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Rottweil Dursch ist Teil der kulturellen DNA der Stadt

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Quelle: Unbekannt

"Ein Schmuckstück der baden-württembergischen Museumslandschaft ist neu gefasst", brachte Staatssekretärin Petra Olschowski die Neugestaltung der Sammlung Dursch auf den Punkt. Am Freitagabend wurde die Präsentation eröffnet.

Rottweil. Der Festakt findet in der Predigerkirche statt, die nicht nur direkt neben dem Dominikanermuseum steht, sondern einst zum dort verorteten Dominikanerkloster gehörte. Und vielleicht wird ja der ein oder andere, wenn er nach dem offiziellen Teil die Rampe oder Treppe Richtung Museum hinunter läuft durch den leichten Nebel die Lorenzkapelle sehen, von der an diesem Abend immer wieder die Rede ist, ja sein muss. Dort hatte die Sammlung einst ihren Platz, wurde mehrfach umgestaltet, bis sie 1992 ins Dominikanermuseum zog.

Hanna Kropp, die für das Büro Demirag Architekten zusammen mit Franziska Schmidt das Projekt betrieben hat, geht in ihrer Einführung auch darauf ein: Die Präsentationsgeschichte der Sammlung ist Teil der neuen Präsentation. Letztere ist Teil dieser Präsentationsgeschichte, und da hofft Kropp, dass die jüngste Neuausstellung künftige Generationen bestärke, die Sammlung zu bewahren, "und mit Begeisterung zu betrachten".

Wie diese Begeisterung motiviert sein kann, beleuchtet Kuratorin Ingrid-Sibylle Hoffmann, in deren Aufgabengebiet auch die Betreuung der Sammlung Dursch fällt. Sie kennt den Skulpturenschatz noch aus früheren Zeiten, sei extra wegen zweier Multscherfiguren in der Sammlung nach Rottweil gereist. Dieser Zugang ist die Begeisterung einer Kunsthistorikerin, die in der Sammlung noch anderes entdeckt – und Jahre später das Rad auf Seiten des Landesmuseums so am Rollen hält, dass die ganze Sammlung neu und damit jedes Objekt besser präsentiert – und erfahren werden kann. Schon unter den ersten Notizen auf der ersten Dienstreise – diese führte sie 2014 eben nach Rottweil, wo in der Ausstellung "Dialog" gerade mittelalterliche Sakral- mit Gegenwartskunst konfrontiert wird – sind Konzepte und Begriffe, die jetzt umgesetzt wurden. Etwa die Brücke, die nicht über die Kunstwissenschaft, sondern über die existenziellen Erfahrungen der Menschenbilder und dem Betrachter aus der Vergangenheit ins Jetzt geschlagen wird. Vom Aspekt, dass die Ausstellung auch Einblicke in die mittelalterliche Lebenswelt gewährt, ganz abgesehen.

Hoffmanns Chefin, Museumsdirektorin Cornelia Ewigleben, ist die Sammlung Dursch nicht nur geläufig, das merkt man ihrer Rede an, sondern auch wert: 4200 Personalstunden kommen für die Neuaufstellung der Sammlung aufs Konto des Landesmuseums. Das sind zum Beispiel Kosten von rund 175 000 Euro. Oder die Beobachtung: "In Stuttgart lief in Sachen Gemälde- und Skulpturenbetreuung öfter mal nichts, weil alle Restauratoren in Rottweil waren."

Dass es sich gelohnt hat, findet auch Olschowski, die die Sammlung Dursch in der "kulturellen ›DNA‹ der Stadt Rottweil" verortet und als Teil der "überaus reichen, spannenden kulturellen Szene" sieht, die identitätsstiftende Kraft trage, "und das Land auch kulturell reich macht." Großen Respekt zolle sie, die sich gerne für moderne Vermittlung auch mit digitalen Medien einsetze, den Machern, die konsequent auf analoge Vermittlung setzen. Wie diese aussieht, zum Beispiel das Familienheft, in das auch Mittel aus dem Leader-Programm geflossen sind, erklärt Museumsleiterin Martina Meyr, die auch von ihrer ganz persönlichen Geschichte mit der Sammlung Dursch erzählt – und wie zuvor Oberbürgermeister Ralf Broß vor allem für die 68 Patenschaften bedankt, die für die Restaurierung von Objekten übernommen wurden und zeigen, was die Sammlung vielen Rottweilern wert ist.

Übrigens: Das Grußwort der Staatssekretärin stand ziemlich am Anfang des Festes. Auch eher vom Ende gibt es ein Zitat, das die Erwähnung lohnt: "Ich bin baff!" – sagt einer ehrlich anerkennend und unverhohlen erstaunt, der eigentlich zu dem Stammgästen von Durschs Heiligen gehört, als er aus der Sammlung wieder ins Foyer tritt. Diese werden sich vielleicht, die Macher ganz gefreut haben.  Anlässlich der Eröffnung starten am heutigen Samstag ab 11 und 13 Uhr Führungen durch die Sammlung mit der Kuratorin Ingrid-Sibylle Hoffmann, am morgigen Sonntag ab 15 und 16 Uhr Einführungen in die neue Ausstellungskonzeption mit Museumsleiterin Martina Meyr.

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