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Rottweil "Die Bürger sollen sich sicher fühlen"

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Nicht nur mit dem hauseigenen Rottweiler ist er schon bestens vertraut: Markus Haug ist seit Oktober neuer Leiter des Polizeireviers Rottweil. Foto: Otto

Rottweil - Das erste Weihnachtsfest mit Kind liegt hinter ihm, seine erste Rottweiler Fasnet liegt noch vor ihm: Der 34-jährige Markus Haug ist neuer Leiter des Polizeireviers Rottweil. Nach drei ausgefüllten Monaten im neuen Amt ist nun, zwischen den Jahren, Zeit für ein ausführliches Gespräch.

Vom Stress der ersten Monate ist dem 34-Jährigen jedoch nichts anzumerken. Am 1. Oktober hat der gebürtige Schwenninger sein Amt angetreten. Erst kurz zuvor hat er sein Studium zum höheren Polizeivollzugsdienst an der Deutschen Hochschule für Polizei in Münster abgeschlossen – und steckte dann an der Basis gleich mittendrin in den Vorbereitungen zum Turmfest, der Nacharbeitung des Dreifachmords von Villingendorf, und natürlich der "ganz normalen" täglichen Polizeiarbeit.

Von der Hochschule an die Basis: Wie waren die ersten Monate in Rottweil?

Der Wechsel vom Hörsaal wieder zurück in die Praxis ist schon mit einer gewissen Umstellung verbunden. Hier prallen manchmal auch Welten aufeinander. Nach der ersten Eingewöhnungszeit habe ich mich aber inzwischen gut in Rottweil eingelebt. Die Hilfsbereitschaft und Unterstützung der Kolleginnen und Kollegen haben mir dabei sehr geholfen. Bis jetzt kann ich sagen: Die neue Aufgabe ist herausfordernd, macht aber viel Spaß.

Warum haben Sie sich für eine Polizeilaufbahn entschieden?

Ich glaube, dass dabei wohl auch mein Vater eine wichtige Rolle gespielt hat. Er war ebenfalls bei der Polizei, und daher bin ich schon von klein auf mit dem Polizeiberuf in Kontakt gekommen – ich wusste also genau, was auf mich zukommt.

Das hätte auch abschreckende Wirkung haben können...

Ja, aber das hat es ganz und gar nicht. Der Polizeiberuf ist für mich einer der interessantesten und abwechslungsreichsten Berufe, die es gibt. Insbesondere im Streifendienst weiß man nie, was der nächste Notruf mit sich bringt. Und die Fülle an möglichen Tätigkeitsfeldern ist einmalig.

Sie haben, wie bei Ihrer Amtseinführung zu hören war, einen hervorragenden Abschluss hingelegt und hätten auch die Chance gehabt, ins Ministerium nach Stuttgart zu gehen. Was hat für Rottweil den Ausschlag gegeben?

Die Leitung eines Polizeireviers gehört mit zu den interessantesten Funktionen im höheren Polizeivollzugsdienst. Man trägt einerseits große Verantwortung für die Sicherheit der Menschen vor Ort – im Bereich des Reviers Rottweil sind das 51.000 Bürger – und andererseits ist die Aufgabe mit einer entsprechend großen Personalverantwortung verbunden. Wenn sich so eine Gelegenheit bietet, muss man sie nutzen. Und da meine Frau und ich im Mai Nachwuchs bekommen haben, hat auch die Heimatnähe – ich komme ja aus Schwenningen und wohne in Bad Dürrheim – eine Rolle gespielt.

Wo sehen Sie die größten Herausforderungen in der aktuellen Polizeiarbeit?

Gerade jetzt in der dunkleren Jahreszeit nimmt traditionell die Zahl der Wohnungseinbrüche zu. Hier setzen wir einen Schwerpunkt unserer Maßnahmen. Wichtig ist es dabei auch, die Bürger zu sensibilisieren und in Sachen Einbruchsschutz zu beraten. Wenn ein Einbrecher mal 20 Minuten mit einer Terrassentür zu tun hat und sie nicht aufkriegt, dann lässt er es erfahrungsgemäß. Unsere Kriminalpolizeiliche Beratungsstelle ist da sehr aktiv. Was uns ebenfalls Sorge bereitet, ist die zunehmende öffentliche Gewalt gegenüber Polizisten. Gerade die Respektlosigkeit unterhalb der Straftatenschwelle ist ein Problem. Die Hemmschwelle wird immer geringer. Wir hoffen, dass wir diesem Trend mit der Einführung von Bodycams entgegenwirken können. Voraussichtlich ab Ende 2018 werden sie auch im Bereich des Rottweiler Reviers eingesetzt.

Kann die Polizei mit ihrem derzeitigen Personalstand überhaupt noch ihre Aufgaben bewältigen?

Ja, das kann sie. Keine Frage – was das Personal angeht, haben wir im Moment eine kleine Durststrecke zu durchlaufen. Es wird auch noch eine gewisse Zeit brauchen, bis der Nachwuchs, der nun infolge der beschlossenen 1800 Neueinstellungen rekrutiert wird, bei uns auf den Revieren ankommt. Bis dahin unterstützen wir uns gegenseitig. Die öffentliche Sicherheit wird darunter nicht leiden. An sieben Tagen die Woche wird den Menschen rund um die Uhr geholfen, wenn sie die 110 wählen. Das ist wichtig. Und auch wenn wir derzeit personell nicht zufrieden sein können – zumindest die Perspektive stimmt.

Wie viele Mitarbeiter haben sie derzeit im Revier Rottweil – und wie viele müssten es eigentlich sein?

65 Haushaltsstellen stehen dem Revier Rottweil zu. Derzeit sind es 59 Mitarbeiter – aber wenn man die Zahl bereinigt, Teilzeitkräfte und Abordnungen berücksichtigt, sind es deutlich weniger.

Ihre Einschätzung zur Restrukturierung der Polizeireform. Was bedeutet diese für die Polizeiarbeit in Rottweil?

Die Polizeistrukturreform Anfang 2014 hat entscheidende Verbesserungen mit sich gebracht und sich als grundsätzlich richtig und wichtig für eine zukunftsfähige Polizeiarbeit erwiesen. Dass bei einer Reform dieser Größenordnung nach drei Jahren in einzelnen Bereichen Nachsteuerungsbedarf besteht, ist naheliegend. Wenn ab 2020 das Polizeipräsidium in Konstanz sein wird, wird sich für das Revier Rottweil und – ganz wichtig – für die Bürger vor Ort nichts ändern. Für die betroffenen Mitarbeiter in Tuttlingen werden möglichst sozialverträgliche Lösungen angestrebt.

Wo sehen Sie als Leiter des Reviers Ihre vordringlichsten Aufgaben?

Global gesprochen ist es zusammen mit den Kolleginnen und Kollegen des Reviers meine Aufgabe, dafür Sorge zu tragen, dass die Menschen in Rottweil nicht nur sicher leben können, sondern sich auch sicher fühlen. Und dabei gilt es für mich, den Mitarbeitern möglichst angenehme Rahmenbedingungen zu schaffen und die Netzwerke, beispielsweise mit der Stadt, mit den Gerichten und der Staatsanwaltschaft, aufrechtzuerhalten und zu pflegen. Hier habe ich in den vergangenen Monaten schon erste gute Gespräche geführt.

Wie würden Sie Ihren Führungsstil beschreiben?

Ich pflege einen offenen, ehrlichen, vertrauensvollen Umgang mit den Mitarbeitern. Kommunikation ist mir wichtig. Mir liegt am Herzen, dass mehr miteinander und weniger übereinander geredet wird. Und ich versuche, immer ein offenes Ohr für die Kollegen zu haben und Probleme lösungsorientiert anzugehen. Natürlich muss man mit mir aber auch mal hart diskutieren – dann aber immer an der Sache orientiert.

Was ist eine Ihrer guten Eigenschaften? Und was eine eher schlechte?

Ich würde mich als sehr zielstrebig beschreiben. Was eine positive und eine negative Seite beinhaltet, ist mein Hang zu Perfektionismus und mein Streben nach qualitativ hochwertiger Arbeit. Damit haben dann die ein Problem, die diesen Anspruch nicht haben.

Ihr Vorgänger Michael Schlüssler hat ein gut bestelltes Feld hinterlassen. Wo gibt es im Revier Rottweil dennoch Ansatzpunkte zu Veränderungen?

Das mit dem gut bestellten Feld stimmt absolut. Und ich halte nichts von neuen Besen, die gut kehren, bei denen aber schon nach kurzer Zeit der Stil abbricht. Größere strukturelle Veränderungen sind daher aktuell nicht geplant. Mein Vorgänger hat mir keine größeren Baustellen hinterlassen.

Haben Sie gute Vorsätze für 2018? Und was wünschen Sie sich im neuen Jahr?

Mein Ziel ist es, Familie und Beruf weiterhin gut unter einen Hut zu bringen. Und ich möchte wieder mehr Sport treiben. Nach der Geburt unserer Tochter Lena hat meine sportliche Aktivität sehr nachgelassen. Das muss sich wieder ändern.

Ein Highlight steht Ihnen ja bald bevor: Die Rottweiler Fasnet. Haben Sie die schon mal erlebt?

Nein, aber die Einladung von Oberbürgermeister Broß zum Narrensprung am 12. Februar hängt schon hier an meiner Pinnwand. Ich werde – zusammen mit Polizeipräsident Gerhard Regele – dabei sein und freue mich drauf.

 
 

Ihre Redaktion vor Ort Rottweil

Armin Schulz

Fax: 0741 5318-50

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