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Rottweil Erster Meilenstein im Prozess um illegale Nagelstudios

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Im Prozess um illegale Nagelstudios schweigen die Angeklagten vorerst weiter. (SYmbolbild) Foto: dpa

Rottweil/Münster - Wer sich zuerst aus der Deckung wagt, hat verloren. So ließ sich gestern, am zweiten Tag des Nagelstudio-Prozesses am Landgericht Münster, das Verhalten der Angeklagten interpretieren. Das gilt auch für eine 31-jährige Frau aus Rottweil.

Denn während sie und zwei weitere der sechs Vietnamesen zum Auftakt am 19. Juni Einlassungen zur Sache angekündigt hatten, machten gestern alle einen vorläufigen Rückzieher. Dabei wirken sich frühe Geständnisse vor oder zu Beginn der Beweisaufnahme in der Regel positiv auf das spätere Urteil aus. Auf dem Weg dorthin könnte der heutige Dienstag, 7. Juli, schon ein erster Meilenstein sein. Denn im Verlauf des Tages will die 12. Große Strafkammer die Leiterin der Ermittlungen hören, auf die sich die Staatsanwaltschaft stützt.

Die Beamtin der Zollfahndung soll Licht auf das Firmengeflecht werfen, das zwei Dutzend illegal betriebene Nagelstudios in Nordrhein-Westfalen umfasst. Dabei sollen illegal aus Vietnam eingeschleuste Frauen 60 Stunden pro Woche schwarz in den Studios gearbeitet haben, wobei Krankenkassen und Finanzämter um Millionenbeträge geprellt wurden.

Immerhin stellte die Verteidigung eines Hauptangeklagten gestern eine baldige Einlassung ihres Mandanten in Aussicht. Er ist einer der beiden Brüder mit deutscher und vietnamesischer Staatsbürgerschaft, die das Nagelstudio-Imperium aufgebaut haben. Dass einer der Chefs vorangehen will, deutet darauf hin, dass die Clanstrukturen noch funktionieren.

Neben den beiden 54 und 47 Jahre alten Brüdern sitzen auch zwei ihrer Nichten auf den wegen Corona weit auseinander gezogenen Anklagebänken: die 31-Jährige aus Rottweil und ihre 37-jährige Schwester aus Dülmen im Münsterland. Die Rottweilerin soll die Geldströme der Bande durch Bankkonten und Mietverträge gelenkt haben. Die vier Verwandten sowie zwei weitere Angeklagte aus Ostwestfalen und dem Ruhrgebiet sitzen alle in Untersuchungshaft. Die Behörden haben sie in verschiedenen Gefängnissen quer durch NRW untergebracht. So fahren an jeden Prozesstag gepanzerte Wagen aus Bochum, Bielefeld, Dinslaken, Hamm und Dortmund am Gericht vor. Nur der 47-jährige Angeklagte sitzt in der JVA Münster.

Die Post der Inhaftierten wird überwacht. So verlasen die Richter gestern einen beschlagnahmten Brief der 37-jährigen an die 31-jährige Vietnamesin. Darin bedauert die Angeklagte, ihre jüngere Schwester in die Sache mit hineingezogen zu haben.

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Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach sieben Tagen geschlossen.

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