Im Februar wird die Primbrücke abgerissen. Es folgt eine siebenmonatige Vollsperrung zwischen Göllsdorf und Rottweil. Foto: Schmidt

Drei Ausweich-Strecken eingerichtet. Neubau der Primtalbrücke wird zu Verkehrsproblemen führen.

Rottweil-Göllsdorf - Es wird zu Problemen kommen, da sind sich die Räte sicher. Im Februar wird die alte Primbrücke abgebaut und damit die Hauptverkehrsachse zwischen Rottweil und Göllsdorf vollständig gesperrt. Alternativen gibt es. Sogar drei.

Eine davon erspart den Göllsdorfern auch die lange Umleitungsstrecke, aber von optimal spricht keiner am Ratstisch. Die Hauptumleitungsstrecke, berichtete Ortsvorsteher Wolfgang Dreher führt über Wellendingen.

Direkte Verbindung

Schon frühzeitig würden Autofahrer aus allen Richtungen auf die Umleitungsstrecke hingewiesen, so dass der überregionale Verkehr weitestgehend aus Göllsdorf fern gehalten werden könne. Dem Individualverkehr indes, werde eine direkte Verbindung zwischen Göllsdorf und Rottweil angeboten.

Von Richtung Rottweil kommend führe der Weg nach der Göllsdorfer Unterführung links zur Firma Ibach, dann weiter über das Brückle und hoch über das Schloss zur Böhringer Steig. Aufgrund der beengten Situation sei das Sträßchen nach der Brücke nur als Einbahnverkehr zu befahren, weshalb dem Verkehr aus Richtung Göllsdorf kommend, eine andere Strecke zugewiesen werden müsse. Einzig anbieten würde sich eine Verbindung über die Mühlwiesenstraße, die nach dem bewohnten Gebiet auch in den Einbahnverkehr übergehen würde. Erst am Brückle, das während der Umleitung mit einer Ampel geregelt würde, beginne der Begegnungsverkehr, der entlang der Eisenbahngleise, also "Am schwarzen Felsen", wieder zurück zur Göllsdorfer Bahndurchlass führt. "Das ist die einzige Möglichkeit, die wir haben", reagierte der Ortsvorsteher auf die Bedenken der Räte.

Die Individualstrecke ausschließlich den Göllsdorfern anzubieten, sei aus rechtlichen Gründen undenkbar. Eine hohe Verkehrsbelastung könne also nicht ausgeschlossen werden. Die Situation zu kontrollieren, sei von der Polizei aus personellen Gründen dennoch ausgeschlossen worden, ergänzte er unter Kopfschütteln der Räte. Gleiches gelte für die Schotterstrecke Richtung Mahle. Auch sie stellt eine kurze Verbindung zwischen Göllsdorf und Rottweil dar. Allerdings nicht für den normalen Pkw-Verkehr. Schon für den Busverkehr sei die geschotterte schmale Strecke grenzwertig. Dennoch müssten 140 Schüler auf kürzestem Weg befördert werden, erklärte Dreher die Entscheidung zwei Busse dort pendeln zu lassen. Darüber hinaus stehe die Strecke dem Rettungsdienst offen.

Infoveranstaltung

Um die Situation den Bürgern zu erläutern, lädt Dreher Anfang Dezember zu einer Infoveranstaltung ein. Reiner Hils riet dem Ortsvorsteher, Verantwortliche aus dem Kreis mit ins Boot zu holen.

Es handele sich um eine Kreismaßnahme, daher sei der Kreis verpflichtet, seine Entscheidungen vor den Bürgern zu vertreten, forderte Hils. Die Arbeiten beginnen im Februar mit dem Abbau der alten Brücke und dem Bau einer Behelfsbrücke für Fußgänger.

Ende September, also vor der Saukirbe soll die Vollsperrung aufgehoben sein. Abgeschlossen wären die Bauarbeiten dann aber noch nicht. Nach dem Fest müssten einige kleinere Maßnahmen fertig gestellt werden. Auch in der Lehrstraße in der Rottweiler Altstadt, also auf der Wegstrecke zwischen Göllsdorf und der Rottweiler Innenstadt, werden die Autofahrer noch einmal ausgebremst (wir ­berichteten). Die dortigen Sanierungsarbeiten an der ­Brücke sollen zwischen Mai und Oktober ausgeführt werden.

Und um das Ganze "abzurunden", führe die ENRW in der Römerstraße ihre Arbeiten fort, was zu einer einseitig gesperrten Baustelle führe.