Anja Schmiel am Englischhorn, Andreas Zenke am Fagott, Bärbel Bühler an der Oboe und Simon Strasser an der Baritonoboe (von links) beim Sommerkonzert im Heilig-Kreuz-Münster Foto: Baum Foto: Schwarzwälder-Bote

Sommerkonzert im Heilig-Kreuz-Münster / Festlicher Auftakt mit Bachs Englischer Suite

Von Angela Baum

Rottweil. Mit Werken von Bach, Mozart und Clemens Freiherr von Schmittenberg begeisterte das Berliner Oboenquartett sein Publikum am Sonntagabend im Rottweiler Heilig-Kreuz-Münster. Den festlichen Auftakt des Konzertabends gestalteten die Musiker mit Johann Sebastian Bachs Englischer Suite Nr. 3 g-moll. Brillant gespielt, agil in den schnellen Sätzen und gefühlvoll in den langsamen Passagen begeisterten die Musiker von der ersten Minute an.

Feierliche Jubelklänge kamen im ersten Satz, einem Prélude zum Tragen, hier faszinierte der feine, schöne Oboenklang der Instrumente, die durch ein Fagott verstärkt wurden. Ornamentreiche Verästelungen der Stimmen ließen aufhorchen. Der zweite Satz, eine Allemande, war eher tänzerisch geprägt. Wunderbar weiche, singende Klänge der ersten Oboe gingen unter die Haut. Bärbel Bühler meisterte problemlos auch schwierige Passagen, ebenso wie Anja Schmiel am Englischhorn, Simon Strasser an der Baritonoboe und Andreas Zenke am Fagott. Im dritten Satz, einer Courante, entfaltete sich ein wunderbarer Klangteppich. Er griff einige Sequenzen des zweiten Satzes auf. Verträumt und in langsamem Tempo wurde die Sarabande, der vierte Satz gespielt und war etwas für romantische Seelen. Poetisch und lyrische Passagen wurden von einer singenden Oboe ins Licht gesetzt. Ein melancholisches Fagott-Thema setzte eher dunkle Akzente. Beschwingt agierten die Musiker in einer Gavotte, hier dominierten fröhliche Klangfarben. Mit einer raschen, schnellen Gigue endete das Bachsche Werk.

Eher unbekannt ist hierzulande die Musik von Schmittenberg. Die Musiker spielten dessen dreisätziges Werk "Serenata campagnola". Am Anfang stand ein Allegro giocoso, das mit seinem verspielten, leichten Thema aufhorchen ließ. Weit ausholende Läufe prägten den ersten Satz, ein großes Klangspektrum trat zutage. Verträumt und poetisch interpretierten die Musiker das Werk, dessen mittlerer Satz, eine Arietta, mit einer singenden Oboe aufwartete. Ein dunkles, nuancenreiches Thema entfaltete sich. Das Fagott war als immer wiederkehrende Bassfigur zu hören. Weiche Akkorde beendeten den Satz. Mit einem schönen Rondo Burlesco endete die Komposition.

Wolfgang Amadeus Mozarts Quartett B-Dur, auch als Jagd-Quartett bekannt, rundete den gelungenen Konzertabend ab. Im ersten Satz, einem Allegro assai, interpretierten die Instrumente Hörnerrufe. Eine hohe technische Spielfertigkeit zeichneten das Ensemble aus, zudem agierten die Musiker nicht nur im Jagd-Quartett virtuos und höchst brillant.

Lang anhaltender Applaus am Ende des Abends entlockte den Musikern noch eine Zugabe, sie spielten den letzten Satz aus dem Jagd-Quartett.

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