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Rottweil "Dialekte sind Überlebenskünstler"

Von
Foto: Pius Jauch

Ist der Dialekt noch zu retten? Spätestens seit Ministerpräsident Winfried Kretschmann sich öffentlich für den Erhalt der Mundart einsetzt, ist das Thema im wahren Wortsinn in aller Munde.

Kreis Rottweil. In einer kleinen Serie beleuchtet der Schwarzwälder Bote das Phänomen Mundart aus verschiedenen Blickwinkeln. Heute schildert der Liedermacher und stellvertretende Vorsitzende des Vereins Schwäbische Mundart, Pius Jauch, seine Sichtweise.

Mundart gehört für Jauch ganz selbstverständlich zum Alltag, und dazu steht er. Dem Liedermacher, Schauspieler und (seit kurzem) auch Drehbuchautor, der in Bösingen aufgewachsen ist, ist es ein großes Anliegen, die Mundart nicht nur am Leben zu halten, sondern sie auch wieder unters Volk zu bringen.

Der Verein "Schwäbische Mundart", dessen stellvertretender Vorsitzender Jauch ist, bringt mit einem besonderen Projekt die Mundart zurück in die Schulen. Mehr als 700 Begegnungen an 300 Schulen habe es bereits gegeben. "Und das wollen wir noch ausbauen", kündigt er an.

Der Dialekt ist seiner Ansicht nach nicht nur ein "enormer kultureller Schatz", sondern "der Ton, der die Volksseele zum Klingen bringt", wie er poetisch anmerkt. Mundart verbinde und sei ein Instrument, den Zusammenhalt zu stärken, weiß der Liedermacher aus eigener Erfahrung. "Das merke ich bei meinen Konzerten sehr oft".

Dass Ministerpräsident Kretschmann die Dialektdebatte fördert, gefällt Jauch. "Schön, dass wir Aufmerksamkeit von höchster Stelle bekommen".

Dialekt eine gewachsene Sprachform

Im Dezember war Jauch auf dem Podium der Dialekttagung in Stuttgart, zu der das Staatsministerium eingeladen hatte. Zusammen mit dem Ministerpräsidenten wurde hier über die Zukunft der Mundart diskutiert.

Für Jauch ist ganz klar: Der Dialekt ist eine gewachsene Sprachform, die es wert ist, erhalten zu werden. Dass immer weniger Kinder Dialekt sprechen, ist das Eine. Wirklich ärgerlich allerdings ist aus seiner Sicht, dass Dialektsprecher häufig diskriminiert würden. "Das darf nicht sein. Wir sollten vielmehr vermitteln, dass es sich lohnt, dieses kulturelle Erbe zu schätzen und zu erhalten und nicht zu diskriminieren". Oft werde behauptet, dass Mundart die Sprache der Ungebildeten sei. "Das ist keinesfalls so. Die moderne Wissenschaft belegt, dass Leute, die Mundart beherrschen auch leichter Fremdsprachen lernen". Man solle sich nur mal vorstellen, wenn man in Bern Hochdeutsch und in Stuttgart kein Schwäbisch mehr spräche. Und was wäre die Fasnet ohne Mundart?! "Fasnet ist das Hochfest des Dialekts", so Jauch. Dort könne man erleben, welche Wirkung die Mundart entfalte.

Es gehe in der nun angestoßenen Debatte nicht um die Uniformierung der Mundart, sondern darum, liebevoller mit diesen gewachsenen Sprachstrukturen umzugehen. "Wir müssen das Selbstbewusstsein derer stärken, die die Mundart noch beherrschen", ermuntert er.

Dass die Dialekte aussterben könnten, das glaubt der Liedermacher allerdings nicht: "Dialekte sind wahre Überlebenskünstler", sagt er. Sie halten sich bereits seit vielen Jahrhunderten. "Und das wird auch so bleiben", ist er überzeugt. Die Initiative von Ministerpräsident Kretschmann sieht Jauch dabei als wichtiges Signal.

 

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Armin Schulz

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