Klaus Eberhartinger sah zwar schon mal glatter aus, doch wie die ganze EAV ist auch er eigentlich alterslos. Foto: Schnekenburger

Erste Allgemeine Verunsicherung begeistert beim Ferienzauber im Kraftwerk Generationen.

Rottweil - Es ist schon erstaunlich, wie wenig Zutuns es bedarf, um gute Songs, die schon ein paar Jahre, ja Jahrzehnte auf dem Buckel haben, geradewegs ins Jetzt zu katapultieren. Die Erste Allgemeine Verunsicherung, Kult schon, als die Herren noch bedeutend jünger waren, schaffen das anstandslos. Und wie! Und nicht nur das. Davon überzeugte sich am Dienstagabend das Ferienzauber-Publikum im Kraftwerk.

Klar, dass so eine Truppe auf solche eine Örtlichkeit anspringt, und so gibt es gleich zu Beginn ein riesiges Lob für die zurückhaltende Sanierung. Beim Publikum sind sich die Österreicher dagegen noch nicht so sicher: Wie kommt jemand dazu, der, als sie ihr "Neandertal präsentierten, gestern gleich mit dem ersten Takt gefeierter Eröffnungssong, noch nicht einmal auf der Welt war, jetzt zu Besuch aufs Alte-Herren-Konzert zu gehen? Die Antwort geben sie selbst. Und zwar gut zwei Stunden lang ohne nennenswerte Pause. Als Zugabe gibt's ein Medley und die seit 23 Jahren nicht gehaltene Versprechung "Morgen". Zum Glück blieb das Versprechen, wenn auch musikalische wunderbare, hohle Phrase.

Die "EAV" präsentierte sich launig wie immer, feinsinnig wie stets, auch im "Best of"-Programm überraschend aktuell, inspiriert wie man sie kennt, mit kleiner Kostümorgie, feinen Moderationen, netten Geschichten und viel, viel Druck in der Musik. Das Publikum genoss, wenn es nicht gerade mitsang, oder dann vielleicht erst recht, einen Abend, den Klaus Eberhartinger und Co. so hätten auch nur fürs eigene Vergnügen machen können. Im Kraftwerk mit solchem Publikum macht's aber mehr Spaß.