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Rottweil Altes Spital: Hotelprojekt auf der Kippe

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Das Hotelprojekt steht auf der Kippe. Foto: Otto

Rottweil - Da braut sich was zusammen: Seit 2015 wird in Rottweil über den Umbau des Alten Spitals zum Hotel debattiert. Ein Investor stand damals motiviert in den Startlöchern. Jetzt sieht alles anders aus. Der ursprüngliche Investor fühlt sich ausgebootet, und ob aus den neuen Plänen etwas wird, ist fraglich.

Bei der Stadtverwaltung möchte man über das Thema Altes Spital derzeit eigentlich gar nicht sprechen. Die Frage nach dem aktuellen Stand der Dinge bleibt unbeantwortet. Zunächst müsse man einen Termin mit dem Landesdenkmalamt abwarten, vorher mache das gar keinen Sinn, heißt es. Dieser Termin, an dem viel zu hängen scheint, hätte eigentlich schon vor einigen Wochen stattfinden sollen. Er wurde verschoben. Jetzt werden die Denkmalschützer direkt nach der Fasnet vor Ort erwartet.

Die große Frage: Lassen sich die Anforderungen an einen Hotelbetrieb mit denen des Denkmalschutzes vereinbaren? Auch im fünften Jahr der Planungen ist diese Frage überraschenderweise noch nicht geklärt. Beim Alten Spital handle es sich um ein "hochsensibles Gebäude", erinnert Stadtpressesprecher Tobias Hermann. Die ursprüngliche Marschroute, einen Hotelbetrieb unterzubringen, stehe noch immer. Das Ganze gestalte sich jedoch "zäh".

Urplötzliche Absage

So zäh, dass die Freien Wähler das Projekt schon abgeschrieben haben. Es werde immer klarer, dass "eine Hotellösung eigentlich nicht funktioniert", hatte Fraktionssprecher Peter Schellenberg in seiner Haushaltsrede erklärt. Beim möglichen Investor sei die "Frist zur Entscheidung abgelaufen". Der neue Investor war Ende 2018 überraschend ins Spiel gekommen und hatte sein Konzept nicht öffentlich vorgestellt. Nach außen drang davon nichts.

Für Immobilienunternehmer Günter Tarlatt aus Bad Dürrheim, der von 2015 an als Investor im Boot saß, ist immer noch unverständlich, warum er letztlich nicht zum Zug kam. Nachdem er jahrelang viel Zeit und Geld in die Planungen zum Alten Spital gesteckt habe (wir berichteten mehrfach), habe er vor rund eineinhalb Jahren urplötzlich von der Verwaltung eine "Absage" erhalten. "Mir ist erklärt worden, dass ein Mitbewerber den Zuschlag erhalten hat."

Er habe dann mit Fachbereichsleiter Lothar Huber und Bürgermeister Christian Ruf noch persönlich das Gespräch gesucht, um sich die Gründe erläutern zu lassen. "Es hieß, man habe jemand gefunden, der eine große Lösung zeitnah umsetzen könne", schildert Tarlatt und lässt durchblicken, dass die Art und Weise, wie man in Rottweil mit ihm umgegangen sei, für ihn nicht in Ordnung ist. Die Verwaltung habe sich hinter einem Gemeinderatsbeschluss "verschanzt". Die Stadträte hatten im Oktober 2018 hinter verschlossenen Türen einen Grundsatzbeschluss zum Alten Spital gefasst.

"Wir hatten Lösungen"

Das Aus im Hotelprojekt kam für den Bad Dürrheimer Investor - der mit der Immobilen-Firma Merz kooperierte - völlig überraschend. "Es war alles diskutiert und durchkalkuliert - wir hatten Lösungen", sagt er - dies gelte sowohl für die Stellplatzfrage als auch für den geplanten Schrägaufzug. Tarlatt sagt: "Wir hätten es angegangen."

Bei der ursprünglichen Planung 2015 hatte er 100 Zimmereinheiten geplant. Für einen Teil davon sollte am Standort des hinteren Gebäudes St. Anna ein Neubau entstehen - was auf große Skepsis stieß. Im Mai 2018 wurden die Pläne dann eingedampft: Die Anzahl der Zimmer wurde auf 70 bis 80 reduziert. St. Anna sollte nicht abgerissen, sondern kernsaniert werden. Auch die angedachte Tiefgarage wurde gestrichen. Stattdessen sollten Stellplätze an anderer Stelle in der Stadt dem Hotel zugeordnet werden.

Soviel zum Stand damals - zu den neuen Planungen sind keine Details bekannt. Ob das Hotelprojekt überhaupt noch realisiert wird, wird sich wohl in den nächsten Wochen erweisen. Die Freien Wähler fordern ein "Umdenken" und erinnern an die von der damaligen Fraktion ProFi/FFR ins Spiel gebrachte Idee eines Mehrgenerationenhauses.

"Man muss der Realität jetzt einfach ins Auge sehen", sagt Peter Schellenberg im Gespräch mit dem Schwarzwälder Boten. "Wenn man seit ewigen Zeiten wartet und nichts vorangeht, dann klappt es einfach nicht", so der FWV-Fraktionssprecher.

Der Bedarf nach einem weiteren Hotel im "Touristen-Hotspot" Rottweil besteht weiterhin. Auch im Zusammenhang mit dem ehemaligen Breucha-Areal ist das Stichwort schon gefallen - allerdings ist das auch schon wieder ziemlich lange her.

Ihre Redaktion vor Ort Rottweil

Armin Schulz

Fax: 0741 5318-50

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Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach sieben Tagen geschlossen.

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