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Rottweil Eltern über Hornbach-Regelung empört

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Rottweil - Kinder sind die neuen Hunde, meint eine Leserin. Sie wendet sich nach einem Besuch im Rottweiler Hornbach-Markt entrüstet an die Redaktion, denn wegen der aktuellen Hygieneregeln wurde für die Familie nichts aus dem gemeinsamen Einkauf.

"Ich verstehe, dass der Besuch eines Baumarkts kein Familienausflug werden soll, der eine willkommene Abwechslung vom Alltag darstellt", schreibt uns die Rottweilerin im Bewusstsein, dass "wir gerade sehr außergewöhnliche Zeiten erleben und dass wir alle daher mit vielen Einschränkungen leben müssen". Gerade Kindern werde momentan sehr viel abverlangt: Kein Besuch von Freunden, Kindergärten und Schulen seien geschlossen. Gleichzeitig solle man die Kinder nicht zu anderen in Obhut geben wegen des Infektionsrisikos. "Was also tun, wenn man mit dem Partner zusammen Einkäufe tätigen muss – man nimmt das Kind schweren Herzens mit."

Meterlange Schlange vor dem Eingang

Es war ein Samstagmorgen, als sich die Familie deshalb mit dem fünfjährigen Kind auf den Weg machte. Auf dem Hornbach-Parkplatz zog sich die Schlange von Menschen, die in den Laden wollen, schon bis zur Einfahrt auf das Gelände. Trotzdem reihte sich unsere Leserin zusammen mit ihrem Mann und dem Kind ein.

Die ersten Hinweisschilder zu den Einlassregeln stehen erst auf den letzten zehn Metern vor der Ladentür: Kein Eintritt von Gruppen, doch eine Familie sei ja keine Gruppe, also seien sie auch die restlichen zehn Meter in der Schlange geblieben und so – nach 20 Minuten Warten in Kälte und Regen – schließlich an der Reihe, den Laden zu betreten. Nur dass sie dann vom Security-Personal "sehr unsanft" gehindert worden seien. Nur einer dürfe den Markt betreten, der andere könne ja mit dem Kind draußen warten.

Trotz Verständnis, dass Ladenbetreiber vor enorme Herausforderungen gestellt sind – nachvollziehen kann die Familie das Vorgehen nicht, denn sie beobachtete zur Genüge, wie andere zu zweit durch den Laden schlenderten.

Kunden sollen möglichst einzeln kommen

Konfrontiert mit dieser Schilderung, verweist Florian Preuß aus der Hornbach-Pressestelle auf die Bitte an die Kunden, möglichst einzeln zu kommen. Sowohl im Onlineshop als auch über Hinweisschilder im Eingangsbereich werde darauf hingewiesen. Gleichwohl stellt Preuß klar, dass mit Augenmaß vorgegangen werde: "Für Alleinerziehende mit Kleinkind oder auch ältere, hilfsbedürftige Menschen beispielsweise gibt es Lösungen in unseren Märkten."

Zum Schutz von Kunden wie Mitarbeitern orientiere sich Hornbach mit den neuen Regeln und Schutzvorkehrungen an den Empfehlungen des Robert-Koch-Instituts. Das bedeute stets die Abwägung, ob ein Marktbesuch nötig ist. Ein "Ausflug mit der Familie zur ›Freizeitgestaltung‹ ist in diesen Zeiten für uns schwierig, da es uns erschwert, die Sicherheit für Mitarbeiter und Kunden zu gewährleisten", verweist Preuß auf die Onlinekommunikation des Unternehmens. Sollte es bei einem erhöhten Kundenaufkommen nicht möglich sein, den gebotenen Abstand einzuhalten, "werden wir uns vorbehalten, Kundenströme vor Ort zu regulieren", ist weiter zu lesen.

Eltern suchen nach Alternativen

Die Familie in Rottweil hat beim Einkaufsversuch ihre eigenen Erfahrungen gemacht – und ihre Schlüsse gezogen: "Lässt man Kinder nicht mehr in den Laden, suchen die zahlenden Eltern nach Alternativen."

Hornbach ist derweil stolz darauf, dass es bei Kontrollen von Ordnungsämtern und Polizei keine Beanstandungen gegeben habe. Schließungen wegen Familienausflügen in den Baumarkt habe es bei ihnen nicht gegeben. "Wir sehen uns in der aktuellen Lage weiterhin in der Verantwortung, alles dafür zu tun, dass die Menschen in unseren Märkten Abstände untereinander einhalten und die Schutz- und Hygienemaßnahmen annehmen".

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