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Rottweil Eine Hommage an große Vibraphon-Virtuosen

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Anselm Krisch (von links), Dizzy Krisch, Karoline Höfler und Dieter Schumacher Foto: Friederichs Foto: Schwarzwälder Bote

Rottweil (hf). Über eine Direktschaltung schickte Gabriele Ayivi (Ehrenamts-Preisträgerin des Landes Baden-Württemberg) direkt aus Emene, Nigeria, von ihrem dort betreuten Haus mit 16 Kindern Grüße und Dank für das in Rottweil stattfindende Benefizkonzert: "Über Europa num, nach Afrika nei". In sattem Schwäbisch ortete Ayivi den Reinerlös für die dringend benötigte medizinische Versorgung. Ihre Schützlinge sangen ein nigerianisches Dankeslied direkt ins Badhaus.

Im Zusammenspiel wie solo überzeugend

Organisiert haben das Konzert Bernd Kammerer und Hans Joachim Baur mit mehreren Sponsoren und zahlreichen Gästen am Konzertabend. Das Jazz-Konzert "Vibraphone Diaries" mit dem Dizzy Krisch Quartett wurde zu einer Hommage an große Vibraphon-Virtuosen und gestaltete sich durch die geistreich-humorvolle Einführung des Vibraphonisten Dizzy Krisch zu einer äußerst konzentrierten und virtuosen Wiedergabe legendärer Jazz-Komponisten. Von Beginn an gewannen alle vier Musiker durch ihr homogenes Zusammenspiel (Dizzy Krisch konzertiert mit ihnen an die 30 Jahre) und ihre jeweiligen solistischen Partien.

Wie im ersten Set von Lionel Hampton dominierte Vibraphonist Krisch, ausgewogen getragen von den drei Mitspielern: Anselm Krisch am Klavier, seinen klaren Klavieranschlag dem Vibraphon angleichend, Karoline Höfler am Contrabass, souverän leicht zusammen mit Dieter Schumacher, Schlagzeug, rhythmische Tiefen auslotend. Ihre gemeinsame Virtuosität schlug sich in piano gehaltenen Sets ebenso nieder wie in crescendo forcierten Tempi eines Terry Gibbs.

In getragener Grandezza interpretierte das Quartett Milt Jackson, ein Jazz-Vibraphonist, den der gebürtige Schramberger Krisch in den 90er-Jahren nach Tübingen geholt hatte. Spätestens hier entpuppte sich der Vibraphonist-Virtuose auch als ungekünstelt charmanter Erzähler von Begegnungen mit internationalen Jazz-Größen, die sich in seinem Repertoire niederschlugen. Klassischer Jazz und barocke Anklänge vermischten sich in dynamisch vorgetragenen Sentenzen oder zurückhaltend getragenen Stücken wie der Ballade "Quintessence" von Quincy Jones. Durch das Vibraphon spielerisch vorbereitend im Set "Claudia" des Kubaners Jesús "Chucho" Valdés geriet "Sunshower" von Kerry Barron zu einer Lehrstunde über das Vibraphon und dessen Klangvolumen mit und ohne Tremolo, einschließlich erzählter Zollgeschichten (Klangplatten = Gold!).

Als Höhe- und zugleich Abschiedssets präsentierte das Dizzy Krisch Quartett mit eigenen neueren Kompositionen "Icegreen", einer introvertiert melancholischen Hommage an Island. Alle Musiker zeigten nochmals Hochform bei geschlossenem Forte bis zu zartester Reduzierung in ausklingendem Klavier solo.

Die "Pasadena", eine Geburtstagswidmung zum 95. an Inge Habig, brachte verwandtschaftliche Beziehungen zum Dizzy Krisch Quartett zu Tage. Auf den langen Beifall folgte eine Zugabe: dem historischen Datum 9. November entsprechend ein Lied gegen den Vietnamkrieg in Anlehnung an Louis Armstrong, wie Vibraphonist Dizzy Krisch anmerkte.

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