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Rottweil Feuerwehr-Großeinsatz im Rottenmünster

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Mit Atemschutzausrüstung gehen die Feuerwehrleute in den Keller des Hauses St. Katharina im VvP. Foto: Schulz

Rottweil - Schreckensmoment am Vinzenz-von-Paul-Hospital am Dienstagmorgen. Ein Feuer im Keller sorgt für einen Großeinsatz der Feuerwehr. 70 Bewohner des Luisenheims werden evakuiert. Verletzt wird niemand. Ursache ist der Brand eines elektrisch betriebenen Servicewagens.

Was als Brandmeldealarm anfängt, etwas, was am Vinzenz-von-Paul-Hospital (VvP) im Jahr ein paar Mal vorkommt und glimpflich abläuft, entwickelt sich am Dienstagmorgen zu einem Vollalarm und einem Großeinsatz. Zum Schluss sind es 18 Fahrzeuge und mehr als 70 Feuerwehrleute, die versuchen, der Situation Herr zu werden. Einen solch gravierenden Zwischenfall am VvP gab es nach Einschätzung der Einsatzleitung noch nie.

Feuerwehr kommt von der Kolbe-Schule

Das ist passiert: Kurz nach 9 Uhr wird die Rottweiler Feuerwehr zum Rottenmünster gerufen. Die Einsatzkräfte sind bereits an anderer Stelle in Rottweil zugange. In der Maximilian-Kolbe-Schule in Hausen ist am Morgen im Physikunterricht ein Versuch missglückt, Rauch bildet sich, breitet sich im Klassenzimmer aus, die Brandmeldeanlage schlägt Alarm.

Die Schulleitung reagiert prompt. Alle Schüler und Lehrer werden evakuiert. Verletzt wird niemand. Als die Feuerwehr eintrifft, muss sie nicht mehr groß eingreifen, sondern die Anlage, die den Brand automatisch meldet, wieder abstellen.

Kaum ist das geschehen, kommt das Signal vom VvP. Vier Minuten später, es ist 9.07 Uhr, erreicht das erste Einsatzauto, das Drehleiter-Fahrzeug, die psychiatrisch-neurologische Fachklinik in der Schwenninger Straße. Zu der Zeit brennt im Keller unterhalb des Hauses St. Katharina im Luisenheim ein Servicewagen. Damit wird Essen und Wäsche übers und unterhalb des weitverzweigten Klinikgeländes transportiert. Der Wagen wird elektrisch betrieben. Er ist einer von rund 20 Stück, über die das VvP verfügt. Er wird am Dienstagmorgen eingesetzt. Für eine Pause stellen ihn die Mitarbeiter ab. Minuten später brennt er. "Schnell bildete sich eine ungeheure Hitze mit sehr starker Rauchentwicklung", erläutert Stadtbrandmeister Frank Müller später.

Den Feuerwehrleuten am Einsatzort, darunter auch die Werksfeuerwehr des VvP, ist klar, dass das ein größerer Fall ist. Weitere Abteilungen werden nachalarmiert. Nach und nach treffen die Abteilungen Alt­stadt-Bühlingen, Neufra und Göllsdorf ein. Die beiden Einsatz-Gruppen der Feuerwehr in der Kernstadt werden auch gerufen. Zum Schluss sind 18 Einsatzwagen mit mehr als 70 Feuerwehrleuten vor Ort. Hinzukommen Rettungsdienst, Notärzte, Polizeikräfte und die DRK-Bereitschaft Rottweil.

Mit schwerem Atemschutzgeräten ausgestattet, kämpfen sich die Einsatzkräfte vor, um den Brand an dem Wagen im Keller zu löschen. Das große Problem, so Müller, sei der Rauch. Pechschwarz sei dieser, man sehe die Hand vor Augen nicht mehr. Damit sich der Rauch nicht ungehindert im Gebäude ausbreitet, werden die Brandschutztüren geschlossen, später Rauchschutzvorhänge angebracht.

Die 70 Bewohner der drei Wohngruppen werden evakuiert. Sie sammeln sich im Garten und werden von der DRK-Bereitschaft und dem Krankenhauspersonal betreut und versorgt. Verletzt wird niemand. Darüber zeigt sich der Geschäftsführer der Klinik, Thomas Brobeil, am glücklichsten. Bürgermeister Christian Ruf und Fachbereichsleiter Bernd Pfaff informieren sich an Ort und Stelle über den Stand der Löscharbeiten.

Um zu löschen, wird der Neckar angezapft

Da das VvP über keine eigene Löschwasserentnahmestelle verfügt, wird der Neckar angezapft. Das Wasser wird in das dafür vorgesehene Rohrleitungssystem der Klinik gespeist. Damit wird das Feuer gelöscht. Um 9.39 Uhr schlagen keine Flammen mehr aus dem Wagen, um kurz nach 10 Uhr ist das Feuer gelöscht. Es finden Nachlöscharbeiten statt. Mit großen Lüftern wird versucht, den Rauch aus dem Keller zu bekommen.

Das Haus selbst hat keine größeren Schäden erlitten, die Statik bleibt unberührt. Müller ist sich sicher, dass die Bewohner, die über einen zweiten Rettungsweg ins Freie gebracht worden sind, wieder zügig in ihre Zimmer zurückkehren können. Die Ursache für den Brand steht noch nicht fest. Die Ermittler der Polizei gehen von einer technischen Brandursache aus. Die Brandermittlungen sind allerdings noch nicht abgeschlossen. Der Sachschaden beträgt circa 50 000 Euro.

Brennende Batterien wie bei diesem elektrischen Wagen stellen die Feuerwehren vor größere Probleme. Sie zu löschen ist schwierig, meint der Stadtbrandmeister. Temperaturen von bis zu 600 Grad bilden sich am Brandherd, die in Flammen stehende Batterie selbst wird mehr als 1000 Grad Celsius heiß.

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