Nur noch Schrott sind Unimog und Lastwagen des Bauhofs. Auch ein Radlader musste kurzfristig ersetzt werden. Der Winterdienst ist mit dem jetzigen Bestand gar nicht möglich. Fotos: Otto Foto: Schwarzwälder-Bote

Amtsleiter Huber: "Lage falsch eingeschätzt" / Fahrzeuge sind Schrott / Ausschuss genehmigt Ausgaben

Von Corinne Otto

Rottweil. Böse Überraschung im Umwelt-, Bau- und Verkehrsausschuss: Beim städtischen Betriebshof sind einige Fahrzeuge Schrott, der Unimog wurde bereits aus dem Verkehr gezogen. Jetzt müssen Neuanschaffungen her, die mit 283 000 Euro veranschlagt sind – außerplanmäßig. Der Ausschuss stimmte wohl oder übel zu.

Die große Frage, warum das so plötzlich kommt, beantwortete Stadtbauamtsleiter Lothar Huber gleich vorweg: "Die Lebenserwartung der Fahrzeuge wurde wohl falsch eingeschätzt". Der neue Bauhofleiter Jochen Ruoff kann dafür nichts, musste den Ausschuss jetzt aber von der Notwendigkeit der Neuanschaffungen überzeugen. Eindrucksvolle Bilder vom rostzerfressenen Unimog mit schief auf der Achse sitzender Fahrerkabine untermauerten sein Anliegen. Auch ein Lastwagen ist kurz vor dem Kollaps, führte Ruoff aus.

Der Bauhofleiter betonte, dass mit dem jetzigen Fahrzeugbestand der Winterdienst gar nicht mehr möglich sei, weshalb bereits in der Saison 2011/12 ein Fahrzeug angemietet werden musste. Kosten: 17 130 Euro für fünf Monate. Der Neuanschaffungspreis für ein gleichwertiges Fahrzeug inklusive Schneepflug und Streuer liegt laut Ruoff bei 130 000 Euro. Das Fahrzeug ist zusätzlich mit einem Abrollkipper mit verschiedenen Mulden ausgestattet und kann auch im Sommer für Gärtner- und Bauarbeiten eingesetzt werden.

Außerdem auf der Einkaufsliste: Ein Multifunktionsfahrzeug als Ersatz für Unimog und Lkw zum Preis von 150  000 Euro, inklusive Streuer und Schneepflug. Um die Leerung der 5000 Schächte in der Stadt zu erleichtern, ist der Kauf eines so genannten Sinkkastenhebers vorgesehen, der mit rund 12 000 Euro zu Buche schlägt. Bislang werden die Schächte zum Teil von Hand mit zwei Haken herausgehoben und geleert, zum Teil von einer Fremdfirma, deren Dienste 10 000 Euro kosten. Künftig wird der Bauhof die zweimalige Leerung wieder selbst durchführen.

Die Ausschussmitglieder sahen die Notwendigkeit und würdigten die "gute Arbeit" des Bauhofs, allerdings wolle man von weiteren Überraschungen dieser Art verschont bleiben. Das konnte Lothar Huber allerdings nicht versprechen, im Gegenteil: Derzeit werde der ganze städtische Fahrzeugbestand geprüft "und da kann noch einiges kommen".

Einziges Trostpflaster: Bauhofleiter Jochen Ruoff versucht, die Fahrzeuge auf dem Gebrauchtmarkt zu beschaffen und vielleicht noch das ein oder andere Schnäppchen zu machen.