Das Land lässt prüfen, ob der Gefängnisneubau im Waldgebiet südlich des Esch entstehen könnte. Foto: Nädele Foto: Schwarzwälder-Bote

Gefängnisneubau: Land nimmt Vorschlag aus Rottweil auf und prüft zusätzlich das Waldgebiet

Von Patrick Nädele

Rottweil. Wer gespannt darauf wartet, welche Ideen Architekten für den Gefängnis-Neubau im Esch entwickeln, muss sich länger gedulden als gedacht. Wie das Justizministerium gestern bekannt gab, hat sich die Landesregierung dazu entschieden, die durch die Stadt Rottweil vorgeschlagene potenzielle Erweiterung des räumlichen Plangebiets zu prüfen. Im Frühjahr 2017 könnte das Ergebnis vorliegen. Bis dahin liegt die Ausschreibung für den Architekturwettbewerb auf Eis.

In seiner Sitzung vom 20. Januar hatte der Gemeinderat der Stadt Rottweil beschlossen, dem Land das südlich des bisherigen Plangebiets liegende städtische Waldgrundstück bis zur B 27 zur Erweiterung des Plangebiets für den Neubau des Gefängnisses anzubieten. Die "intensiven Bemühungen der Stadt Rottweil um eine optimale Lösung beim Bau der neuen Justizvollzugsanstalt", begrüßt das Land laut Stellungnahme aus dem Justizministerium. "Gerade im Interesse einer größtmöglichen Akzeptanz in der Bevölkerung streben wir eine möglichst landschaftsverträgliche Einbettung der Anstalt an."

Das Land habe sich daher entschieden, die vorgeschlagene Erweiterung des räumlichen Plangebiets für die Anstalt grundsätzlich zu prüfen. Diese Entscheidung des Landes entspreche dabei auch dem Wunsch des Bürgermeisters von Villingendorf, Karl-Heinz Bucher, und der lokalen Natur- und Umweltschutzverbände wie der BUND- Ortsgruppe, der Nabu-Gruppe Rottweil und Umgebung sowie der Arbeitskreis Rottweil des Landesnaturschutzverbands (LNV). Dieser wurde ebenso aus der Mitte der Beteiligungsgruppe selbst wie auch bei der öffentlichen Veranstaltung zur Einbindung der Bürger vor Ort geäußert.

Zeitnah will das Land nun die zwingend erforderliche umfassende Begutachtung der möglichen Erweiterungsfläche in die Wege leiten. Für eine zuverlässige Einschätzung der Eignung der Fläche seien zeitintensive faunistische, floristische und geologische Untersuchungen notwendig. Liegen die Untersuchungsergebnisse – voraussichtlich im Frühjahr 2017 – dann vor, sollen sie der Stadt Rottweil zur Verfügung gestellt werden.

Auf der Grundlage eines gemeinsamen Dialogs werde das Land dann abschließend über die Erweiterung des Plangebiets entscheiden. Bis dahin sei allerdings die Auslobung des Architekturwettbewerbs nicht möglich.

Der Rottweiler Gemeinderat tagt heute ab 17 Uhr im Neuen Rathaus und könnte sich mit dem Thema beschäftigen. Morgen ist ein Treffen der Beteiligungsgruppe anberaumt.