Schärft den Blick für den politischen Alltags-Wahnsinn: Gestern Abend war der »niederbayerische Obertürke«, so begrüßt von Reiner Armleder, Django Asül beim Ferienzauber. Foto: Schnekenburger

Django Asül präsentiert vor ausverkauftem Ferienzauber-Zelt Lokalspitzen und große Politik.

Rottweil - Das Kompliment darf man ihm zurückgeben: Das Rottweiler Publikum wirke nicht wie ein Ferienpublikum, erklärte Django Asül am Montag beim Ferienzauber. Auch der Kabarettist wirkte nicht, als sei er sei aus dem Urlaub "herauskatapultiert" worden.

Manchmal liefert der Zufall ja noch die Pointe, die goldrichtig sitzt, die aber niemals planbar wäre. Dass also dieser Zufall dem bayerischen Satiriker mit Banklehre nicht nur einen bayerischen SPD-Landesvorsitzenden, noch dazu Schulfreund, mit gleicher Vergangenheit und einen Ex-Bundespräsidenten zumindest aus gleichem Hause in die Hände spielt, sondern im Zelt unterm Wasserturm dieses Personal mit einschlägiger Vergangenheit und fachfremder Gegenwart noch einmal erweitert, war nicht planbar.

Es hätte es auch gar nicht gebraucht, aber, und das hatte Django Asül bereits im ersten Teil mit Blick auf die Berliner Kabinettsarbeit berichtet: Es gebe Momente, in denen man Angst um seinen Arbeitsplatz als Kabarettist habe, weil die Realität kaum mehr zu toppen sei. Django Asül kann das: waches Auge, sichere Analyse und dann eine Wortgewalt, die manchmal ganz leise sein kann, und doch vernichtend ist – wenn das Publikum mitspielt; und die rund 450 Gäste spielten gestern gerne mit.