Lokale Agenda 21 stellt seit 15 Jahren Nachhaltigkeit und Gemeinschaft in Mittelpunkt

Von Verena Schickle Rottweil. Die Projekte der lokale Agenda 21 sind vielseitig. Und sie lebt vom Engagement vieler für die Gemeinschaft. Wie abwechslungsreich das sein kann, zeigte sich bei der Feier zum 15-jährigen Bestehen.Moni Kimmich und Ruth Gronmayer machen mit: Sie engagieren sich im Arbeitskreis "Zusammenleben in der Gesellschaft". Die eine, Kimmich, ist seit 2005 dabei, die andere, Gronmayer, seit diesem Jahr. Beide sind derzeit damit beschäftigt, die zweite Auflage des Stadtführers "Rottweil barrierefrei" zusammenzustellen. Von Menschen wie den beiden Frauen lebt die lokale Agenda 21, und das seit 15 Jahren. "Global denken – lokal handeln" – so lautet das Motto der Lokalen Agenda bis heute. Oberbürgermeister Ralf Broß erinnerte anlässlich des Jubiläums bei der Feier im Kapuziner an die Anfänge.

Agenda 21? Der Begriff geht zurück auf eine Konferenz der Vereinten Nationen zum Thema Umwelt- und Entwicklung 1992 in Rio de Janeiro. In der lokalen Agenda schlagen sich das Vorhaben, nachhaltig zu leben, vor Ort nieder. Inzwischen, seit der Gründung der Rottweiler Ausgabe im Jahr 1998, würden viele Bürger das Projekt mit vielerlei Aktionen verbinden. "Aber vor allem mit den Gesichtern von Menschen", die hinter der Aktion stünden, meinte Broß. So erinnerte er an das Trio der ersten Stunde: Frank Sucker, Andrea Friederike Crabu und Frank Weniger. Und dann ist da noch

Gudrun Müller, die Geschäftsstellenleiterin der lokalen Agenda 21, bei der alle Fäden zusammenlaufen. Sie kam mit großem Gepäck auf die Bühne im Kapuziner. Wanderstiefel, Turnschuhe oder Stöckelschuhe? Dicker Pulli oder farbenfroher Schal? Müller sinnierte über die passende Bekleidung für solch einen feierlichen Anlass. Und zog am Ende einfach Highheels – für den Überblick – und alle Schals an. In Blau, Gelb und Lila: genauso abwechslungsreich wie die lokale Agenda und die Rottweiler, die sich darin engagieren.

Müller gab einen Überblick über die Arbeitskreise Klimaschutz, Umwelt, neue Wohn- und Lebensformen, Zusammenleben in der Gesellschaft, "ErneuerBar" und Agenda-Kino. Bündnis 90/Die Grünen hatten 1998 beantragt, die Lokale Agenda 21 in Rottweil anzupacken. Seit das der Fall ist, wirkten die Ehrenamtlichen unter anderem am Klimaschutzkonzept der Stadt mit, engagierten sich für die Gründung der regionalen Energieagentur, richteten Tage für Menschen mit Behinderung oder 2012 die Nachhaltigkeitswoche aus. Die jüngsten Streiche: Das Reparatur-Café und die Gemeinschaftsgärten. "Ein richtig schönes Projekt", meinte Müller.

Ob solcher Vielfalt war Gastredner Jobst Kraus, Vorsitzender des ständigen Ausschusses Umwelt des deutschen evangelischen Kirchentags, beeindruckt. Er mahnte unter anderem an, die Energiewende schnell umzusetzen, den "bodenlosen Bodenverbrauch" zu stoppen und sich der Flüchtlingsproblematik anzunehmen. "Umwelt und Gerechtigkeit gehören untrennbar zusammen." Und weil sich hinter der lokalen Agenda 21 in Rottweil solch eine rührige Truppe verbirgt, hatte er gleich noch einen Tourismustipp parat: Wie wär’s mit Infourlauben für Agenda-Mitarbeiter aus ganz Deutschland in Rottweil?.