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Rottweil An dieser Frage scheitert sogar das Spezialistenduo

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Die "Gärtner der Zivilisation" sind sich zunächst uneins, doch nachdem Polonius’ (Arwid Klaws, links) Diskurs-Idee ins Leere läuft und der Krieger Hagen von Tronje (Patrick Hellenbrand) nicht weiter weiß, einigen sie sich: "Plan ›B‹". Fotos: Schnekenburger Foto: Schwarzwälder-Bote

Von Bodo Schnekenburger

Rottweil. Es würde ein gewisses Maß an Kritikfähigkeit dazugehören, das war klar, als die Volksbank Rottweil anlässlich ihres 150-jährigen Bestehens ein Theaterstück in Auftrag gab. Thema: "Occupy – Volksbank". Nach Immobilien-, Banken- und Staatenkrise ein spannendes Wortpaar. Mehr als 40 Autoren sandten ihre Stücke ein, zur Realisierung ausgewählt wurde "Krieg mit Zelten" von Annette C. Daubner. Am Samstag war Uraufführung am Rottweiler Zimmertheater und gleichzeitig Saisoneröffnung. Nebenbei: Auch die Spielzeit 2012/13 folgt wieder einem Leitmotiv: "Anstand und Aufstand" lautet es.

Der Aufstand ließ zunächst ein bisschen auf sich warten. Erst haben Polonius und Hagen, Figuren aus Hamlet und dem Nibelungenlied, die in einem Dachgärtchen die Zeiten überdauern, das Sagen. In sich ruhend und mit Maßstäben des Gartenbaus gesellschaftliche Konflikte erklärend der eine (Arwid Klaws), durch und durch Krieger nach wie vor der andere (Patrick Hellenbrand), der darauf brennt, bald wieder losschlagen zu können. Die Situation ergibt sich direkt zu ihren Füßen. Ein Konfliktherd ungeahnten Ausmaßes. Zwei Frauen und ein Zelt gegen die Filialleiterin einer Volksbank, die der nicht fassbaren Bedrohung durch ein anonymes System ein Gesicht gibt. Das Anliegen: "Wir wollen unsere Sicherheit zurück!" Nicht etwa Geld. Also wird das Finanzinstitut belagert.

Der Belagerungstrupp setzt sich aus der naiven Konni (Franziska Anna Bonn) und Mike (Alessandra Ehrlich), maskulin, zornig, entschlossen, ihre Sicherheit wiederzubekommen. Ihnen gegenüber steht alsbald Filialleiterin Gerlach, die für "kreative Ökonomie" schwärmt, von Investitionen und Verantwortung, die sie trage und dafür bezahlt werde. Daraus kann nichts werden, zumal auch der Bankerin die Sicherheit abhanden gekommen ist. Startschuss der Katastrophe ist das Auftauchen des Monsters, das aus der Geldfrau mit ihrem gewinnenden Lächeln ein verzerrtes Wesen mit grausiger Stimme macht. Dies leistet Kristine Walther, deren körperbetontes Spiel durchschnittlich empfindlichen Zuschauern Schmerzen bereitet.

Katja Lillih Leinenweber verlangt ihrer Besetzung einiges ab. Ihre Inszenierung lässt die Konflikte zwischen den drei durchaus starken Parteien – in diesem Fall ist auch das altvordere Paar Polonius/Hagen in gewissem Sinne Partei – mit Verve ausspielen. Auf der unteren Bühnenebene, wohin sich alle Handlung verlagert, bieten zum einen Lichträume Platz für Unterbrechungen. Auch Zuspielmusik funktioniert zwar als Übergang, aber eben auch als Trennung. Zum anderen werden die Szenen durch Tempoänderung getaktet. Das hält die Spannung, die Richtung vorläufigem Ende durch fast absurde Verdichtung noch erhöht wird. Dass bis dahin mancher Satz bedeutungsschwer auf einer Ebene zur Pointe wird, die auf der anderen in der eigenen Erfahrung, gesellschaftlichem Konsens oder einfach nur in einem humanistischen Ideal wurzelt, sorgt zudem für gleichermaßen unterhaltsame wie anregende Akzente. Ach so: Eine Lösung des Konflikts gibt es nicht. Plan "B" ist die Schaffung der Voraussetzung eines Neuanfangs. Volksbank? Occupy? Sicherheit? Hilfstrupp her und Gras drüber!

 
 

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Armin Schulz

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