Soziales: Houma Kustermann erfährt für ihr Kamerun-Hilfsprojekt großen Zuspruch / Nähmaschinen und Stoffe gesucht
Nähmaschinen und Stoffrollen stapeln sich vor dem Haus von Houma Kustermann. "Das ist wirklich der Wahnsinn", freut sie sich über die große Resonanz auf ihr Hilfsprojekt für Frauen in Kamerun in Afrika.
Rottweil. Sie ist Zahnärztin mit Leidenschaft, Mutter dreier Kinder, "und drei Hasen und zwei Schildkröten gilt es ebenfalls noch zu versorgen", erzählt sie mit ihrem gewinnenden Lächeln. Denn das ist noch nicht alles: So ganz nebenbei stemmt sie auch noch Hilfsprojekte für ihre Heimat Kamerun in Afrika.
Derzeit ist sie auf der Suche nach Nähmaschinen und Stoffen für das Projekt "Zutua", mit dem jungen Frauen in Meiganga, ihrem Heimatort, eine Ausbildung geboten wird. "Wir geben den Frauen dadurch eine Perspektive und die Grundlage, ihr Leben selbstständig meistern zu können", erklärt Kustermann und betont, dass dies sehr wichtig sei.
Die Oma von Houma, Marta Houma Yagong, war es, die 1964 eine der heute größten Frauenbewegungen in der Kirche Kameruns gründete – "Les femmes pour Christ". Die Idee, Frauen zu helfen, war durch die Konfrontation mit den Sorgen der Frauen, die weder lesen noch schreiben konnten, keinerlei Ausbildungsmöglichkeiten hatten und oft früh verwitwet waren, entstanden.
"Auch meine Oma selbst, ebenfalls aus einfachen Verhältnissen, hat das Lesen und Schreiben von ihrem Mann gelernt", erzählt Houma Kustermann. In Zusammenarbeit mit der Kirche habe man dann eine Art Frauenbildungszentrum gebaut, in dem die Frauen auch heute noch Nähen und Kochen lernen können. Houma kennt die Lebensverhältnisse in Kamerun bestens. Sie habe sich damals nie vorstellen können aus Kamerun wegzugehen. Kamerun zu verlassen sei nie Thema gewesen.
Doch dann sei alles ganz anders gekommen. Sie hatte Lebensmitteltechnik studiert und machte gerade ihr Diplom, als sie im Krankenhaus eine Delegation junger Ärzte aus Deutschland kennenlernte, die für Spaltoperationen, das heißt Beseitigung von so genannten Hasenscharten und Co., nach Afrika gekommen waren.
"Ein Oberarzt meinte, ich müsse unbedingt Medizin studieren und leitete alles in die Wege, so dass ich dann mit 23 Jahren nach Deutschland kam", erzählt die Zahnärztin. Ihr ist es ein großes Anliegen, ihre Heimat und das Lebenswerk ihrer Großmutter auch aus der Ferne weiter zu unterstützen. Da die Nähmaschinen im Bildungszentrum mittlerweile in die Jahre gekommen sind und niemand sie dort warten oder reparieren kann, fragte sie in ihrem Bekanntenkreis nach, wer noch eine Nähmaschine habe. So kam ihr Projekt, Dank vieler Unterstützer aus ihrem Freundes- und Bekanntenkreis, ins Rollen und sie ist überwältigt von der guten Resonanz.
Eine große Spende habe sie auch von der Firma Mey erhalten: "Das waren sechs Paletten Stoffe, 10 000 Stoffmasken, 15 Nähmaschinen und Unterwäsche für Frauen", informiert sie.
Wer möchte, kann aber auch die Ausbildung einer der Frauen in Kamerun unterstützen. 50 Euro kostet die Ausbildung pro Jahr. Noch den gesamten März über werden Nähmaschinen und andere Sachspenden entgegengenommen. "Dann wollen wir den Container verschiffen. Und ich hoffe, dass er dann im September, wenn ich wieder in Kamerun bin, angekommen ist und wir die Sachen verteilen können", plant die Ärztin.
Die Spendenaktion für Zutua Meiganga ist eine Aktion des eingetragenen Vereins "Hamami – Schenk ein Lächeln".