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Rottweil Dem Landwirt in den Schweinestall geschaut

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Alle Hände voll zu tun haben die "Hiddehocker" um den Besucheransturm auf den Biohof Frey in Dürrenmettstetten zu bewältigen. Mehrere Tausend kommen auf den Hof im Teichelwasen. Im Schweinestall erklärt Lorenz Frey (rechtes Foto, rechts) die Fütterungsanlage der Mastschweine. Landrat Wolf-Rüdiger Michel (Dritter von rechts) und Landtagsabgeordneter Stefan Teufel (Zweiter von rechts) hören interessiert zu. Linkes Foto: Ein Vertreter vom Bioland Landesverband überreicht Martin Frey eine Urkunde für 25 Jahre Mitgliedschaft. Der Landrat beim Melkwettbewerb: Landrat Wolf-Rüdiger Michel brachte es nur auf wenige Milliliter, er wurde von Ortsvorsteher Robert Trautwein mit 200 Millilitern auf Platz zwei verdrängt. Fotos: Huß Foto: Schwarzwälder-Bote

Von Elke Huß Kreis Rottweil. Bis zu 3000 Besucher waren es, die die Gelegenheit nutzten und sich nicht vom leicht regnerischen Wetter abhielten ließen, um den Biohof Frey in Sulz-Dürrenmettstetten, der im Rahmen der Landesaktion "Gläserne Produktion" die Tore seines landwirtschaftlichen Betriebes öffnete, und den Hofladen im Ort zu besichtigen. Landrat Wolf-Rüdiger Michel, der in Begleitung des Landtagsabgeordneten Stefan Teufel kam, begrüßte auf der Hofstelle im Teichelwasen die Gäste und freute sich, dass "im äußersten aber schönsten Zipfel im Land", in Dürrenmettstetten, ein Zeichen gesetzt werde, dass ländlicher Raum in Baden-Württemberg gelebt werde.

Es stimme ihn froh, dass die Familie Frey seit vielen Jahren den Biohof mit Leidenschaft betreibe und damit den Weg für die nächste Generation vorbereite. "Wir brauchen nicht nur den regionalen Direktvermarkter, sondern auch Sie als Verbraucher", wandte er sich an die Gäste.

Landwirtschaft werde in Dürrenmettstetten auf einem hohen Niveau betrieben, erklärte Ortsvorsteher Robert Trautwein in seinen Grußworten. Durch den neu gebauten Schweinestall sei bei den Mastschweinen eine artgerechte Haltung gewährleistet. Er wünschte eine gute Entwicklung für den weiteren Bestand und hoffe, dass das Vertrauen der Besucher in die heimische Landwirtschaft durch diese Aktion gestärkt werde.

Ökolandwirtschaftsmeister Lorenz Frey gab einen Überblick über die Geschichte des Hofes. Vor 25 Jahren habe sein Vater Martin Frey, Landwirtschaftsmeister, und seine Mutter Cornelia, den Betrieb auf ökologischen Landbau umgestellt. Zusammen bewirtschaften sie 70 Hektar Grün- und Ackerland. Der Familienbetrieb halte im ausgesiedelten Stall im Teichelwasen 30 Mutterkühe und 40 Rinder und im Schweinestall, der im März bezogen wurde, 200 Mastschweine. Rund 250 Hühner lebten in Freilandhaltung neben dem Hofladen.

Die Familie Frey bot anlässlich der "Gläsernen Produktion" am Sonntag einen Einblick in die Arbeit eines Biobauernhofes. Bei stündlichen Führungen durch den Schweine- und Rinderstall informierte Lorenz Frey die Besucher über deren tiergerechte Haltung und die Fütterung mit fast ausschließlich betriebseigenen Futtermitteln, das zu 100 Prozent aus ökologischem Anbau stamme. Die strengen Richtlinien und Anforderungen im Ökolandbau würden dabei vom Betrieb eingehalten, "wir werden regelmäßig vom Verband kontrolliert und zertifiziert", erklärte Lorenz Frey.

Im Hofladen, der 2009 im ehemaligen Stall- und Ökonomiegebäude eröffnet wurde, herrschte den ganzen Tag über ein reges Kommen und Gehen. Zahlreiche Besucher und die Stammkundschaft des Bioladens nutzten den Tag der offenen Tür, um aus dem breiten Angebot einzukaufen, während die laufend frisch gebackenen Bauernbrote reißenden Absatz fanden. Verschiedene Wurstsorten, die aus eigener Herstellung stammen, konnten gekostet werden. Dinkel, Weizen und Roggen, als Korn und Mehl angeboten, stehen neben Kartoffeln und verschiedenem Feldgemüse ständig im Hofladen zum Verkauf. Aus der Leinpflanze stellt die Familie Frey kalt gepresstes Leinöl her, das in viertel- und halbe Liter Flaschen abgefüllt wird.

Für die kleinen Besucher war ebenfalls einiges geboten: Sie vergnügten sich den ganzen Tag über mit Ponyreiten, Kinderschminken, Bungee-Trampolin-Springen und auf der Strohhüpfburg. Leckere Pralinen aus dem Mühlbachtal bot Andrea Schuler-Schakurski von Pralinimo an. Für die Bewirtung über die Mittagszeit, Kaffee und Kuchen, zeichneten sich die Hiddehocker verantwortlich.

Die Vorführungen von Hackschnitzel- und Komposterzeugung fanden allgemeines Interesse. Beeindruckend dabei der Holzhäcksler des Lohnunternehmers Falko Roth, der Stämme bis 65 Zentimeter Durchmesser schluckt. Der Motorsägenschnitzer Thomas Meyer aus Pfalzgrafenweiler zeigte sein Können. Schnitzereien und Weihnachtskrippen konnten am Stand von Ernst Jäkle erworben werden. Michael Trautwein informierte über Moringa-Produkt. Weitere Ausstellungen von Landmaschinen, Technik- und Gartengeräten-Anbietern, eine Oldtimer-Schau von Albrecht Ziegler und Informationen der Bioland Erzeugergemeinschaft, des Kreisbauernverbands und ein Agrar-Quiz vom Landwirtschaftsamt über "Getreide – vom Korn zum Brot" rundeten den Aktionstag gelungen ab. "Wir haben sehr viel Arbeit in die Aktion gesteckt, umso schöner ist es jetzt, dass so viele Leute gekommen sind und alles so toll angenommen wird", zeigte sich die Familie Frey mehr als zufrieden.

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