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Rottweil Damit das Vergangene das Gewissen schärft

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Gedenkfeier in der Begegnungswoche im EckerwaldFoto: Initiative Eckerwald Foto: Schwarzwälder Bote

Region. Die Stichworte "Verantwortung", "Erinnerung", "Gegenwart" und "Zukunft" bildeten die Eckpfeiler der Gedenkwoche der Initiative Eckerwald. Auf vielfache Weise wurden die Themen mit den Gästen aus Polen, Frankreich und Luxemburg erfahrbar. Einerseits war das Leiden der Häftlinge in den Schiefer­ölwerken als "Vernichtung durch Arbeit" ein Kollektivschicksal, andererseits sind es einzelne Menschen, deren Los durch neue Einblicke in die Geschichte sichtbar wird.

Unter Führung des Historikers Hans Harter fand man sich am "Polenstein" im Schenkenzeller Wald zusammen, wo an die Ermordung des Kriegsgefangenen Bernard Podzinski in drei Sprachen erinnert wurde. Zur Gedenkfeier war eine achtköpfige Familie aus Österreich gekommen; Fabio Curman, der 16-jährige Urenkel des in Dautmergen ermordeten Rudolf Curman aus Slowenien, hatte nach zweijährigen Recherchen den Namen seines Urgroßvaters im Totenbuch und auf einer Tafel in der Schörzinger KZ-Kapelle entdeckt und stand nun mit drei Generationen vor dem Namen seines Urgroßvaters.

Frédérique Neau-Dufour, Leiterin des Gedenkortes Natzweiler-Struthof, stellte die besorgte Frage, ob solche Formen blinder Unterdrückung auf die eine oder andere Art im heutigen Europa wieder entstehen könne. Die Antwort laute: Ja, wenn wir uns nicht engagieren, ist der Terror wieder da.

In den Grußworten der polnischen, französischen und luxemburgischen Gäste kamen ähnliche Sorgen zum Ausdruck. "Lernt aus verwehter Spur, dass die Wüste nicht wächst", hieß auch die Ermahnung von Pfarrerin Gabriele Waldbauer, deren Predigttext im ökumenischen Gottesdienst in der Schörzinger Kapelle von Pfarrer Timo Weber verlesen wurde. "Gedenken macht Sinn, wenn aus der Erinnerung Wissen erwächst, wenn das Vergangene heute unser Gewissen schärft." Auf dem KZ-Friedhof Schömberg gab es noch die "kleine Gedenkfeier".

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