Für zwei weitere Strecken der Gäubahn beginnt die konkrete Planung nach der Aufnahme in den Investitionsrahmenplan des Bundes. Foto: Archiv

Nach Horb-Neckarhausen zwei weitere Abschnitte geplant. Anbindung an Flughafen gefordert.

Kreis Rottweil - Der Ausbau der Gäubahn geht voran: Jetzt beginnt die konkrete Planung für zwei weitere Streckenabschnitte, die der Bund in den Investitionsplan aufgenommen hat. Stuttgart 21 soll für die direkte Anbindung an den Flughafen sorgen. "Die weiteren Strecken sind im Investitionsrahmenplan fest verankert", betont der Vorsitzende des Interessenverbandes Gäubahn, Guido Wolf. Nach dem Abschnitt Horb-Neckarhausen beginnt die Planung für die "Doppelspurinseln" zwischen Rottweil-Neufra sowie Rietheim und Wurmlingen.

Die Kosten für den zweigleisigen Ausbau belaufen sich auf insgesamt 140 Millionen Euro. Darunter zahlreiche kleinere Maßnahmen und die "Singener Kurve" für den Güterverkehr.

"Stuttgart 21 ist die Chance für den lang ersehnten Ausbau der Gäubahn, als internationale Verbindung über Zürich bis nach Mailand, da die Bahn an attraktiven Zulaufstrecken für den neuen Tiefbahnhof interessiert ist", betonte auch Claus Schmiedel (SPD-Fraktionsvorsitzender BW) bei seinem Besuch in Rottweil. Er wolle sich weiterhin für das Projekt einsetzen und räumte dem Vorhaben gute Chancen für die Zukunft ein.

Bisher gibt es auf der Strecke der Gäubahn Engpässe, wenn die Züge auf der eingleisigen Strecke nicht aneinander vorbei kommen. Der Ausbau soll die Schnelligkeit erhöhen und Verspätungen reduzieren.

Der Rottweiler Oberbürgermeister Ralf Broß begrüßte das klare Bekenntnis zum Gäubahn-Ausbau, "denn die nachhaltige Unterstützung des Projekts durch die Landespolitik ist sehr wichtig". Die Stadt ist Mitglied in der Interessengemeinschaft Gäubahn, auch um den Ausbau der Verkehrsachse im Bereich zwischen Horb und Neckarhausen voranzutreiben. Der Zusammenschluss verschiedener Kommunen hat die Planungskosten für den zweigleisigen Ausbau der sechs Kilometer langen Strecke komplett vorfinanziert. Die Stadt Rottweil beteiligte sich mit 10.000 Euro.

Bereits im Dezember wurde das Projekt Horb-Neckarhausen (14,2 Millionen Euro) in den Investitionsrahmenplan des Bundes aufgenommen. Die Strecke befindet sich in der Kategorie C, Realisierung bis 2015. Die Bereiche Rottweil-Neufra und Rietheim–Wurmlingen, für die es bisher noch keine Planung gibt, sind in die Kategorie D aufgenommen worden. "Als nächster Schritt muss eine Finanzierungsvereinbarung für die Planung weiterer Abschnitte folgen", so Wolf. Er wolle das Gespräch mit Verkehrsminister Winfried Hermann suchen, um das Projekt in die nächsten Bahngipfel des Landes aufzunehmen. Wie bei der Strecke Horb-Neckarhausen, sollen die weiteren Bauabschnitte mit gesicherten Kosten kalkuliert werden. Die Deutsche Bahn habe zugestimmt, einen Vorschlag für die Planung vorzulegen.

Es sei möglich, dass auch diese Kosten durch Mitglieder der Interessengemeinschaft vorfinanziert werden, so Broß. Spätestens Anfang Mai werde mit einem Ergebnis der Verhandlungen gerechnet. Zudem sei eine Geberkonferenz in Stuttgart geplant, an der auch die Stadt Rottweil beteiligt sein wird. "Wir erwarten einen Masterplan der Deutschen Bahn. Bis zur Inbetriebnahme des neuen Tiefbahnhofs soll die Zweigleisigkeit der Gäubahn realisiert sein", betonte Schmiedel.

An rasche Fortschritte beim Ausbau glaubt auch Rainer Kaufmann, Geschäftsführer des Zweckverbands Gäubahn und ehemaliger Direktor des Regionalverbandes Schwarzwald-Baar-Heuberg. "Wir sind auf einem guten Weg", betont Kaufmann.

Die Diskussion über eine Bürgerbeteiligung an der Umsetzung von S21 sieht er kritisch, zumindest wenn gemachte Zusagen ungültig werden. "Wir sind für das Projekt, aber das Versprechen der direkten Anbindung der Gäubahn an den Stuttgarter Flughafen muss eingehalten werden", betont Kaufmann. Dies hätten auch Gespräche mit der schweizerischen Seite bestätigt. "Dort besteht man mit Nachdruck auf die Anbindung." Wolf fordert zudem eine Einbindung des Interessenverbands in den geplanten "Filderdialog", der sich mit streitigen Fragen der Trassenführung auf den Fildern befasst.

Sollte der Ausbau der Gäubahn wie geplant voranschreiten und parallel von 2017 bis 2019 die S-Bahn-Verbindung Freiburg-Villingen realisiert werden, erhält die Region ein völlig neues Verkehrskonzept.

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