16 Jahre lang war Ulrich Hargina bereits Bürgermeister in Epfendorf. Jetzt möchte er mit neuen Ideen die Entwicklung der Gemeinde vorantreiben. Foto: Wolf Foto: Schwarzwälder-Bote

Bürgermeister-Kandidaten im Porträt: Ulrich Hargina tritt an

Von Peter Wolf

Epfendorf. Ulrich Hargina macht keinen Hehl daraus, dass vor acht Jahren für ihn eine Welt zusammengebrochen ist, als er feststellen musste, dass ihm ein paar Stimmen fehlen, um eine dritte Amtszeit als Epfendorfer Bürgermeister antreten zu können. Der Groll darüber ist inzwischen verraucht. Er ist immer noch Epfendorfer, lebt hier mit seiner Familie, hat zusammen mit seiner Frau drei Kinder groß gezogen. Er fühlt sich mit dem Ort und den Menschen verbunden. "Ich habe lange mit mir gerungen, ob ich mich bewerben soll. Aber es ist nach wie vor mein größter Berufswunsch, ja mein Lebensziel, als Bürgermeister die Entwicklung einer Gemeinde wie Epfendorf mitgestalten zu können und Verantwortung zu tragen. Ein junger, engagierter Gemeinderat bietet heute eine gute Basis für eine konstruktive Zusammenarbeit."

Hargina geht sichtlich gelassen in die Wahl, er macht im Gespräch mit unserer Zeitung den entspannten, zuversichtlichen Eindruck eines Mannes, "für den die Welt auch nicht untergeht, wenn es nicht klappen sollte". "Ich habe mich in den acht Jahren verändert. Ich bin überzeugt, dass ich heute anders an eine Sache herangehe als früher." Allerdings seien nun in Epfendorf auch andere Probleme zu lösen, nämlich die der schlechten finanziellen Lage und vor allem des Bevölkerungsschwunds. "Epfendorf hat in den vergangenen acht Jahren 130 Einwohner (Talhausen zählt knapp 170 Einwohner) verloren, und das ist bei gut 3300 Einwohnern viel. Wir müssen versuchen, dem entgegenzuwirken. Sonst können wir unsere wichtigen infrastrukturellen Einrichtungen wie die Schulen und Kindergärten nicht mehr aufrecht erhalten." Für Hargina geht es daher auch darum, diese Einrichtungen noch attraktiver zu gestalten, beispielsweise durch Kindergartenplätze für Kleinkinder ab einem Jahr, eventuell auch mit Ganztagsbetreuung.

Er hat viele Ideenfür die künftige Entwicklung Epfendorfs

Und es sprudelt aus Hargina heraus, wenn das Gespräch auf die zukünftige Entwicklung Epfendorfs zusteuert. Er hat viele Ideen dazu, verweist auf die insgesamt gute Epfendorfer Infrastruktur, die vielfältige Vereinslandschaft mit breitgefächertem Angebot in der Gesamtgemeinde sowie innovative Modelle wie die Kooperation der Hauptschule mit der Robert-Gleichauf-Schule, auf denen man aufbauen könne und die es noch auszubauen gelte. Er kann sich moderne Finanzierungsmodelle wie Public Private Partnership (PPP) für Projekte in der Gemeinde vorstellen. Er will den permanenten Kontakt mit den Betrieben halten, "damit wir frühzeitig die Weichen stellen können, wenn es darum geht, Flächen für Erweiterungen oder Neuansiedlungen zur Verfügung zu stellen". Hargina möchte auch anregen, wieder einmal eine Gewerbeschau auszurichten und eine Organisationsstruktur für das Gewerbe zu schaffen. Der künftige Bürgermeister sollte sich aus seiner Sicht darum kümmern, das frühere Café Bushart wieder zu beleben. Dem Tourismus sollte in seinen Augen auch noch mehr Aufmerksamkeit geschenkt werden, nicht zuletzt durch einen Anschluss an den Tourismusverbund des Kreises. Epfendorf habe mit dem Neckartalradweg, der Schenkenburg, der Anna Kapelle und der Schlichemklamm einiges zu bieten. "Insgesamt müssen wir für Epfendorf die Werbetrommel noch wesentlich stärker rühren", unterstreicht der Kandidat mit Nachdruck. Epfendorf bietet Hargina die Möglichkeit, seinen Hobbys nachzugehen, sich "viel zu bewegen", sei es zu Fuß, mit den Walkingstöcken, mit dem Fahrrad oder auch auf den Skiern in den Alpen, wobei in seiner Freizeit immer seine Familie im Fokus steht. Entspannung findet er aber auch in handwerklichen Tätigkeiten im Haus und beim Basteln an Computern.

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