Stadt lässt grüne Riesen von Totholz befreien. Kletterer kommen an unzugänglichen Stellen zum Einsatz.
Rottweil - In Rottweils Blätterwald kommt Bewegung: Seit gestern befreien Baumpfleger die Bäume von Totholz. Nach dem Start im Stadtgraben folgen weitere Arbeiten im Stadtgebiet und in Teilorten. Absolutes Halteverbot zwischen 6 und 16 Uhr: Wer gestern am Stadtgraben nach einem Parkplatz suchte, musste unter Umständen ein bisschen länger schauen. Und tat gut daran: Denn es "regnete" Blätter und Äste. Baumkletterer waren in luftiger Höhe im Einsatz.
Bei der Baumpflege arbeitet der städtische Betriebshof mit der Rottweiler Firma Niefer zusammen. "Wir schneiden die Bäume, der Bauhof stellt die Schilder und räumt auf", erklärt Philipp Niefer.
Er und drei seiner Mitarbeiter klettern, auch Betriebshofmitarbeiter Andreas Hörnle ist in den Baumkronen unterwegs. Mit Handsägen befreien sie die Bäume von Totholz. "Mit dem Hubsteiger kommt man nicht überall hin", erklärt Niefer. Gerade an den parkzugewandten Seiten der grünen Riesen sind die Kletterer im Einsatz.
Von der Straße her unterstützt ein Kollege sie vom Hubsteiger aus. Er schneidet mit einer Stangensäge marode Äste ab. Und beschert den Kletterern einen schnelleren Aufstieg – vom Hubsteiger aus geht es flotter in die Baumkronen, als wenn sie vom Boden aus die grünen Riesen erklimmen müssen.
Die Arbeiten dauern auf jeden Fall noch die ganze Woche, wenn nötig, ist der Trupp bis übernächsten Mittwoch im Einsatz. Auf den gestrigen Start in rund 20 Bäumen im Stadtgraben folgen weitere – unter anderem in der Duttenhofer Anlage, der Tuttlinger Straße sowie in Feckenhausen, Neukirch, Zepfenhan und Göllsdorf. Insgesamt 140 grüne Riesen stehen auf der Liste, berichtet Philipp Niefer.
Alle zwei Jahre finde eine solch große Aktion statt, erklärt Kurt Faupel, der für die städtischen Grünanlagen zuständig ist. Ein Mitarbeiter des Betriebshofs kontrolliere die Bäume regelmäßig. "Das müssen wir einfach", sagt Faupel. Schließlich ist die Stadt für Baume auf öffentlichen Flächen und an Straßen verantwortlich. Bevor das Totholz abstürzen und Passanten und Verkehr gefährden kann, muss es entfernt werden. Zwischen 18.000 und 19.000 Euro wird die laufende Aktion die Stadt voraussichtlich kosten. Dafür bietet sich der Sommer an: Wenn der restliche Baum voll Blätter ist, sind tote Äste leicht zu erkennen.
Nicht nur in den Baumkronen im Stadtgraben tut sich was: Auch die Treppen beim Kugelbrunnen ist inzwischen repariert und kann wieder benutzt werden. Wenn nicht gerade die Baumpfleger den Stadtgraben für sich beanspruchen.