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Rottweil "Der Wolf geht uns alle an"

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Foto: Skolimowska Foto: Schwarzwälder Bote

"Der Wolf geht uns alle etwas an!" – Zumindest in diesem Punkt waren sich alle Teilnehmer des Mahnfeuers zum Thema Wolf in Aichhalden einig. Bei der Veranstaltung am Samstag gab es eine hitzige Diskussion zwischen Schäfern, Politik und Vereinen um den Umgang mit dem Wolf im Schwarzwald.

Kreis Rottweil (mm). Theo Lehmann hatte die fachlichen Vorträge und die anschließende Diskussion zum Thema "Wolf in Baden-Württemberg" in seinem Schafstall organisiert. Gut 100 Besucher fanden am vergangenen Samstagabend den Weg zu dem Mahnfeuer. Darunter fanden sich neben vielen besorgten und aufgebrachten Schäfern, Kuh- und Ziegenhaltern auch interessierte Laien. Europaweit fanden am 15. September rund 1000 Mahnfeuer statt, um an den Wolf in Europa zu erinnern.

Schiltachs Bürgermeister Thomas Haas leitete den Abend mit einem klaren Statement ein: "Jetzt, wo der Wolf einmal da ist, könnten wir auch dafür sorgen, dass wir ihn wieder loswerden." Er machte deutlich, dass die kleinteilige Landwirtschaft und die dicht besiedelten Gebiete im Schwarzwald keinen Raum für Wölfe bieten könnten. Ein kleiner Hof, wie es üblich sei im "Ländle", könne die notwendigen Schutzmaßnahmen nicht leisten – das sei ein großes Problem. Haas richtete sich an den anwesenden Vertreter der Politik, den Landtagsabgeordneten Stefan Teufel (CDU): "Ich erwarte Antworten und Lösungen von der Landesregierung!".

Anette Wolfarth, Geschäftsführerin des Landesschafzuchtverbandes Baden-Württemberg, fand drastische Worte: "Die Situation ist ein Ding der Unmöglichkeit". So seien die aktuellen Schutzmaßnahmen und -empfehlungen kaum umsetzbar für Weidentierhalter. Die Mindeststandards für wolfsichere Einzäunungen seien unrealistisch und könnten einen Wolf auch nicht endgültig abhalten. Auch die Anschaffung von sogenannten "Herdenschutzhunden" sei keineswegs einfach – die Tiere seien unter Umständen gefährlich und würden ständig bellen. Die Lärmbelästigung in so dicht besiedelten Gebieten wie dem Schwarzwald sei einfach zu hoch.

Eine alternative Lösung schlug sie mit einer umfassenden Haftpflichtversicherung für alle Weidetierhalter vor, die diese im Fall eines Wolfsangriffes auffangen würde. Dem schloss sich auch Lehmann an. "Wir fordern, dass unsere eigentlichen Probleme erkannt werden", sagte Wolfarth zu Stefan Teufel.

Dieser stand Rede und Antwort und versprach den Anwesenden, die angeregten Punkte mit in den Landtag zu nehmen. Er verstehe die Sorgen der Weidetierhalter, so Teufel. Deshalb sei es sehr wichtig, diese Interessen auch der Landesregierung gegenüber zu repräsentieren. Als Bauernsohn sehe auch er kritisch, ob ein Zaun einen Wolf wirklich abhalten könne. Man brauche nun vor allem einen offenen Dialog zu dem Thema, den er gerne nach Stuttgart und Berlin tragen wolle.

Mehrere Weidetierhalter zeigten sich aufgebracht über die vorgeschlagenen Möglichkeiten zum Herdenschutz – diese würden im Ernstfall kaum helfen, oder man könne sie sich gar nicht erst leisten, so der Tenor. Stattdessen solle man den Wolf zur Jagd freigeben, zumindest sobald er einmal eine Herde angegriffen habe.

Wiederholt wurde auch der Ruf laut, die Politik müsse sofort handeln, bevor es noch mehr Wölfe und damit mehr Probleme gebe. In Nachbarländern wie Frankreich oder Österreich habe man gesehen, dass Weideschutzzäune nicht ausreichen würden. Auch die Sorge vor möglichen Übergriffen des Wolfes auf Menschen wurde geäußert. Stefan Teufel lenkte ein: Auch er sehe die Weidentierhaltung in Baden-Württemberg kaum verträglich mit der Wolfsansiedlung.

Sabrina Reimann vom Alternativen Wolf- und Bärenpark Schwarzwald dagegen war es wichtig, auch auf positive Beispiele aufmerksam zu machen und warnte vor einer einseitigen Sichtweise auf den Wolf.

Nach rund eineinhalb Stunden Information und Diskussion verabschiedete sich Teufel mit dem erneuten Versprechen, sich für die Interessen der Weidetierhalter einsetzen zu wollen und lud Anette Wolfarth zu einem runden Tisch mit Landwirtschaftsminister Peter Hauk (CDU) und Andre Baumann, Staatssekretär im Ministerium für Umwelt, nach Stuttgart ein.

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