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Rottweil Begeisterung ist Herzenssache

Von
Foto: Ralf Graner

Was macht eigentlich eine "Herzlichkeitsbeauftragte"? Mahsa Amoudadashi weiß es: Sie war in einem Hotel dafür da, ein "Umfeld der Begeisterung" für Mitarbeiter und Gäste zu schaffen – mit Erfolg. Am Mittwochabend bewies sie bei den Denkanstößen im Rottweiler Kraftwerk: Begeisterung ist ansteckend!

Rottweil. Eins stellt die energiegeladene Rednerin, die nach ihrer Zeit als Hotelfachfrau und "Herzlichkeitsbeauftragte" im besten Tagungshotel Deutschlands ein Studium der Wirtschaftspsychologie absolviert hat, gleich klar: "Wahre, authentische Herzlichkeit kann man nicht lernen." Sie entspringt vielmehr einer inneren Einstellung, die man – am besten jeden Tag aufs Neue – bewusst wählt. Dass sich das auszahlt und es so viel leichter gelingt, andere zu motivieren, mitzureißen und von einer Idee zu überzeugen – das belegt Mahsa Amoudadashi mit vielen kleinen Anekdoten.

Ihre Empfehlung: "Schaffen Sie positive Überraschungsmomente!" So gelinge es, Kunden zu echten Fans zu machen. Wenn also ein Gast im Hotelrestaurant nur mit weit ausgestreckten Armen die Speisekarte lesen kann und die "Herzlichkeitsbeauftragte" dann mit einer kleinen Auswahl an Lesebrillen an den Tisch kommt, ist das etwas, das der Gast nicht erwartet hatte. "Das bleibt im Gedächtnis, das wird er seinen Freunden in der Stammkneipe weitererzählen."

Die Wirtschaftspsychologin nennt das "Barhockergeschichten" und erntet dafür zustimmendes Lachen im Zuschauerraum. Es sind Geschichten, die ein Unternehmen zu etwas Besonderem, weniger austauschbar machen. Es gelte, die Erwartungshaltung anderer noch zu übertreffen. Und es könne schon ein kleiner Aufwand für einen großen Aha-Effekt sorgen, versicherte die Rednerin. "Als meine Freundin, die Hundebesitzerin ist, in einem Supermarkt von einem extra ›Hundeparkplatz‹ mit Wasser und Futter überrascht wurde, hat sie mir das sofort am Telefon erzählt." In diesen Laden, das ist klar, wird sie wieder gehen.

Aufheben könnte sich der Effekt allerdings, wenn die Mitarbeiterin an der Kasse ihren Job sichtlich ungern macht. Die Wirkung des Teams und der Mitarbeiter habe ganz entscheidenden Einfluss auf die Servicequalität. "Da muss sich jeder an die eigene Nase fassen", forderte Mahsa Amoudadashi. In jedem Beruf liege es an einem selbst, sich den Tag freudig zu gestalten – und damit auch die Kollegen positiv zu stimmen. "Weniger jammern, denn jammern ist ansteckend!" Auch die Herzlichkeitsbeauftrage musste allerdings zugeben, dass das gar nicht so einfach ist. Ihre persönliche "30 Tage nicht jammern"-Challenge habe sie nur drei Tage geschafft. "Ich arbeite dran", schmunzelte sie – und hatte auch gleich einen Tipp parat: Statt zu jammern an einer Lösung arbeiten, die diese Situation langfristig besser macht. In ihrem Hotel gab es dafür ein "Ideenblatt". Die beste Idee wurde prämiert, und – Überraschung – auch auf den "Fehler des Monats" wurde angestoßen. Staunen im Publikum. Doch Mahsa Amoudadashi ist sich sicher: "Nur wenn wir über Fehler reden, können wir an ihnen arbeiten." Eine Fehlerkultur zu etablieren sei wichtig, denn dann steige die Chance, dass Mitarbeiter auch Verantwortung übernehmen wollen.

Die Zuhörer verließen den Vortrag mit der Gewissheit: Mehr Herzlichkeit, Wertschätzung, Respekt, Toleranz, Höflichkeit und Empathie macht uns allen das Leben leichter. Es liegt an uns selbst.

Die Reihe "Denkanstöße" wird nach der Sommerpause am Mittwoch, 18. September, fortgesetzt. Dann referiert die Fernsehjournalistin und Börsenkorrespondentin Anja Kohl zum Thema: Aufschwung in unruhigen Zeiten – wohin steuert unsere Wirtschaft? Die Vortragsreihe "Denkanstöße" wird unterstützt von der Volksbank Rottweil, Schwarzwald Energy und der trend factory.  Weitere Informationen: http://denkanstoesse. schwarzwaelder-bote.de, Telefon: 089/21 83 73 10

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