Haben den Konflikt untereinander ausgeräumt: Oberbürgermeister Ralf Broß und BI-Chef Henry Rauner. Foto: SB-Archiv

Oberbürgermeister und BI-Chef führen mehrere Telefonate wegen Kapuziner.

Rottweil - Der Streit zwischen Oberbürgermeister Ralf Broß und dem Vorsitzenden der Bürgerinitiative Kapuziner, Henry Rauner, um die Kapuziner-Spende ist vom Tisch. Beide haben in den vergangenen Tagen des Öfteren miteinander telefoniert und die Differenzen ausgeräumt. Das haben beide im Gespräch mit dem Schwarzwälder Boten bestätigt. Broß möchte dabei nicht von einem "Streit" oder "Konflikt" sprechen, eher von "unterschiedlichen Auffassungen".

Diese gab es in den vergangenen Tagen bezüglich der Bar-Spende der BI Kapuziner an die Stadt in Höhe von 180 000 Euro. Die Stadtverwaltung selbst hatte ursprünglich mit 300 000 Euro kalkuliert. Zusammen mit anderen Faktoren muss sie beim Kapuziner 146 000 Euro nachfinanzieren. Der Umwelt-, Bau- und Verkehrsausschuss hatte diese Summe in der Sitzung in der vergangenen Woche einstimmig genehmigt (wir berichteten). Der Gemeinderat wird sich in seiner heutigen Sitzung damit voraussichtlich nicht befassen, die Kapuziner-Spende steht zumindest nicht auf der Tagesordnung. Der Beschluss des Ausschusses ist wirksam.

Broß und Rauner werden sich im Zusammenhang mit der Gesamtabrechnung der Kapuzinersanierung im neuen Jahr zusammensetzen und detailliert die Leistungen der BI zusammenstellen.

Stiftung Denkmalschutz überreicht 15.000 Euro

Und es gibt eine weitere schöne Nachricht im Zusammenhang mit dem früheren Kloster: Im Zuge der Gesamtsanierung unterstützt die Deutsche Stiftung Denkmalschutz (DSD) die Arbeiten zur Dachsanierung am Kutschenhaus des ehemaligen Kapuzinerklosters. Den Fördervertrag in Höhe von 15 000 Euro für die Dachabdichtungs- und Dachdeckungsarbeiten überbringt Ekkehard Achterberg vom Ortskuratorium Villingen-Schwenningen der Deutschen Stiftung Denkmalschutz (DSD) nun am morgigen Donnerstag an die Stadt.

Die Maßnahmen am letzten zur Restaurierung anstehenden Gebäude des Klosterkomplexes erhielten ebenfalls Mittel vom Land und aus dem Landessanierungsprogramm, heißt es in der Pressemitteilung. Die Stiftung erinnert an die Geschichte des Kapuzinerklosters, das 1623 gegründet und nach der Zerstörung im Dreißigjährigen Krieg in der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts an der Neutor-Straße wieder aufgebaut wurde.

Der Zweite Weltkrieg beendete die Glanzperiode des Gebäudes, im Sonnensaal wurden Zwangsarbeiter einquartiert. 1950 entstand in der Sonne wieder ein Gaststättengewerbe, doch die gastronomische Ära endete in den 1960er Jahren endgültig.

Auch als die Stadt den Komplex 1969 erwarb, konnte sie den Substanzverfall trotz regelmäßiger Dachreparaturen und allgemeiner Sorge um den Bau nicht aufhalten, heißt es in dem Bericht. Zahlreiche Anläufe zur Sanierung scheiterten. Erst die engagierte Bürgerinitiative "Kapuziner Rottweil" rettete nach 2004 den zeitweise vom Abriss bedrohten Komplex erfolgreich.

Für das ehemalige Rottweiler Kloster, das seit Anfang des Jahres als Mehrgenerationenhaus städtisches Begegnungszentrum zwischen Jung und Alt ist, stellte die DSD in den beiden vergangenen Jahren im Rahmen der Gesamtsanierung 200 000 Euro zur Verfügung.

Die Anlage gehört zu den über 170 Projekten, die die 1985 gegründete Denkmalschutz-Stiftung in Bonn dank privater Spenden und Mitteln der Glücks-Spirale, der Rentenlotterie von Lotto, im Land förderte.

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