Wandern: Rundweg auf den Spuren des Wassers durch die Rottweiler Innenstadt / Mit Quiz: Eisgutscheine zu gewinnen
Urlaub in fernen Ländern wird in diesem Jahr schwierig. Doch auch in der Heimat gibt es viele schöne Ecken, die erwandert oder per Fahrrad entdeckt und erkundet werden können. In unserer Serie stellen wir einige Touren vor.
Rottweil. Wasser war und ist in den Städten ein kostbares Gut. In einigen Häusern der historischen Innenstadt gab es in den Kellern so genannte Hausbrunnen. Deswegen gab es auch im öffentlichen Bereich zahlreiche Brunnen, die großteils heute noch, oder wieder, zu sehen sind. Einige besonders schöne Exemplare sind Teil der Brunnentour.
Sogar einen eigenen Brunnenmeister hatte die Stadt damals in ihren Diensten, der dafür sorgte, dass die Bürger sämtliche Regeln einhielten. So durften Tiere nicht an allen Brunnen trinken, galten diese doch der Trinkwasserversorgung der Bürger.
Für die Tiere gab es ausgewiesene Trinkstellen. Eine davon kann man heute noch in der Oberen Hauptstraße, am Apostelbrunnen sehen: Neben dem großen wird auch ein kleinerer Brunnentrog mit Wasser gespeist, das so genannte "Mausbrünnle". Die Tour ist übrigens für große und kleine Entdecker geeignet. Es gibt Quizfragen zu den historischen Wasserspendern zu lösen und dabei drei Eisgutscheine von jeweils zehn Euro zu gewinnen. Wir wünschen viel Spaß dabei.
Die Tour startet im Stadtgraben. Ein paar Stufen müssen wir abwärts gehen, um den Stadtgraben-Brunnen mit seinen fünf großen Kugeln genauer anzuschauen. Oskar Hölder hat ihn um 1880 geplant. Der Stadtgraben-Brunnen wird aus einer eigenen Quelle gespeist. Frage 1: Wie viele Brunnenschalen mit Wasser hat der Brunnen am Stadtgraben?
Weiter geht es die Stufen wieder hinauf und leicht rechts, um den Rebstock-Brunnen zu erreichen, der bereits in einer Zeichnung aus dem Jahr 1888 von Oskar Hölder zu finden ist. Das Original der Figur auf der Brunnenspitze ist noch heute in der Kunstsammlung Lorenzkapelle zu sehen. Zwei Wappen finden sich ebenfalls an dem Brunnen, eines davon kann dem Zisterzienserorden zugewiesen werden. Der Klosterhof der Zisterzienserinnen von Rottenmünster an der Hochbrücktorstaße hatten hier offensichtlich das Wasserrecht. Frage 2: Welches Tier sitzt oben auf dem Rebstockbrunnen und ist Wächter der beiden Wappen?
Weiter geht es die Suppengasse hinauf und an der Kreuzung rechts die Sprengergasse hinab bis zur Hochbrücktorstraße. Hier gelangen wir zum Grafenbrunnen, oder auch Georgsbrunnen. Der Standort des Brunnens vor dem ehemaligen Haus der Grafen von Sulz (heute Volksbank), gilt als ältester Standort eines Rottweiler Hauptbrunnens. Die Brunnensäule aus rotem Buntsandstein geht auf das Jahr 1510 zurück.
Gleich drei Heilige sind an der Brunnensäule zu finden: Maria, die Muttergottes und Schutzheilige der Stadt, die Heilige Katharina und der Heilige Georg mit dem Drachen. Der Brunnen hat übrigens mehrmals den Standort gewechselt. So wurde er 1874 beim Hochturm aufgestellt und stand ab 1974 als Georgsbrunnen vorübergehend auf dem Münsterplatz. Erst 1996 wurde er vom Geschichts- und Altertumsverein und mit Unterstützung der Volksbank als Kopie wieder an seinem jetzigen Standort aufgestellt. Frage 3: Finde die Maria am Grafenbrunnen. Wie erkennt man sie?
Nun führt die Tour weiter stadteinwärts. Kurz vor dem Straßenkreuz steht der Marktbrunnen, weil am Friedrichsplatz einst der Rindermarkt abgehalten wurde. In seiner heutigen Gestalt gibt es den Brunnen seit dem Jahr 1540. Auch dieser Brunnen gilt als Hauptbrunnen der Stadt. Ganz obenauf thront der Schweizer, der an den Ewigen Bund mit der Schweiz erinnert, der sich im Jahr 2019 zum 500. Mal jährte.
Die Besonderheit: Der Bund wurde nie gelöst und besteht bis heute. 1957 wurde die Brunnensäule durch eine Kopie ersetzt. Die 16 erhaltenen Statuen sind in der Kunstsammlung Lorenzkapelle zu sehen. Die Kopien haben die Rottweiler Künstlerin und Bildhauerin Germana Klaiber-Kasper sowie Heinrich Krauss gefertigt. Frage 4: Wie viele Ecken hat der Marktbrunnen, zähle sie...
Am Marktbrunnen biegen wir rechts in die untere Hauptstraße ein und folgen ihr bis zum Spital. Hier ist, ganz unscheinbar, ein weiterer Brunnen zu sehen, den Thomas Lenk 1969 gestaltet hat. Aber bereits im Jahr 1381 wurde ein Spitalbrunnen dort erwähnt. Auf der Pürschgerichtskarte von David Rötlin, die im Stadtmuseum angeschaut werden kann, ist der Brunnen ebenfalls zu entdecken. Im 19. Jahrhundert soll ein Metallbrunnen den einstigen Brunnen abgelöst haben, bis der Lenk-Brunnen aufgestellt wurde. Frage 5: Welche Farbe haben die Elemente des Spitalbrunnens?
Wir überqueren nun die Hauptstraße und folgen der Lorenzgasse, bis wir zum nächsten Brunnen bei der Lorenzkapelle, gelangen. Dieser Brunnen wurde erst im Jahr 1993 vom Rottweiler Geschichts- und Altertumsverein dort errichtet. Der Verein war es auch, der die Kopie des kleinen Putto, der die Brunnensäule ziert, fertigen ließ. Das Original, ebenso in rotem Sandstein gefertigt wie der gesamte Brunnen, befindet sich in Privatbesitz und stammt vermutlich von einem Rottweiler Brunnen aus dem späten 16. Jahrhundert. Frage 6: Was trägt das Engelchen in der Hand?
Weiter geht es links die Lorenzgasse hinauf in Richtung Predigerkirche. Wenn wir aus der Gasse heraustreten, ist linker Hand der Christophorus-Brunnen zu sehen. 1622 soll seine Brunnensäule erneuert und ergänzt worden sein. Auch dieser Brunnen wechselte seinen Standort und wurde 1893 in die Anlage beim Hochturm gebracht. Erst 1928 wurde er bei der Predigerkirche wieder aufgestellt. Der Heilige Christophorus war übrigens ein sehr beliebter Brunnenheiliger. Er gilt als Schutzpatron der Reisenden. Frage 7: Wen oder was hat der Christophorus auf seiner Schulter?
Wir überqueren die Straße und folgen dem Weg wenige Meter leicht bergauf zum Neuen Rathaus. Im Innenhof gelangen wir zum Brunnen, den der renommierte Rottweiler Stahlbildhauer Erich Hauser schuf. Er wurde 1979 aufgestellt. Durch den Brunnen, den beckenartige Dreiecksflächen und quadratische Stelen mit geometrischen Plastiken charakterisieren, führt diagonal ein Weg. Frage 8: Wie viele einzelne Säulen zählst Du?
Wir folgen dem Weg und biegen in der Pfarrgasse rechts und nach wenigen Metern wieder links ab in die Rathausgasse, der wir bis in die Fußgängerzone folgen, wo linker Hand der Apostelbrunnen steht. Bereits 1323 soll beim Rathaus ein Brunnen gestanden haben. Auf der Pürschgerichtskarte ist ein achteckiger Brunnen mit einer in einer Fahne auslaufenden Brunnensäule zu sehen. Erst 1984 wurde annähernd an dem Platz, an dem der einstige Brunnen gestanden haben soll, die Kopie des Apostelbrunnes aufgestellt, dies einmal mehr auf Initiative des Geschichts- und Altertumsvereins. Das Original stand wohl ursprünglich ab 1520 beim "Rössle". Apostelbrunnen heißt der Brunnen deswegen, weil Statuetten der Apostel Petrus, Jakobus d. Ä. und Johannes in den Nischen der Brunnensäule stehen. Frage 9: Wozu dient das kleine Brünnlein am Apostelbrunnen? Als Ablauf? Für die Tiere? Zum Füße waschen?
Zum Abschluss verlassen wir die historische Innenstadt durch das Schwarze Tor in den "Vorort" Zizenhausen. Hier biegen wir rechts ab und folgen an der Straßengabelung links der Flöttlinstorstraße stadtauswärts. Nach etwa hundert Metern folgen wir gegenüber der Weinhandlung Grimm links dem Weg leicht bergan. Nach wenigen Metern erreichen wir ein ganz besonderes Brunnenkunstwerk: den Mädelesbrunnen, den die Rottweiler Bildhauerin Germana Klaiber-Kasper gestaltet hat. Frag e 10: Was hält das Mädchen in der Hand?
Am Mädelesbrunnen endet die Tour, und wir gehen zurück am Schwarzen Tor vorbei und folgen an der Kurve beim Café Lehre leicht links der Waldtorstraße hinunter in den Stadtgraben. Wer alle Antworten weiß, schickt diese bis Donnerstag, 25. Juni, per E-Mail an redaktionrottweil @schwarzwaelder-bote.de, Stichwort Brunnen. Wir verlosen drei Eisgutscheine von jeweils zehn Euro. Name und Adresse bitte nicht vergessen.