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Rottweil Einbrecher kommen mit Bewährung davon

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Das Rottweiler Amtsgericht verhandelte gestern den Fall dreier Männer, die angeklagt waren, aus der EnBW-Niederlassung in Oberndorf Kabel gestohlen zu haben. Foto: dpa

Rottweil - Glimpflich davongekommen sind drei Männer, die sich vor dem Rottweiler Amtsgericht ursprünglich wegen schweren Bandendiebstahls verantworten mussten. Am Ende ermöglichten ihre Geständnisse Bewährungsstrafen.

Wie steht man ein Verfahren wegen schwerem Bandendiebstahl kurz und schmerzlos durch? Ganz einfach: man gesteht ihn.

Das Rottweiler Amtsgericht verhandelte gestern den Fall dreier Männer, die angeklagt waren, aus der EnBW-Niederlassung in Oberndorf Kabel gestohlen zu haben. Im März 2011 waren sie nachts über die Mauer gestiegen, hatten zwei Kabel in der Länge von 40 und 50 Meter entwendet und ein drittes angesägt, um zu prüfen, ob Kupfer darin enthalten war. Dabei hinterließen sie der EnBW 20 Meter Kabelabfall und etwa 2500 Euro Schaden.

Die Verhandlung hatte kaum begonnen, da wurde sie auch schon wieder eine gute Stunde lang unterbrochen: Richter, Anwälte und Staatsanwaltschaft zogen sich zurück, um über eine Verständigung zu beraten, die wie folgt lautete: Sollten die Angeklagten ein Geständnis ablegen, kämen alle mit Bewährungsstrafen davon.

Daraufhin erklärten die Verteidiger der Beschuldigten die Anklage für zutreffend. Sie schränken allerdings ein, dass sich die drei Männer nicht zu einer Bande zusammengeschlossen hätten, um noch weitere Straftaten zu begehen. Es habe sich um eine einmalige Sache gehandelt. Auf dieses Eingeständnis hin wurden drei der vier geladenen Zeugen entlassen – ein schnelles, weitgehend unkompliziertes Ende der Verhandlung kündigte sich an.

Die drei Männer bekommen Bewährungshelfer

Nur noch die Aussage eines Oberndorfer Polizeikommissars hörte das Gericht an: Diesem zufolge klärte sich die Tat über das gemietete Fahrzeug der Angeklagten auf. Der Wagen fiel den Polizisten auf, weil er an einer Stelle geparkt war, die wochenends nicht genutzt werde, erklärte der Beamte. "Bei der Kontrolle fanden wir dann Kabelreste, Kanister und Aufbruchswerkzeug."

Gegenstände, die laut Anklage und auch nach Meinung des Kommissars darauf hindeuteten, dass weitere Einbrüche geplant waren. Dies konnte allerdings in der Hauptverhandlung nicht nachgewiesen werden und wurde von den Beschuldigten auch verneint.

So fiel das Urteil am Ende mild aus: sechs, sieben und elf Monate Freitheitsstrafe wurden wegen schweren Diebstahls und Sachbeschädigung verhängt, deren Vollstreckung jeweils zur Bewährung ausgesetzt wurde. Die längste Strafe kassierte der Angeklagte mit dem längsten Vorstrafenregister: Bereits als Jugendlicher hatte er sich der Vergewaltigung schuldig gemacht.

Dennoch sah das Gericht bei allen Dreien Chancen, dass sie wieder auf vernünftige Beine kämen – um sicherzugehen, würde allen ein Bewährungshelfer zur Seite gestellt, bestimmte die Richterin: "Sie brauchen alle ein wenig Hilfe."

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