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Rottweil Der Reiz am Forschen an den Figuren

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Mit "Der Hofmeister" feiert Heidrun Fiedler heute ihre Zimmertheater-Premiere. Foto: Hannes Caspar Foto: Schwarzwälder-Bote

Rottweil. Heidrun Fiedler ist Theater- und Filmschauspielerin. Sie war unter anderem im ZDF in "Der Alte" und "Solo für Weiss 2", bei den Karl-May-Spielen in Bad Segeberg, auf der Freilichtbühne in Lübeck als Bagheera in "Das Dschungelbuch" und als Pippi in "Pippi plündert den Weihnachtsbaum" zu sehen. Heute, Freitag, steht sie bei der Premiere von "Der Hofmeister" im Rottweiler Zimmertheater auf der Bühne.

Wo kommen Sie her? Wo sind Sie zu Hause?

Zu Hause bin ich bei meinen Eltern auf dem Bauernhof. Dort, im Oldenburger Münsterland in Niedersachsen, bin ich aufgewachsen.

Warum sind Sie Schauspielerin geworden? War das immer schon Ihr Traumberuf?

Ich wollte es tatsächlich schon im Kindergarten werden. Da haben wir "Die Vogelhochzeit" aufgeführt, und ich habe mir nichts sehnlicher gewünscht, als die Braut zu spielen. Und obwohl ich kurze Haare hatte, habe ich die Rolle dann auch bekommen. Ich durfte die Braut spielen, und es war ein Riesengeschenk für mich.

Wie war Ihr beruflicher Werdegang als Schauspielerin?

Nach dem Abitur habe ich ein sechswöchiges Seminar an der "Schule für Schauspiel Hamburg" besucht und danach meine Schauspielausbildung dort gemacht. Es war ein Riesenschritt für mich. Mein Vater ist Bauingenieur, meine Mutter ist Landwirtin. Aber sie haben mich wahnsinnig unterstützt.

Was ist das Schöne an diesem Beruf?

Ich glaube, das Reizvolle ist das Forschen an den Figuren und damit auch immer an sich selbst, an der Auseinandersetzung, am Dialog. Und dieses Schöpferische, das in Form von einem Theaterstück entsteht.

Was ist das Schwierige an diesem Beruf?

Das Schwierige ist, den Mut nicht zu verlieren, weil es auch Zeiten gibt, in denen man mit vielen Absagen konfrontiert ist. Bei mir kommen jetzt gerade viele Anfragen, ich habe wieder Wind in den Segeln.

Seit wann spielen Sie im Zimmertheater Rottweil?

"Der Hofmeister" ist meine erste Produktion am Zimmertheater. Es war relativ spontan: Mein Kollege Niklas Leifert hat mich vorgeschlagen, und kurz darauf habe ich eine Zusage von Peter Staatsmann und Bettina Schültke bekommen. In diesem Stück spiele ich drei Rollen, eine davon ist eine Männerrolle. Es ist eine neue Erfahrung und eine Herausforderung für mich. Was ich schön finde, ist der kleine, intime Raum des Zimmertheaters. Hier kann man die Feinheiten gut spielen.

Wie gefällt Ihnen die Stadt?

Viele Einheimische habe ich noch nicht kennengelernt, aber das ändert sich sicherlich nach der Premiere. Die Stadt finde ich total schön. Ich komme ja selber vom Land, deshalb ist mir Rottweil viel vertrauter als zum Beispiel das große Hamburg. Ich mag die Architektur, und das Essen hier ist fantastisch.

Wie entsteht eine Inszenierung? Ist die Probenzeit eine anstrengende Zeit?

Es ist immer tagesabhängig. Manchmal fließt es, manchmal fließt es überhaupt nicht. Es ist eine sehr konzentrierte Arbeit, und das finde ich toll. Abends nach der Probe bin ich danach manchmal richtig platt. Die Probenzeit beginnt mit einer Leseprobe. Der Regisseur hat den ganzen Überblick und nimmt uns dann mit auf seine Reise. Die Kollegen am Zimmertheater sind unglaublich angenehm, ich erfinde und probiere gerne mit ihnen.

Was bedeutet eine Premiere für Sie?

Viel Adrenalin. Und Leben. Ich fühle mich lebendig, wenn ich Theater spiele. Es ist alles live. Beim Theaterspielen ist man voller Energie bis in die Fingerspitzen. Nebenbei studiere ich. Da ist man im Kopf. Beim Theater ist man im Körper.

Was studieren Sie?

Kultur- und Medienmanagement an der Hochschule für Musik und Theater Hamburg. Ich könnte mir vorstellen, Projekte mitzugestalten und mitzuleiten.

Haben Sie eine Traumrolle?

Da bin ich ganz offen. Ich habe kein Genre, auf das ich festgelegt bin. Ich habe von Kindertheater über Street Art und Tanztheater alles Mögliche gemacht. In Norddeutschland habe ich bei den Karl-May-Spielen auf der Freilichtbühne vor 7000 Zuschauern gestanden. Für mich ist alles spannend, was kommt. Aber positive Figuren spiele ich schon gern. Vielleicht bin ich sehr romantisch veranlagt, ich bin eher für die Guten.

Wie ist Ihre Botschaft an die jungen Menschen, die vom Schauspielerberuf träumen?

Mit viel Idealismus geht’s. Ein gutes Netzwerk und treue Freunde sind unersetzlich. Man braucht auch einen langen Atem und wahrscheinlich eine ganz gute Portion Wahnsinn. Man muss Lust haben, sich auf etwas Neues einzulassen.  Die Fragen stellte Tatsiana Zelenjuk

 
 

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