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Rottweil Brückenbau: Bürger fürchten Chaos

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Die Verlängerung der Mühlwiesenstraße ist im Normalfall für den öffentlichen Verkehr gesperrt. Bis zur Herstellung der neuen Primbrücke wird hier der innerörtliche Verkehr einspurig durchgeleitet (linkes Bild). Eine Ampel soll über sieben Monate lang die innerörtliche Umleitung über dieses Brückchen (rechts) regeln. Foto: Schmidt

Rottweil-Göllsdorf - Das Großprojekt Primbrücke rückt näher: Ende Februar wird die alte Brücke abgebaut. Die Verbindung zwischen Göllsdorf und Rottweil soll während der siebenmonatigen Bauzeit aufrecht erhalten bleiben. Ohne Belastung der Bürger ist die Maßnahme aber nicht umzusetzen.

Die Primbrücke, die Göllsdorf mit Rottweil verbindet, trägt seit dem Jahr 1891 die Hauptlast des Göllsdorfer Verkehrs. Für den Begegnungsverkehr ist das Bauwerk zu eng und für Fußgänger, durch den schmalen Gehweg, fast schon beängstigend. Wie auch die Risse im Unterbau, die das betagte Alter sichtbar machen.

Neubau lang ersehnt

Die Verkehrsbelastung steigt ebenso wie die Nutzung durch Fußgänger, da der Weg zur Ringzughaltestelle über die Brücke führt. Seit Jahren fordert der Ortschaftsrat vehement den Bau einer neuen Brücke. Und nun wird sie kommen. Mitte Februar beginnen die Maßnahmen mit dem Abbau der alten und dem Bau einer neuen Brücke. Insgesamt 1,5 Millionen Euro soll die Maßnahme kosten. Abzüglich der Zuschüsse aus dem Brückenfond übernimmt der Kreis 840.000 Euro und die Stadt Rottweil für verbesserte Gehwege 160.000 Euro.

Was die Freude trübt, ist die über sieben Monate fehlende Brückenverbindung zwischen Rottweil und Göllsdorf. Was bleibt, ist nicht mehr als ein Provisorium. Es als innerörtliche Umleitung anzubieten, ist für viele mutig. Rad-Gehwege und Anliegerstraßen werden zu Einbahnstraßen, auf einem Brückchen (Schelmenbrücke) soll eine Ampel für die einspurige Überquerung sorgen und zwei weitere Ampeln für geordnete Verhältnisse. Dennoch lassen sich die Behörden darauf ein, um die Göllsdorfer vor der langen Umleitung über Wellendingen zu bewahren.

Skepsis wird laut

Doch was erfahrene Köpfe aus Verkehr und Polizei erarbeitet haben, stößt bei vielen Bürgern auf Skepsis. So blieb das Raunen in der Mehrzweckhalle, in der am Montag eine Bürgerinformationsveranstaltung abgehalten wurde, nicht aus. Auch nicht der Aufschrei, als die Bürger erfuhren, dass die ENRW parallel zum Brückenschlag die Straße hinter dem Durchlass zwischen Rottweil und Göllsdorf aufreißen wird. Man nutze die Baustelle, um hier lang überfällige Leitungen zu reparieren, so Helmut Altnöder von der ENRW. Die Straße werde dafür einseitig gesperrt. Daher die dritte Ampel.

Die nächste Sperrung Richtung Rottweil erwartet die Autofahrer in der Lehrstraße. Die Empörung ging in Gelächter über. "Die ENRW muss da ran. Besser jetzt als in einem Jahr nochmal sperren", warb Ortsvorsteher Wolfgang Dreher um Verständnis. Doch für einen war das Maß voll, und er erhielt Beifall. Er sprach von absolutem Chaos, das entstehen werde, von ewig langen Staus und einem unerträglichen Ausweichverkehr über die Böhringer Steig.

Zuvor hatte Fachbereichsleiter Bernd Pfaff die Möglichkeit von gleichgeschalteten Ampeln ausgeschlossen, auch könne die Abbiegespur auf der B 27 Richtung Göllsdorf nicht gesperrt, mithin der überörtliche Verkehr nicht ausgeschlossen werden.

Behelfsbrücke kommt

Derzeit bliebe nur die Glaube daran, dass die Situation in Göllsdorf überörtliche Fahrer abschrecke und sie die Strecke während der Bauphase meiden. Eben dies blühe nun auch den Radfahrern, warfen diese ein. Sie würden durch den vielen Verkehr auf der innerörtlichen Umleitung ihrer bisherigen Strecken nach Rottweil beraubt. Zudem blicken einige Bürger sorgenvoll auf die Feldwegstrecke (Verlängerung Primstraße) zwischen Göllsdorf und der Firma Mahle, die der Busverbindung und dem Rettungsdienst vorbehalten sei. Schon bei der Sanierung der Ortsdurchfahrt sei der schmale Weg von Autofahrern genutzt worden. Eine permanente Überwachung sei nicht möglich, erwiderte Pfaff, aber für Polizeikontrollen werde er sich einsetzen.

Doch es gab auch eine Stimme, die die innerörtliche Umleitung begrüßte und dafür Beifall fand. Für Fußgänger und Fahrradfahrer werde doch extra eine Behelfsbrücke gebaut, hielt der Bürger den Befürchtungen entgegen, und ohne die innerörtliche Umleitung bliebe den Göllsdorfern nur noch die Strecke über Wellendingen.

Von der Diskussion verschont blieb der eigentliche Bauherr, der Kreis. Martin Osieja, Leiter des Straßenbauamts, und Bauleiter Klaus Eger stellten die überörtliche Umleitung und die Baumaßnahme mit einer anschaulichen Präsentation vor. Bei der Überprüfung vor einem Jahr waren Risse im Unterbau der Brücke entdeckt worden. Keiner könne genau sagen, wann die Konstruktion versage, aber die Anzeichen müssten ernst genommen werden. Lasse es die Witterung zu, werde Mitte Februar mit dem Bau einer Behelfsbrücke für Fußgänger und Radfahrer begonnen. Voraussichtlich Ende Februar werde die alte Brücke abgebaut und mit dem Neubau gestartet. Die neue Brücke hat dann eine Fahrbahnbreite von 6,5 Metern (derzeit vier Meter) und einer Gehwegbreite von 2,5 Metern (derzeit ein Meter).

Bis zur Saukirbe, Anfang Oktober, soll die Maßnahme fertig gestellt sein. Könne der Zeitplan nicht eingehalten werden, würde die Brücke während der Saukirbe für Fußgänger geöffnet.

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