Firma für solche Gutachten eigentlich nicht zuständig.

Für die SWEG und den Betriebsrat war damit die Sache allerdings geklärt. Daher wandte sich Brummer nun an das örtliche Gesundheitsamt. Ein Mitarbeiter des Amtes habe sich dann im Pausenraum mit dem zuständigen Sachbearbeiter der SWEG und einem Mitglied des Betriebsrats getroffen. Dabei habe der Beamte selbst den stechenden Geruch wahrgenommen und daher den medizinischen Dienstleister BAD beauftragt, ein Gefährdungsgutachten zu erstellen.

Sind die Messungen aussagekräftig?

Dieser habe zunächst von den Handwerkern, die den Boden verlegt hatten, die Datenblätter der verwendeten Materialien angefordert und keine Probleme festgestellt. Auch habe BAD einen Arzt und einen Techniker vorbeigeschickt, um den Raum zu prüfen. Laut Brummer hätten diese allerdings keinerlei Test durchgeführt, nachdem sie selbst keinen Geruch wahrnehmen konnten. "Die haben nur blöd geschaut, und der Arzt wollte mir zeigen, wie man richtig lüftet", schimpft Brummer. Er fordert nun ein neues Gutachten.

Die SWEG hingegen beruft sich nach wie vor auf die Ergebnisse beider Untersuchungen: "Sämtliches verwendetes Material entspricht den gültigen Vorschriften. Dass in dem Raum keine Auffälligkeiten vorliegen, ist inzwischen von allen durchgeführten Untersuchungen bestätigt worden", teilte das Bahnunternehmen auf Anfrage mit.

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Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach sieben Tagen geschlossen.

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